Microsoft flutet Windows 10/11 mit Bing-Werbung im Chrome-Browser

Microsoft tut es schon wieder. Der Softwarekonzern hat begonnen, bei vereinzelten Nutzern wieder Werbung aufpoppen zu lassen, mit der man versucht, für die eigenen Dienste und Programme zu werben. Aktuell sind es Pop-Ups für die Bing-KI.
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Microsoft / Reddit

'Benachrichtigung' wirbt in Chrome für KI-Chat bei Bing

Wer Google Chrome unter Windows 10 oder Windows 11 verwendet, wird in dem Browser laut dem US-Portal The Verge mit einiger Wahrscheinlichkeit bald eine "Benachrichtigung" erhalten, mit der Microsoft dafür wirbt, Bing als Standard-Suchmaschine in Googles Chrome-Browser festzulegen. Klickt man in der Benachrichtigung auf "Ja", wird diese Aktion vollzogen und Bing zur Standard-Suchmaschine in Chrome.

Microsoft hat die Auslieferung dieser Werbemaßnahme inzwischen bestätigt. Zuerst hatten Nutzer auf Reddit darauf aufmerksam gemacht - und sich Sorgen gemacht, es könnte sich um eine durch Schadsoftware verursachte Einblendung handeln. Laut einer Mitarbeiterin der Kommunikationsabteilung handelt es sich um eine "einmalige Benachrichtigung", mit der man den Nutzern die "Wahl gibt, Bing als Standard-Suchmaschine in Chrome" zu wählen.

Microsofts Marketing-Team redet sich die Werbung schön

Den Angaben zufolge will man die Nutzer damit auf einen Vorteil aufmerksam machen, den sie durch die Zustimmung zur Änderung der Einstellung erhalten - nämlich eine größere Zahl von Anfragen bei der Verwendung des KI-Copilot. Man "schätze es, den Nutzern die Wahl zu geben, weshalb es die Option zur Ablehnung der Benachrichtigung gibt", hieß es von Microsoft.


Microsoft Werbemeldung in Chrome sieht auf den ersten Blick aus wie etwas, das sonst von Malware im Browser angezeigt wird. Die Werbung fordert den Nutzer auf, in Chrome kostenlos mit GPT-4 zu chatten, wofür man "hunderte tägliche Chat-Turns mit der Bing-KI" erhalte. Die Nutzer sollten Bing als Standard-Suchmaschine ausprobieren - der Wechsel zurück sei einfach, heißt es außerdem. Um das Chat-Erlebnis zu verbessern, sei zudem die Installation des Bing-Services möglich.

Insgesamt handelt es sich natürlich um einen weiteren, extrem plumpen Versuch der Redmonder, ihr weitverbreitetes Betriebssystem zur Vermarktung der neuen KI-Services zu verwenden. Das Problem dabei ist, dass man sich einerseits in eine fremde Software einklinkt, um die eigene Suchmaschine zu pushen. Außerdem hat der Nutzer bisher keine Möglichkeit, diese Art der intrusiven Werbung zu unterdrücken.

Unter dem neuen Windows-Chef Mikhail Parakhin müssen wir uns wahrscheinlich darauf einstellen, dass derartige Werbung immer häufiger zu sehen sein wird. Eigentlich ist Parakhin schließlich der Mann, der bei Microsoft als CEO of Advertising and Web Services für die Vermarktung von Werbung und damit die Monetarisierung von Microsofts Online-Diensten verantwortlich ist.

Zusammenfassung
  • Microsoft zeigt wieder Werbung für eigene Dienste
  • Pop-Ups für Bing-KI in Chrome bei Windows-Nutzern
  • Microsoft bestätigt "einmalige Benachrichtigung"
  • Werbung bietet Wechsel zu Bing als Chrome-Suchmaschine
  • Microsoft betont "Wahlmöglichkeit" und Vorteile der KI
  • Werbemethode wirkt wie Malware
  • Windows-Chef Parakhin könnte für mehr Werbung sorgen

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