Bundesnetzagentur: Nichts ist überlastet - ISPs dürfen notfalls bremsen
Die Bundesnetzagentur hat klargestellt, dass überhaupt nicht die Rede davon sein kann, dass die Netze in Deutschland der aktuellen Situation nicht gewachsen wären. Wenn Nutzer mit Problemen konfrontiert werden, liegen die Ursachen meist anderswo.
Wer im Home-Office arbeitet und bei Videokonferenzen mit den Kollegen Ruckler oder Abbrüche verzeichnet, geht nach der Berichterstattung der letzten Tage meist davon aus, dass das Internet überlastet ist. Laut der Bundesnetzagentur dürfte das allerdings eher daran liegen, dass die Server der Firma oder des Diensteanbieters nicht stark genug sind, um die derzeitigen Spitzen zu bewältigen. Oder die Bandbreite des eigenen Anschlusses reicht nicht - insbesondere Peer-to-Peer-basierte Lösungen zur Vernetzung mehrerer Nutzer können die geringen Upstreams der Kabel- und DSL-Anschlüsse schnell an die Grenzen bringen.
"Die Netze sind derzeit stabil und gravierende Beeinträchtigungen werden aktuell nicht erwartet. Die Anbieter sind auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet", fasste Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, die derzeitige Lage zusammen. Trotzdem begrüßte er die proaktiven Maßnahmen von großen Inhalteanbietern, wie Netflix, Youtube, Amazon oder Facebook zur Netzentlastung. Denn eine Entlastung der Netze ist trotzdem sinnvoll - zumal wenn dadurch keine oder kaum qualitative Einbußen zustande kommen.
In dem Leitfaden wird den Infrastruktur-Betreibern durchaus das Recht eingeräumt, regulierend in den Datenverkehr einzugreifen, sollte es "wider Erwarten zu einer Überlastsituation kommen", hieß es. In einem solchen Fall würde es durchaus im Einklang mit der Netzneutralitätsverordnung stehen, die Qualität einzelner Dienste zu reduzieren oder bestimmte Prioritäten in der Durchleitung von Datenpaketen zu setzen.
"Die Netze sind derzeit stabil und gravierende Beeinträchtigungen werden aktuell nicht erwartet. Die Anbieter sind auf eine Zunahme des Datenverkehrs gut vorbereitet", fasste Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, die derzeitige Lage zusammen. Trotzdem begrüßte er die proaktiven Maßnahmen von großen Inhalteanbietern, wie Netflix, Youtube, Amazon oder Facebook zur Netzentlastung. Denn eine Entlastung der Netze ist trotzdem sinnvoll - zumal wenn dadurch keine oder kaum qualitative Einbußen zustande kommen.
Regulierung ist möglich
Darüber hinaus steht die Bundesnetzagentur im stetigen Kontakt zu den Netzbetreibern und hat jetzt außerdem einen Leitfaden für für ein zulässiges Verkehrsmanagement herausgegeben - denn auch in einer Krisen-Situation dürfen die Unternehmen sich nicht einfach beliebig über die bestehenden Regelungen hinwegsetzen.In dem Leitfaden wird den Infrastruktur-Betreibern durchaus das Recht eingeräumt, regulierend in den Datenverkehr einzugreifen, sollte es "wider Erwarten zu einer Überlastsituation kommen", hieß es. In einem solchen Fall würde es durchaus im Einklang mit der Netzneutralitätsverordnung stehen, die Qualität einzelner Dienste zu reduzieren oder bestimmte Prioritäten in der Durchleitung von Datenpaketen zu setzen.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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