Netz am Anschlag: Schweiz droht mit Abschaltung von Video-Streams

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Nach einem fast vollständigen "Lockdown" der Schweiz wird das Netz der Alpenrepublik überfordert. Jetzt droht der Bundesrat: Sollte sich die Lage nach einem Appell an die Vernunft der Nutzer nicht bessern, könne man eine Blockade nicht wichtiger Angebote vornehmen.

Radikale Maßnahmen, weil das Netz der Belastung kaum noch standhält

Wenn auf einen Schlag Millionen Bürger in ihren Wohnungen verbleiben müssen, ist das in vielerlei Hinsicht eine Belastungsprobe. In der Schweiz gilt wegen der Corona-Krise seit Kurzem ein "Lockdown", der dazu führt, dass Schulen geschlossen wurden und - wo möglich - die Arbeit im Home-Office ausgeführt werden muss. Darüber hinaus sorgt eine Quasi-Ausgangssperre dafür, dass viel mehr Bürger als sonst auf Internetdienste zugreifen. Wie die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) berichtet, kann das Telekommunikationsnetz des Landes diesem Ansturm kaum noch standhalten.

Demnach kommt es seit Montagmorgen im Netz der Swisscom, der größten Telekomfirma des Landes, bei Anrufen über das Mobil- und Festnetz immer wieder zu Unterbrechungen. Wie die Swisscom angibt, ist dies auf eine "enorm gesteigerte Belastung der Infrastruktur" zurückzuführen. Das Mobilfunknetz müsse dreimal mehr Anrufe als üblich abwickeln, auch das Festnetz sei massiv belastet. Aktuell gebe es in der Datennetz-Infrastruktur zwar noch Reserven, "eine punktuelle Überlast" könne aber nicht ausgeschlossen werden, so eine Sprecherin des Unternehmens.

Das veranlasst die Swisscom auch zu einem Appell an seine Kunden: "Wir arbeiten intensiv an einer Kapazitätserweiterung und bitten unsere Kunden um eine vernünftige und verantwortungsvolle Nutzung der Telekommu­nikationsnetze." Aktuell werde die Kapazität zugunsten systemrelevanter Dienste zugeteilt.

Der Bund kann Video-Streaming kappen

Das Unternehmen steht darüber hinaus im Austausch mit dem Bund, wie das General­sekretariat des verantwortlichen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) bestätigt. Auch der Bundesrat fordert demnach die Bürger zur "zurückhaltenden" Nutzung des Netzes auf, dazu zählen vor allem "datenintensive Dienste wie die Übertragung von Video-Dateien". Wenn dieser Appell nicht fruchtet, kann das weitere Konsequenzen nach sich ziehen: "Sollten gravierende Engpässe entstehen, hat der Bund die Möglichkeit, nicht versorgungsrelevante Dienste einzuschränken oder zu blockieren", so das Uvek-Generalsekretariat.

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