Verstörende Inhalte: Ex-Moderatoren starten Klage gegen TikTok

Wer soziale Netzwerke wie TikTok nutzt, bekommt nur selten verstörende Inhalte wie Mord-Videos und Kinderpornographie zu sehen. Dafür sorgen Content-Moderatoren, die derartige Inhalte erkennen und sperren. Das kann bei den Mitarbeitern zu extremer psychischer Belastung führen.
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Laut Engadget haben zwei ehemalige TikTok-Moderatoren gegen den Mutterkonzern ByteDance geklagt. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, gegen das kalifornische Arbeitsrecht verstoßen zu haben und die psychische Gesundheit der Mitarbeiter fahrlässig gefährdet zu haben. Die beiden Ex-Moderatoren sollen mit Mord, sexuellen Aktivitäten mit Tieren sowie Nekrophilie konfrontiert worden sein. Ein Kläger gibt an, jeden Tag nackte minderjährige Kinder gesehen zu haben. Er sah auch, wie Menschen ins Gesicht geschossen wurde.

Zwölf-Stunden-Schichten ohne Pause

Der Anklage zufolge mussten die Moderatoren ohne Pause in zwölf Stunden langen Schichten arbeiten. Außerdem soll TikTok keine Mittel angeboten haben, um seinen Mitarbeitern beim Umgang mit den psychischen Folgen der Tätigkeit zu helfen. Hunderte extrem verstörende Clips pro Woche können zu schweren psychischen Erkrankungen wie Angststörungen, depressiven Störungen und posttraumatischen Belastungsstörungen führen.

Bei den Vorwürfen handelt es sich nicht um das erste derartige Verfahren gegen TikTok. Schon im Dezember hatte eine Moderatorin eine Klage eingereicht. Der Prozess wurde jedoch eingestellt. Der neue Rechtsstreit könnte der Plattform jedoch zum Verhängnis werden. Die Ex-Mitarbeiter streben aktuell eine Sammelklage an, sodass sich zahlreiche weitere betroffene Moderatoren dem Prozess anschließen könnten.

Eine ähnliche Sammelklage wurde bereits gegen Facebook geführt. Vor knapp zwei Jahren hatten sich der Social-Media-Konzern und die betroffenen Content-Moderatoren auf eine Entschädigung in Höhe von insgesamt 52 Millionen Dollar geeinigt. Jeder in der Content-Moderation tätige Mitarbeiter soll mindestens 1000 Dollar erhalten haben.

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