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Windows 11: ARM-PCs bringen das Ende der freien Treiber-Wahl
Geht es nach Microsoft, sind ARM-basierte PCs mit Chips wie der neuen Qualcomm Snapdragon X-Serie das nächste große Ding. Mit den ARM-PCs verlieren die Nutzer aber auch einen Teil der Kontrolle über ihre Geräte, was vor allem technische Gründe hat.
Wer sich eines der neuen Notebooks mit Windows 11 auf Basis von Qualcomms neuen ARM-Prozessoren der Snapdragon X-Serie zulegt, muss sich darüber im Klaren sein, dass sich mit diesen Geräten unter der Haube nicht nur die Art der CPU-Architektur ändert, sondern auch die Art und Weise, wie diese mit Treiber versorgt werden. Weil alles aus einer Hand kommt, werden die Treiber künftig nur noch zentral über Microsoft verteilt.
Dadurch liefert Qualcomm auch sämtliche Treiber, doch kann der Besitzer der Geräte diese künftig nicht einfach selbst aktualisieren. Stattdessen werden, wie bei Smartphones, sogenannte Board-Support-Packages (BSP) geschnürt, die auf das jeweilige System abgestimmt sind. Letztlich werden dabei die Treiber so angepasst, dass sie im Grunde nur für diese eine Hardware-Konfiguration genutzt werden können. Die Gründe dafür liegen in der Art, wie Qualcomm Treiber für seine Chips und Plattformen entwickelt und bereitstellt.
Letztlich sorgt dies dafür, dass Microsoft nach Angaben von Mitarbeitern der in Taiwan zur Computex 2024 vertretenen Hardware-Partner aus dem PC-Ökosystem künftig die volle Kontrolle über die Treiber-Auslieferung für die neuen ARM-PCs trägt. Die Verteilung der Treiber für die Geräte erfolgt also ausschließlich per Windows Update.
Der PC-Hersteller erstellt künftig im Grunde eine Konfiguration für sein jeweiliges Gerät, auf deren Basis Qualcomm dann das entsprechend angepasste Board Support Package erstellt. Im Anschluss erfolgt dann das Testing durch den jeweiligen Hersteller, um eventuelle Fehler auszumerzen, bevor das fertige BSP dann an Microsoft weitergereicht wird, wo dann eine erneute Prüfung erfolgt.
Dies dürfte auch in diesem Fall durch das Windows Hardware Quality Lab (WHQL) erfolgen, welches dann eine Zertifizierung für das qualitätsgeprüfte Treiberpaket vergibt. Erst dann erfolgt die Auslieferung der Treiber über Windows Update. Ein "externer" bzw. "freier" Vertrieb der Treiber über die Website der Gerätehersteller ist dabei schlicht nicht vorgesehen.
Für Microsoft und seine Partner ergibt sich der Vorteil, dass man mehr Kontrolle über die Treiberqualität erhält. Allerdings ist man als Kunde auch stärker davon abhängig, dass die Hersteller regelmäßig und dauerhaft Treiber über Microsoft bereitstellen. Es wird sich zeigen müssen, inwiefern dies negative Auswirkungen auf die Lebensdauer der Geräte haben kann. Eine Sache scheint aber sicher: zumindest bei der Treiber-Versorgung werden ARM-PCs immer mehr zu Smartphones - wohl auch mit allen in dieser Hinsicht gegebenen Vor- und Nachteilen.
Siehe auch:
Treiber nicht mehr über Hersteller-Websites
Die Zeiten, in denen man bei Bedarf einfach auf der Website des Herstellers einer bestimmten Hardware-Komponente nach einer aktualisierten oder gar Beta-Fassung schauen konnte, um seine Probleme eigenhändig zu lösen oder Experimente für mehr Leistung anzustellen, sind zumindest bei den neuen ARM-PCs (vorerst) vorbei. Hintergrund ist natürlich, dass bei den neuen Geräten praktisch alle relevanten Komponenten im System-on-Chip-Design von Qualcomm stecken.Dadurch liefert Qualcomm auch sämtliche Treiber, doch kann der Besitzer der Geräte diese künftig nicht einfach selbst aktualisieren. Stattdessen werden, wie bei Smartphones, sogenannte Board-Support-Packages (BSP) geschnürt, die auf das jeweilige System abgestimmt sind. Letztlich werden dabei die Treiber so angepasst, dass sie im Grunde nur für diese eine Hardware-Konfiguration genutzt werden können. Die Gründe dafür liegen in der Art, wie Qualcomm Treiber für seine Chips und Plattformen entwickelt und bereitstellt.
