Activision-Übernahme: FTC steht im Fall Microsoft vor einer Blamage

Vergangene Nacht gab es den letzten Verhandlungstag im Fall Federal Trade Commission gegen Microsoft, darin will die US-Han­dels­be­hör­de eine Verfügung gegen die Übernahme von Ac­ti­vi­sion Bliz­zard erreichen. Doch offenbar steht die FTC vor ei­ner schwe­ren Niederlage.
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Mit Voraussagen zu Gerichtsentscheidungen sollte man zwar immer vorsichtig sein, da es stets Überraschungen geben kann, aber in diesem Fall deutet alles darauf hin, dass die FTC im Fall Microsoft vor einer Blamage steht. Denn in den vergangenen Tagen konnte die US-Behörde kaum einen Teilsieg für sich verbuchen, stattdessen gab es gleich mehrere Auftritte der FTC-Anwälte, in denen sie miserabel aussahen und zum Teil offenbar alles andere als gut vorbereitet waren. Das jedenfalls ist die Meinung zahlreicher Prozessbeobachter wie Tom Warren von The Verge.

Verfügung als Vorentscheidung

In der vergangenen Nacht gab es die Schlussplädoyers und nun liegt es an Richterin Jacqueline Scott Corley, ein Urteil zu fällen. Dieses wird nächste Woche erwartet. Dabei geht es zwar "nur" um eine Verfügung, mit der die FTC das Geschäft fürs erste (aber nicht final) untersagen kann, das wäre aber in Wirklichkeit trotzdem mehr. Infografik Activision, LinkedIn & Co.: Microsofts Milliarden-Dollar-GeschäfteActivision, LinkedIn & Co.: Microsofts Milliarden-Dollar-Geschäfte Sollte Judge Corley den Argumenten der FTC folgen, dann könnte der Redmonder Konzern nicht wie geplant bis zum 18. Juli den Publisher übernehmen. Folge wäre entweder ein Rückzug von Microsoft von diesem Geschäft, was aber eine Vertragsstrafe von drei Milliarden Dollar zur Folge hätte, oder eine (schwierige) Neuverhandlung des Deals.

So wie es derzeit aussieht, wird sich die Richterin aber kaum auf die Seite der FTC stellen. So fragte Corley die FTC-Anwälte beispielsweise wiederholt, ob eine drohende Exklusivität von Call of Duty den Konsumenten schade oder nicht doch eher nur Sony. Tom Warren dazu in einem Tweet: "Die FTC hat hier wirklich zu kämpfen. Ein anderer Anwalt musste einspringen und versuchen zu erklären, denn Richterin Corley will wissen, wie dies den Verbrauchern schaden wird. Ihr geht es nur um Call of Duty." Zu einem anderen Zeitpunkt sagte die Richterin: "All das ist für ein Shooter-Videospiel", sagte sie. "Wir sind besorgt über die Konkurrenz für dieses eine Shooter-Videospiel."

"Peinlicher Kreuzzug" der FTC

Das mediale Echo war in den vergangenen Tagen generell vernichtend. Das Polit-Magazin The Hill bezeichnete das Vorgehen der FTC beispielsweise als "peinlichen Kreuzzug". Wie erwähnt, wird mit einer Entscheidung für nächste Woche gerechnet - und es könnte eine Vorentscheidung für die gesamte Übernahme sein.

Denn sollte Microsoft verlieren, dann wird es kompliziert für den Konzern, die Sache noch erfolgreich zum Abschluss zu bringen. Gleichzeitig wäre eine Niederlage auch für die FTC verheerend und möglicherweise quasi das letzte Wort in dieser Causa: "Wenn die FTC vor dem Gericht in San Francisco verliert, könnte sie ihre Anfechtung des Geschäfts aufgeben, anstatt weiterzumachen und weitere ungünstige Präzedenzfälle zu riskieren", erklärt das Wall Street Journal.

Zusammenfassung
  • Letzter Verhandlungstag im Fall FTC gegen Microsoft.
  • Alles deutet auf schwere Niederlage der FTC hin.
  • Richterin Corley wird nächste Woche Urteil fällen.
  • FTC könnte Anfechtung aufgeben, wenn sie vor Gericht verliert.

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