Minus 15 Prozent: Speicherkrise trifft die Smartphone-Hersteller hart

Die Smartphone-Hersteller müssen zum Wohle der KI-Industrie ordentlich Federn lassen. Da der Datenzentrums-Boom die Speicherpreise in die Höhe trieb, wurden auch Mobiltelefone teurer und verkaufen sich wesentlich schlechter.
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Preise im Massenmarkt steigen stark

Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens CCS Insight werden die weltweiten Smartphone-Auslieferungen in diesem Jahr um rund 15 Prozent zurückgehen. Insbesondere die günstigen Einsteigermodelle haben sich demnach innerhalb eines Jahres teilweise um mehr als 50 Prozent verteuert. Dadurch bekommt vor allem der Absatz im Massenmarkt Probleme.

Bereits im ersten Quartal schrumpfte der Markt für neue Smartphones um 4,4 Prozent. Dies geschah trotz umfangreicher Lageraufstockungen im Handel, die eigentlich für stabile Verkaufszahlen sorgen sollten. Die Entwicklung deutet nach Ansicht der Analysten auf eine weitere Abschwächung des Marktes im Laufe des Jahres hin.


Verantwortlich für die Preissteigerungen ist vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Hardware für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Für den Betrieb von KI-Systemen werden große Rechenzentren mit leistungsfähigen Grafikprozessoren benötigt. Hersteller von Speicherchips konzentrieren ihre Produktion daher zunehmend auf besonders profitable Komponenten für solche Server. Die Fertigung von Speicherbausteinen für Smartphones und PCs gerät dadurch ins Hintertreffen.

Anders als bei früheren Preissprüngen auf dem Speichermarkt liegt die Ursache diesmal nicht in Produktionsengpässen, sondern auf der Nachfrageseite. Große Cloud-Anbieter und Betreiber von Rechenzentren sorgen für einen erheblichen Bedarf an Speicherlösungen. CCS Insight spricht deshalb von einem möglichen "Speicher-Superzyklus", der bis 2028 anhalten könnte.

Gebrauchtmarkt profitiert - vorerst

Besonders betroffen sind preisgünstige Smartphones. Bei ihnen machen Speicher-Komponenten einen vergleichsweise großen Anteil der Herstellungskosten aus. Dadurch wirken sich steigende Chippreise stärker auf den Endpreis aus als bei teureren Modellen.

Von dieser Entwicklung profitiert allerdings der Markt für gebrauchte Smartphones. Laut CCS Insight legte der organisierte Handel mit gebrauchten Geräten im ersten Quartal um vier Prozent zu. Für das Gesamtjahr rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 15 Prozent. Es wechseln also letztlich nicht weniger Telefone den Besitzer, es handelt sich nur häufiger nicht um Neugeräte.

Allerdings könnte auch der Gebraucht-Markt an Grenzen stoßen. Da immer weniger Menschen neue Smartphones kaufen, gelangen zugleich weniger gebrauchte Geräte in den Wiederverkauf. Zudem verlängern Verbraucher ihre Nutzungsdauer deutlich: Viele behalten ihre Smartphones inzwischen länger als vier Jahre. Hinzu kommt, dass die Zahl der Hersteller und damit auch die Zahl neuer Geräteeinführungen in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Dadurch könnte das Angebot an Gebrauchtgeräten künftig knapper werden.
Zusammenfassung
  • Die Nachfrage nach KI-Hardware treibt Speicherpreise stark in die Höhe
  • Smartphone-Auslieferungen sinken laut CCS Insight um etwa 15 Prozent ab
  • Vor allem günstige Einsteigermodelle verteuern sich überproportional stark
  • Cloud-Anbieter verursachen einen massiven Bedarf an Speicherbausteinen nun
  • Gebrauchtmärkte boomen durch den Rückgang bei neuen Smartphone-Käufen sehr

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