Lenovo im Panikmodus: Weltgrößter PC-Hersteller hamstert Speicher

Der weltweit größte PC-Hersteller Lenovo versucht derzeit unter Hochdruck, seine Lagerbestände an wichtigen Komponenten für den Bau von Computersystemen zu füllen. Hintergrund ist natürlich der starke Preisanstieg bei Speicher und den damit ausgestatteten Produkten infolge des KI-Booms.
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WinFuture (Roland Quandt)

Lagerbestände 50 Prozent größer als normal

Lenovo hat vor einigen Monaten begonnen, Arbeitsspeicher und Flash-Speicher in deutlich größeren Mengen einzukaufen als üblich. Aktuell sind die Komponentenlager des Konzerns daher mit etwa 50 Prozent größeren Beständen gefüllt als sonst üblich. Das Unternehmen reagiert damit nach Angaben von Finanzchef Winston Cheng auf die stark steigenden Preise im Markt.

Der starke Anstieg der Nachfrage aufgrund der massiven Investitionen in den Ausbau von Rechenzentren für den Betrieb generativer Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs) führe zu steigenden Preisen für die Hersteller von Produkten aus dem Bereich der Consumer Electronics, zu denen Lenovo mit seinen PCs natürlich gehört, so Cheng im Interview mit dem Wirtschaftssender Bloomberg TV.

Lenovo hat genügend Speicher für das ganze Jahr 2026

"Der Preis steigt natürlich sehr, sehr stark an, und ich denke, dass dies in Bezug auf diese durch die KI-Nachfrage getriebene Rate beispiellos ist", so Cheng. Gleichzeitig könne Lenovo aber durchaus auch davon profitieren, wenn die Preise steigen, schließlich erlange man gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil, wenn große Lagerbestände in Zeiten hoher Preise vorhanden sind.

Lenovo will nach Angaben von Cheng zumindest im laufenden Quartal möglichst darauf verzichten, die steigenden eigenen Kosten an seine Kunden durchzureichen, um das anhaltende starke Wachstum seiner ausgelieferten Stückzahlen im laufenden Geschäftsjahr nicht zu gefährden. Im nächsten Jahr werde man versuchen, ein Gleichgewicht zwischen Preisen und Verfügbarkeit zu halten.

Der chinesische PC-Hersteller hatte schon in der letzten Woche deutlich gemacht, dass man ausreichende Bestände an Speicherprodukten für die Verwendung in seinen Geräten hat, um das gesamte Jahr 2026 abzudecken. Dadurch könne man die derzeit aufziehenden Engpässe wohl besser bewältigen als viele Konkurrenten, hieß es damals.

Während die Preise im Endkundenmarkt für Speicher gerade bei DDR5-RAM zuletzt bereits extrem stark gestiegen sind, bekommen zunehmend auch die Gerätehersteller Probleme. So hat Xiaomi bereits steigende Preise für seine Smartphones in Aussicht gestellt, weil die Preise für Speicher bei den ohnehin geringen Margen des Unternehmens starke Auswirkungen auf den Endpreis haben.

Zusammenfassung
  • Lenovo erhöht Lagerbestände an Speicher um 50 Prozent wegen Preisanstieg
  • KI-Boom verursacht beispiellose Preissteigerungen bei Speicherkomponenten
  • Finanzchef Winston Cheng will zunächst auf Preiserhöhungen verzichten
  • Ausreichende Speicherbestände sollen Lenovo bis Ende 2026 abdecken
  • Gerätehersteller wie Xiaomi spüren zunehmend Druck durch steigende Speicherkosten
  • Lenovo hofft auf Wettbewerbsvorteil durch vorausschauende Lagerhaltung

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