Nach Protesten: Geplante Corona-App soll doch dezentral funktionieren
Die Bundesregierung arbeitet derzeit an einer Tracking-App, die Corona-Infizierte erfassen und Kontaktpersonen warnen soll. Das Projekt wurde von Datenschützern allerdings massiv kritisiert. Deshalb soll die Umsetzung nun doch über eine dezentrale Softwarearchitektur erfolgen.
Bislang hatte die Bundesregierung auf das Grundgerüst der europäischen Technologie-Initiative "Pan-European Privacy-Preserving Proximity Tracking" (PEPP-PT) gesetzt. Dabei handelt es sich um ein zentralisiertes Modell, das die Daten auf einem Server sammelt und dort auch auswertet. Dieses Konzept bringt ein hohes Missbrauchspotential mit sich und erfordert, dass die Nutzer der Regierung blind vertrauen. Das hätte zum Scheitern der App führen können.
Linux Neumann vom Chaos Computer Club hält den Richtungswechsel der Bundesregierung für eine "sehr gute Entscheidung". Mit der dezentralen Architektur dürften mehr Nutzer dazu bereit sein, die App zu installieren. Die Regierung sei auf freiwillige Teilnahmen angewiesen.
Wann die Anwendung veröffentlicht wird, bleibt noch unklar. In der nächsten Woche sollen erste APIs, die von weiteren Entwicklern genutzt werden können, zur Verfügung stehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Tracking-App Anfang Mai das Licht der Welt erblickt.
Coronavirus-Special Alle WinFuture-Meldungen zu Covid-19
Bundesregierung folgt Apple und Google
Wie die Tagesschau berichtet, hat die Bundesregierung jetzt allerdings einen Kurswechsel vollzogen und den dezentralen Ansatz gewählt. Damit hat sich die Regierung den Projekten von Apple und Google angeschlossen und eine Zusammenarbeit angekündigt. Die zwei Internet-Giganten arbeiten ebenfalls an einer Tracking-App, welche in die mobilen Betriebssysteme iOS und Android integriert werden soll.Kommunikation erfolgt über Bluetooth
Im Gegensatz zur zentralisierten Lösung werden die gesammelten Daten bei der dezentralisierten Variante ausschließlich auf den Smartphones der Nutzer abgelegt. Zur Erfassung von Kontaktpersonen kommunizieren die Geräte via Bluetooth miteinander.Linux Neumann vom Chaos Computer Club hält den Richtungswechsel der Bundesregierung für eine "sehr gute Entscheidung". Mit der dezentralen Architektur dürften mehr Nutzer dazu bereit sein, die App zu installieren. Die Regierung sei auf freiwillige Teilnahmen angewiesen.
Wann die Anwendung veröffentlicht wird, bleibt noch unklar. In der nächsten Woche sollen erste APIs, die von weiteren Entwicklern genutzt werden können, zur Verfügung stehen. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Tracking-App Anfang Mai das Licht der Welt erblickt.
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