US-Gericht stoppt die Übernahme Activision Blizzards durch Microsoft

Microsoft darf den Gaming-Konzern Activision Blizzard vorerst noch nicht übernehmen. Der Vollzug des Kaufs wurde jetzt ziemlich schnell durch einen US-Bundesrichter untersagt, nachdem die Handelsbehörde FTC erst am Montag eine Verfügung beantragt hatte.
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Dem Antrag stimmte das zuständige Gericht zügig zu, allerdings ist die Wirkung der erlassenen Verfügung relativ begrenzt. Sie gilt erst einmal nur bis zu einer gleichzeitig angesetzten Anhörung, die Ende kommender Woche stattfinden soll. Auf dieser erhalten alle Seiten die Möglichkeit, Beweise und Stellungnahmen für ein Verfahren einzureichen, auf dieser Grundlage wird dann entschieden, welche Maßnahmen für den weiteren Verlauf als sinnvoll erachtet werden, berichtet die Financial Times.

Die Übernahme Activision Blizzards wäre der größte Deal, den die Spielebranche bisher gesehen hat. Entsprechend vielfältig sind auch die Bedenken, denn Microsoft ist selbst mit der Xbox ein großer Plattform-Betreiber und würde durch den Kauf eines der größten Spieleanbieter eine sehr dominante Rolle in der Gaming-Branche einnehmen.


Zügiges Vorgehen

Die Rechtsabteilung hat jetzt bis Freitag Zeit, eine eigene Stellungnahme zu dem Vorgang bei Gericht einzureichen. Allerdings hatten sowohl die Redmonder als auch die Vertreter Activision Blizzards bereits signalisiert, dass sie die gerichtliche Klärung der Diskussionen mit der FTC begrüßen - denn dies bringt wohl mehr Handlungsdruck in die Angelegenheit als nur die interne Bearbeitung des Falls durch die Behörde.

So verwies Activision auf ein am Montag veröffentlichtes Memo des Vorstandsvorsitzenden Bobby Kotick, in dem es heißt, die Klage der FTC sei "ein willkommenes Update", das "den rechtlichen Prozess beschleunigt". Ähnliches konnte man auch schon von Microsoft vernehmen.

Nicht nur in den USA, auch in Großbritannien stehen die Wettbewerbshüter dem Deal kritisch gegenüber. Man befürchtet, dass Microsoft die entstehende Marktmacht nutzen könnte, um beliebte Spiele-Inhalte von den konkurrierenden Konsolen-Plattformen fernzuhalten und sich so einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen. In der EU genehmigte man die Übernahme jedoch nach verschiedenen Zugeständnissen Microsofts.

Zusammenfassung
  • US-Gericht untersagt Microsoft vorläufig Übernahme von Activision Blizzard.
  • Anhörung Ende kommender Woche, um Entscheidung für weiteren Verlauf zu treffen.
  • Rechtsabteilung Microsoft hat bis Freitag Zeit, Stellungnahme einzureichen.
  • In USA und Großbritannien kritische Sichtweise auf Deal.
  • Microsoft und Activision Blizzard begrüßen Klage der FTC.
  • Microsoft könnte Marktmacht nutzen, um Konkurrenz auszuschließen.
  • Größter Deal der Spielebranche, Bedenken vielfältig.

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