Windows: Langsames Sterben nativer Apps wird zum RAM-Problem
Bei wem trotz moderner Hardware die Windows-Performance leidet, sollte den Task-Manager prüfen. Beliebte Chat-Tools sind mittlerweile wahre Speicherfresser und bringen Systeme ans Limit. Die Ursache liegt in der Verwendung von Web-Wrappern statt nativen Apps.
Der technische Hintergrund für diesen wachsenden Ressourcenhunger liegt in der schleichenden Abkehr von nativ programmierten Anwendungen hin zu sogenannten Web-Wrappern. Anstatt Software spezifisch und effizient für die Windows-API zu optimieren, setzen Entwickler vermehrt auf Frameworks wie Electron oder WebView2. Diese betten im Grunde einen vollständigen Webbrowser auf Chromium-Basis in das Anwendungsfenster ein. Das Resultat ist eine deutlich höhere Speicherlast, da für jede Instanz, jeden Chat und teilweise sogar für einzelne Plug-ins separate Prozesse und Sandboxing-Mechanismen gestartet werden müssen. Was für die Sicherheit im Browser sinnvoll ist, wird auf dem Desktop zur Performance-Falle.
Auch bei Microsoft ist das Problem bekannt, doch die Lösungsansätze wirken oft nur wie Tropfen auf den heißen Stein. Microsoft Teams, das mittlerweile flächendeckend auf WebView2 setzt, belegt im Leerlauf häufig bis zu einem Gigabyte RAM. Tritt der Nutzer einem Meeting bei, steigt dieser Wert durch Video-Rendering und Screen-Sharing weiter an. Der Konzern plant für Januar 2026 daher ein Update, das die Anruffunktionen in einen separaten Prozess namens 'ms-teams_modulehost.exe' auslagert.
Für Unternehmen ist der Wechsel auf Web-Technologien vor allem eine wirtschaftliche Kalkulation. Eine einzige JavaScript-Basis lässt sich plattformübergreifend für Windows, macOS und Linux nutzen, was Entwicklungszeit und Kosten spart. Den Preis zahlt jedoch der Anwender durch schlechtere Performance und höheren Speicherhunger. Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.
Habt ihr auf euren Systemen ebenfalls beobachtet, dass Apps den Arbeitsspeicher fluten? Was tut ihr, um die RAM-Belegung zu minimieren? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Siehe auch:
Ressourcenhunger moderner Chat-Apps
Während die Preise für Hardware, insbesondere für Arbeitsspeicher, aufgrund des anhaltenden KI-Booms spürbar ansteigen, und selbst Hersteller wie Lenovo entsprechende Komponenten hamstern, gehen populäre Windows-Anwendungen immer verschwenderischer mit den vorhandenen Kapazitäten um. Speziell die Kommunikations-Apps Microsoft Teams, Discord und WhatsApp stehen aktuell in der Kritik, da sie selbst im Leerlauf enorme Mengen an RAM belegen. Auf Systemen mit 16 GB Arbeitsspeicher oder weniger kann das unter Umständen schnell zu spürbaren Engpässen und Systemträgheit führen.Der technische Hintergrund für diesen wachsenden Ressourcenhunger liegt in der schleichenden Abkehr von nativ programmierten Anwendungen hin zu sogenannten Web-Wrappern. Anstatt Software spezifisch und effizient für die Windows-API zu optimieren, setzen Entwickler vermehrt auf Frameworks wie Electron oder WebView2. Diese betten im Grunde einen vollständigen Webbrowser auf Chromium-Basis in das Anwendungsfenster ein. Das Resultat ist eine deutlich höhere Speicherlast, da für jede Instanz, jeden Chat und teilweise sogar für einzelne Plug-ins separate Prozesse und Sandboxing-Mechanismen gestartet werden müssen. Was für die Sicherheit im Browser sinnvoll ist, wird auf dem Desktop zur Performance-Falle.
Discord, Teams, WhatsApp
Die Situation ist mittlerweile so angespannt, dass Hersteller zu ungewöhnlichen Maßnahmen greifen. Wie Windows Latest berichtet, hat Discord offiziell bestätigt, dass der eigene Client unter Windows 11 zu massivem Speicherverbrauch neigt. In Extremfällen kann die auf dem Electron-Framework basierende App bis zu vier Gigabyte RAM beanspruchen. Anstatt die Architektur grundlegend zu optimieren, testet Discord derzeit aber lieber eine Art Notbremse: Wenn die Speichernutzung die Marke von vier Gigabyte überschreitet und der Nutzer inaktiv ist, soll sich die App automatisch neu starten, um den Speicher zwangsweise freizugeben.Auch bei Microsoft ist das Problem bekannt, doch die Lösungsansätze wirken oft nur wie Tropfen auf den heißen Stein. Microsoft Teams, das mittlerweile flächendeckend auf WebView2 setzt, belegt im Leerlauf häufig bis zu einem Gigabyte RAM. Tritt der Nutzer einem Meeting bei, steigt dieser Wert durch Video-Rendering und Screen-Sharing weiter an. Der Konzern plant für Januar 2026 daher ein Update, das die Anruffunktionen in einen separaten Prozess namens 'ms-teams_modulehost.exe' auslagert.
Rückschritt durch Web-Technologien
Dass eine effizientere Programmierung möglich wäre, zeigt der Blick in die jüngere Vergangenheit der App-Entwicklung. Die frühere Desktop-Version von WhatsApp basierte auf der Universal Windows Platform (UWP) und begnügte sich im Hintergrund oft mit weniger als 100 MB Arbeitsspeicher. Die aktuelle Version, die ebenfalls als Web-Wrapper fungiert, reserviert bereits beim Start ein Vielfaches davon und wirkt in der Bedienung oft träger. Nutzer tauschen hier moderne Features gegen reine Systemleistung ein.Für Unternehmen ist der Wechsel auf Web-Technologien vor allem eine wirtschaftliche Kalkulation. Eine einzige JavaScript-Basis lässt sich plattformübergreifend für Windows, macOS und Linux nutzen, was Entwicklungszeit und Kosten spart. Den Preis zahlt jedoch der Anwender durch schlechtere Performance und höheren Speicherhunger. Daran wird sich so schnell wohl auch nichts ändern.
Habt ihr auf euren Systemen ebenfalls beobachtet, dass Apps den Arbeitsspeicher fluten? Was tut ihr, um die RAM-Belegung zu minimieren? Schreibt uns eure Erfahrungen gerne in die Kommentare.
Zusammenfassung
- Beliebte Windows-Kommunikations-Apps verbrauchen unverhältnismäßig viel RAM
- Web-Wrapper-Technologien wie Electron statt nativer Programmierung als Ursache
- Discord verbraucht bis zu 4 GB und plant automatische Neustarts als Notlösung
- Microsoft Teams belegt im Leerlauf oft bis zu einem Gigabyte Arbeitsspeicher
- Frühere WhatsApp-Version auf UWP-Basis benötigte weniger als 100 MB RAM
- Entwickler nutzen Web-Technologien zur Kostenreduktion auf Kosten der Leistung
- Hardware-Preise steigen durch KI-Boom bei gleichzeitig verschwenderischen Apps
Siehe auch:
- Arbeitsspeicher-Krise: Samsung verkauft nicht mehr an Samsung
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- Raspberry Pi: Speicherkrise macht Bastelcomputer bis zu 25 Dollar teurer
- KI-Speicherkrise zwingt AMD wohl zu Preiserhöhung bei Grafikkarten
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