Nach rassistischen Pogromen:
Elon Musk will das ZDF verklagen
Der Unternehmer Elon Musk will das ZDF verklagen. Diesem wirft er "abscheuliche Lügen" vor. Zuvor befeuerte er die rassistischen Pogrome im nordirischen Belfast, indem er einem bekannten Rechtsextremisten viel Reichweite verschaffte.
Das ZDF ging in einem Reportage-Beitrag auf die Ereignisse ein und beleuchtete auch die Rolle von Scharfmachern. In der Anmoderation zu dem Video hieß es, dass ein rassistischer Mob in Belfast Jagd auf Migranten gemacht hätte. Ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk hätten dazu aufgerufen.
Tatsächlich hat Musk nicht wörtlich zu einer Jagd aufgerufen. Er postet auf seinem Social Network X allerdings: "Nur durch wiederholtes und lautes Protestieren wird es Veränderungen geben!" Er teilte dabei einen Beitrag des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson, in dem dieser landesweite Termine für Demonstrationen verbreitete, die teils in gewalttätigen Auseinandersetzungen und eben auch den geschilderten Angriffen auf nichtweiße Personen mündeten.
Auf die Kritik an der Anmoderation reagierte das ZDF inzwischen: "Die Formulierung ist unpräzise und deshalb missverständlich. Tommy Robinson hat nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. Der Post wurde von Elon Musk geteilt", heißt es in einem Hinweis, der der Sendungsaufzeichnung in der Mediathek vorangestellt wird.
In die Angelegenheit mischte sich direkt auch Julian Reichelt vom rechtspopulistischen Portal Nius ein. Der ehemalige Bild-Chefredakteur nimmt es mit der Wahrheit oft zwar auch nicht so genau, nutzt den Anlass nun aber für einen seiner häufigen Attacken auf die öffentlich-rechtlichen Sender. "Der Lerchenberg (der Sitz des ZDF, d.R.) ist eine Festung der Lügen", schrieb er. Und: "Beim ZDF empfinden sie Propaganda als Mission." Hier immerhin kennt Reichelt sich aus, denn Propaganda gehört zum Tagesgeschäft des Nius-Chefredakteurs.
Siehe auch:
Unschuldige Scharfmacher
In Nordirland kam es kürzlich zu einer Gewalttat, für die ein Mensch verantwortlich sein soll, der aus dem Sudan stammt. Daraufhin zog ein rassistischer Mob durch die Straßen und zündete Autos und Wohnhäuser beliebiger Menschen an, die als Migranten eingestuft wurden.Das ZDF ging in einem Reportage-Beitrag auf die Ereignisse ein und beleuchtete auch die Rolle von Scharfmachern. In der Anmoderation zu dem Video hieß es, dass ein rassistischer Mob in Belfast Jagd auf Migranten gemacht hätte. Ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk hätten dazu aufgerufen.
Tatsächlich hat Musk nicht wörtlich zu einer Jagd aufgerufen. Er postet auf seinem Social Network X allerdings: "Nur durch wiederholtes und lautes Protestieren wird es Veränderungen geben!" Er teilte dabei einen Beitrag des britischen Rechtsextremisten Tommy Robinson, in dem dieser landesweite Termine für Demonstrationen verbreitete, die teils in gewalttätigen Auseinandersetzungen und eben auch den geschilderten Angriffen auf nichtweiße Personen mündeten.
Auf die Kritik an der Anmoderation reagierte das ZDF inzwischen: "Die Formulierung ist unpräzise und deshalb missverständlich. Tommy Robinson hat nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. Der Post wurde von Elon Musk geteilt", heißt es in einem Hinweis, der der Sendungsaufzeichnung in der Mediathek vorangestellt wird.
Reichelt mischt mit
Musk, der sich gern für eine absolute Redefreiheit einsetzt, wenn es seiner Ideologie entspricht, will es darauf aber nicht beruhen lassen. "Gegen das ZDF werden rechtliche Schritte wegen seiner unerhörten Lügen eingeleitet", kündigte er an. Ob dies tatsächlich passiert, ist bisher noch unklar.In die Angelegenheit mischte sich direkt auch Julian Reichelt vom rechtspopulistischen Portal Nius ein. Der ehemalige Bild-Chefredakteur nimmt es mit der Wahrheit oft zwar auch nicht so genau, nutzt den Anlass nun aber für einen seiner häufigen Attacken auf die öffentlich-rechtlichen Sender. "Der Lerchenberg (der Sitz des ZDF, d.R.) ist eine Festung der Lügen", schrieb er. Und: "Beim ZDF empfinden sie Propaganda als Mission." Hier immerhin kennt Reichelt sich aus, denn Propaganda gehört zum Tagesgeschäft des Nius-Chefredakteurs.
Zusammenfassung
- Elon Musk will das ZDF wegen angeblicher Verleumdung verklagen, die er als "abscheuliche Lügen" bezeichnet
- In Belfast kam es nach einer Gewalttat eines Sudanesen zu rassistischen Pogromen gegen Migranten
- Musk teilte auf X Posts des Rechtsextremisten Tommy Robinson und befeuerte damit die Gewalt
- Das ZDF räumte ein, die Formulierung in der Anmoderation sei "unpräzise und missverständlich" gewesen
- Julian Reichelt kritisierte das ZDF als "Festung der Lügen" und stellte sich auf Musks Seite
- Ob die angekündigte Klage tatsächlich eingereicht wird, ist bisher ungeklärt
Siehe auch:
Thema:
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