Letztlich sorgt dies dafür, dass Microsoft nach Angaben von Mitarbeitern der in Taiwan zur Computex 2024 vertretenen Hardware-Partner aus dem PC-Ökosystem künftig die volle Kontrolle über die Treiber-Auslieferung für die neuen ARM-PCs trägt. Die Verteilung der Treiber für die Geräte erfolgt also ausschließlich per Windows Update.
Windows Update wird zur Pflicht
Zwar sind auch für x86- und x64-Systeme die Treiber seit einigen Jahren auf diesem Weg erhältlich, doch gilt dies bisher immer noch eher als Komfort-Faktor und weniger als Pflicht, denn die Treiber für die meisten PC-Komponenten werden meist auch über die Website des jeweiligen Herstellers angeboten. Bei den neuen ARM-PCs sieht der Prozess für Entwicklung und Vertrieb der Treiber damit anders aus.Der PC-Hersteller erstellt künftig im Grunde eine Konfiguration für sein jeweiliges Gerät, auf deren Basis Qualcomm dann das entsprechend angepasste Board Support Package erstellt. Im Anschluss erfolgt dann das Testing durch den jeweiligen Hersteller, um eventuelle Fehler auszumerzen, bevor das fertige BSP dann an Microsoft weitergereicht wird, wo dann eine erneute Prüfung erfolgt.
Dies dürfte auch in diesem Fall durch das Windows Hardware Quality Lab (WHQL) erfolgen, welches dann eine Zertifizierung für das qualitätsgeprüfte Treiberpaket vergibt. Erst dann erfolgt die Auslieferung der Treiber über Windows Update. Ein "externer" bzw. "freier" Vertrieb der Treiber über die Website der Gerätehersteller ist dabei schlicht nicht vorgesehen.
Für Microsoft und seine Partner ergibt sich der Vorteil, dass man mehr Kontrolle über die Treiberqualität erhält. Allerdings ist man als Kunde auch stärker davon abhängig, dass die Hersteller regelmäßig und dauerhaft Treiber über Microsoft bereitstellen. Es wird sich zeigen müssen, inwiefern dies negative Auswirkungen auf die Lebensdauer der Geräte haben kann. Eine Sache scheint aber sicher: zumindest bei der Treiber-Versorgung werden ARM-PCs immer mehr zu Smartphones - wohl auch mit allen in dieser Hinsicht gegebenen Vor- und Nachteilen.
Zusammenfassung
- Nutzer verlieren Kontrolle über ihre Geräte, technische Gründe sind verantwortlich
- Treiber werden zentral über Microsoft verteilt, nicht mehr über Hersteller-Websites
- Qualcomm liefert alle Treiber, die nur für spezifische Hardware-Konfigurationen genutzt werden
- Microsoft übernimmt volle Kontrolle über Treiber-Auslieferung per Windows Update
- Treiber für x86- und x64-Systeme sind ebenfalls über Windows Update erhältlich, aber nicht verpflichtend
- Treiber-Verteilung für ARM-PCs erfolgt ausschließlich über Windows Update, nicht über Hersteller-Websites
Siehe auch:
- Surface Pro 11 angeschaut: Microsoft-Tablet beeindruckt auch mit ARM
- ARM-Power im Mini-Format? Snapdragon X Elite bald in neuen Desktops
- Krasse Kampfansage: ARM-Chef will die Hälfte des Windows-Marktes
- Intel bereit für Gegenschlag: Windows soll kein ARM-Gebiet werden
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