Frequenzen für Sat-Internet nur für EU-Anbieter? SpaceX beschwert sich

Die EU will die für den Zugriff auf das Internet über Satellit verwendeten Frequenzen in Europa ausschließlich an europäische Anbieter vergeben. Elon Musks Firma SpaceX bleibt mit Starlink dabei außen vor und warnt von Ausfällen.

EU will 2-GHz-Band für europäische Anbieter reservieren

Elon Musk ließ den Zugriff auf das Internet über Starlink von SpaceX in den vergangenen Jahren mehrfach aus verschiedenen Gründen für bestimmte Nutzer nahe der umkämpften Gebiete auf der Krim unterbinden. Dies dürfte einer der Gründe dafür sein, dass die Europäische Union aktuell anstrebt, bestimmte Funkfrequenzen nur noch an Satellitenbetreiber aus Europa zu lizenzieren.

Starlink würde unter diesen Umständen in Europa gegenüber den hiesigen Anbietern benachteiligt, weshalb Musks Firma SpaceX als Betreiber des Anbieters für Satellitenkommunikation sich natürlich gegen derartige Pläne wert. Laut der Financial Times warnte Starlink deshalb jetzt davor, dass durch die exklusive Vergabe von Frequenzen an europäische Anbieter die Wahrscheinlichkeit von Ausfällen der Satellitenkommunikation für Nutzer aus Europa zunimmt.

SpaceX warnt vor Problemen

"Der Vorschlag birgt ein erhebliches Risiko, dass die Europäer keine Satellitendienste mehr direkt auf ihren Geräten empfangen können oder dass neue europäische Betriebsabläufe weltweite Interferenzprobleme verursachen, unter anderem bei Notdiensten wie denen in der Ukraine," heißt es in dem von der Financial Times zitierten Schreiben von SpaceX an europäische Politiker.

Die EU-Pläne würden "den Hauptsitz eines Satellitenbetreibers über wirtschaftliche, technische und regulatorische Realitäten stellen", so das Unternehmen weiter. Hintergrund sind Pläne der EU, laut denen ein bestimmter Frequenzbereich um 2 Gigahertz für die Nutzung durch europäische Satellitenbetreiber reserviert werden soll. Bisher wird der betroffene Frequenzbereich auch in Europa aber von den zwei US-Firmen Viasat und EchoStar genutzt.

Andere Bereiche des Frequenzspektrums sollen unterdessen durchaus von internationalen Anbietern auch für die Nutzung in Europa lizenziert werden können. Kritiker des Vorhabens sehen darin allerdings auch einen Versuch, Starlink von Musks Firma SpaceX einige Steine in den Weg legen zu wollen. Die US-Regierung hatte schon nach Bekanntwerden der EU-Pläne im März angekündigt, dass man Strafmaßnahmen einleiten wolle, falls das Vorhaben in die Tat umgesetzt wird.

Befürworter der europäischen Pläne sehen darin den Versuch, eine Abhängigkeit von des politisch ultrarechten SpaceX-Eigners Musk zu vermeiden. Elon Musk selbst hatte eine Sperrung der Internetzugriffs für Starlink-Nutzer entlang der Frontlinien in der Ukraine angeordnet, nachdem zuvor zehntausende Terminals von Spenderländern für die militärische und zivile Nutzung finanziert wurden, um die Ukraine nach Beginn des russischen Angriffskriegs zu unterstützen.

Zusammenfassung
  • Die EU plant Frequenzen nur an europäische Satellitenfirmen geben
  • SpaceX warnt bei einer exklusiven Vergabe vor drohenden Ausfällen
  • Grund ist wohl das umstrittene Verhalten von Musk im Krieg in der Ukraine
  • US-Firmen wie Viasat nutzen aktuell auch diese Frequenzbereiche hier

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