Speicherkrise macht alles teuer:
Lenovo & Dell erhöhen PC-Preise stark

Aufgrund der immer weiter wachsenden Speicherkrise erhöhen Dell und Lenovo laut Berichten kurzfristig die Preise für ihre PCs um bis zu 20 Prozent. Wer aufrüsten will, muss sich wohl beeilen. Neue Listenpreise greifen angeblich noch dieses Jahr.
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Preiserhöhungen bis zu 20 Prozent

Die aktuelle Speicherkrise weitet sich immer mehr aus. Während einige Firmen wie Transcend schon auf dem Trockenen sitzen, tätigen Unternehmen wie Lenovo regelrechte Panikkäufe. Das hält den weltweit größten Hersteller von Computer ähnlich wie AMD aber nicht davon ab, die Preise für seine Produkte zum neuen Jahr zu erhöhen. Bei Konkurrent Dell soll ein entsprechender Schritt sogar unmittelbar bevorstehen. So müssen Käufer wohl mit Aufschlägen von bis zu 20 Prozent rechnen.

Die Preiserhöhungen treffen den Markt fast ohne Vorwarnung und mit voller Härte. Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce plant Dell, die Preise voraussichtlich schon in wenigen Tagen Mitte Dezember anzupassen. Lenovo gewährt seinen Kunden wohl eine Gnadenfrist bis zum Jahreswechsel. Ab dem 1. Januar 2026 werden jedoch alle bestehenden Angebote ungültig, und neue Bestellungen unterliegen den dann für Käufer deutlich schlechteren Konditionen. Betroffen sollen nicht nur klassische Office-PCs, sondern vor allem leistungsstarke Workstations und Server sein, die auf große Mengen des nun teuren DDR5-Arbeitsspeichers angewiesen sind.


Massiver Kostenanstieg

Die Kosten für DRAM-Module sind im Jahresvergleich um bis zu 70 Prozent gestiegen. Bestimmte Speicherkomponenten verzeichneten sogar einen Preisanstieg von 170 Prozent. Dell-COO Jeff Clarke kommentierte die Situation drastisch und gab an, er habe in seiner Laufbahn noch nie erlebt, dass die Kosten für Speicherchips so schnell gestiegen seien. Die gesamte Lieferkette steht mittlerweile unter massivem Druck.

Die Ursachen für diese Entwicklung sind vielschichtig, lassen sich jedoch primär auf die Umverteilung von Ressourcen zugunsten des KI-Sektors zurückführen. Speicherhersteller wie Micron verlagern ihre Kapazitäten auf hochmargige Produkte für das Enterprise-Geschäft. Das Unternehmen hat sogar die Consumer-Marke Crucial eingestellt, um seine Ressourcen vollständig zu bündeln. Gleichzeitig kaufen große Technologiekonzerne wie Google und Meta den Markt für High-End-Speicher leer, um ihre KI-Infrastruktur auszubauen, was das Angebot für den klassischen PC-Markt verknappt. Da Speicherbausteine etwa 15 bis 18 Prozent der Gesamtkosten eines PCs ausmachen, schlagen die Erhöhungen jetzt direkt auf die Preise für Endkunden durch.

Lenovo warnt vor Engpass

Lenovo warnt seine Kunden eindringlich davor, Bestellungen aufzuschieben. In internen Nachrichten wird darauf hingewiesen, dass die globale Lieferkette für Speicher bereits stark belastet war, bevor der KI-Goldrausch die Situation verschärfte. Marco Andresen, eine Führungskraft bei Lenovo, beschrieb den Kostenanstieg als dramatischer als üblich und jenseits dessen, was ein einzelner Akteur abfedern könne. Es handele sich um eine branchenweite Verschiebung der Kostenstruktur, die nicht kurzfristig lösbar sei.

Diese Entwicklung hat auch Auswirkungen auf die Marktprognosen für das kommende Jahr. TrendForce korrigierte seine Erwartungen für den Notebook-Markt im Jahr 2026 deutlich nach unten. Statt eines erwarteten Wachstums von 1,7 Prozent geht man nun von einem Rückgang der Auslieferungen um 2,4 Prozent aus. Neben Dell und Lenovo überprüfen auch HP, Samsung und LG derzeit ihre Preisgestaltung.

Wie reagiert ihr auf die Speicherkrise? Zieht ihr geplante Anschaffungen vor oder wartet ihr die Marktentwicklung weiter ab? Wir sind auf eure Strategien in den Kommentaren gespannt.
Zusammenfassung
  • Dell und Lenovo erhöhen PC-Preise um bis zu 20 Prozent wegen Speicherkrise
  • Preiserhöhungen greifen wohl bereits Mitte Dezember bzw. zum 1. Januar 2026
  • DRAM-Modulkosten sind im Jahresvergleich um bis zu 70 Prozent gestiegen
  • Umverteilung von Speicherressourcen zugunsten des lukrativen KI-Sektors
  • Große Techkonzerne kaufen High-End-Speicher für KI-Infrastruktur auf
  • TrendForce erwartet statt Wachstum nun Rückgang bei Notebook-Auslieferungen

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