Wie eine 'Verschwörung' von YouTube-Entwicklern den IE6 töten konnte
Es war einmal - und das ist eine wahre Geschichte - eine Zeit, in der Microsoft das Web dominierte. Das war aber nicht unbedingt der Fall, weil Microsoft vor allem mit dem IE6 ein so qualitativ hochwertiges Programm am Start hatte, sondern hatte mit der Marktdominanz des Redmonder Konzerns zu tun. Doch einige YouTube-Entwickler beschlossen, den IE6 regelrecht zu sabotieren.
Das Banner...
Der IE6 hielt sich entsprechend lange an der Spitze, zu lange, wie einige Entwickler vor etwa zehn Jahren bei YouTube beschlossen haben. Wie eine Handvoll von YouTube-Mitarbeitern auf eigene Faust ihre "Verschwörung, den IE6 zu töten" starteten, beschreibt der ehemalige YouTube-Dev Chris Zacharias nun in einem Blogbeitrag (via derStandard). Zacharias: "Und wir sind damit durchgekommen."
Die Entwickler holten sich für ihre Aktion nicht den Segen des Unternehmens, ihre Chefs waren entsprechend nicht eingeweiht. Die Entwickler bauten also auf eigene Faust ein Banner ein, das den IE6-Besuchern mitteilte, dass der Support für deren Browser bald ausläuft. Die Nutzer mögen doch bitte auf einen moderneren Browser wie Firefox, Internet Explorer 8 oder Google Chrome upgraden.
Das bemerkten Öffentlichkeit, Presse und auch Google selbst natürlich, vor allem bei der YouTube-Mutter war man einigermaßen verwirrt und wusste nicht, wie man mit diesem Aufruf umgehen soll. Denn man befürchtete, dass Chrome zu prominent platziert war und die Aktion rechtliche Folgen (nach Vorbild des Vorgehens der EU gegen Microsoft) haben könnte. Das hing vor allem mit der zufallsgenerierten Reihenfolge der Vorschläge der Alternativbrowser zusammen, da diese bei zwei Anwälten mehrfach Chrome an der ersten Position platzierte.
...und die Folgen für die Marktanteile der Microsoft-Browser
Das Banner hatte den gewünschten Effekt: Innerhalb eines Monats konnte die IE6-Nutzerschaft halbiert werden, global ging der Traffic um zehn Prozent (von 25 auf 15 Prozent) zurück. Microsoft erwähnt Zacharias nicht, die Redmonder dürften sich aber nicht allzu heftig beschwert haben, da die Aktion auch dem IE8 zu einem signifikanten Sprung nach oben verhalf.
Download Google Chrome Download Mozilla Firefox Download Opera Download Vivaldi
Browserkrieg
Der so genannte Browserkrieg Microsoft dauerte offiziell von 1995 bis 1998, letztlich setzten sich damals Microsoft und Internet Explorer gegen den Netscape Navigator durch. Das war auch die Basis für den Siegeszug des Internet Explorer 6 (IE6), was auch daran lag, dass der IE6 an das immens populäre Windows XP gebunden war.
Das Banner...
Der IE6 hielt sich entsprechend lange an der Spitze, zu lange, wie einige Entwickler vor etwa zehn Jahren bei YouTube beschlossen haben. Wie eine Handvoll von YouTube-Mitarbeitern auf eigene Faust ihre "Verschwörung, den IE6 zu töten" starteten, beschreibt der ehemalige YouTube-Dev Chris Zacharias nun in einem Blogbeitrag (via derStandard). Zacharias: "Und wir sind damit durchgekommen."
Weg mit dem IE6
Denn die YouTube-Entwickler beschlossen eines Tages in der Cafeteria des Unternehmens beim Lunch, dass man den IE6 töten muss, um die Entwicklung des Webs vorantreiben zu können. Denn der IE6 war auch acht Jahre nach seiner Veröffentlichung ein signifikanter Faktor, sodass Webseiten es nicht wagten, die IE6-Nutzer zu verprellen. Zacharias: "Der IE6 war unser Fluch. In jedem YouTube-Entwicklungszyklus mussten wir ein bis zwei Wochen investieren, um die neue UI zu fixen, die im IE6 kaputt geht."Die Entwickler holten sich für ihre Aktion nicht den Segen des Unternehmens, ihre Chefs waren entsprechend nicht eingeweiht. Die Entwickler bauten also auf eigene Faust ein Banner ein, das den IE6-Besuchern mitteilte, dass der Support für deren Browser bald ausläuft. Die Nutzer mögen doch bitte auf einen moderneren Browser wie Firefox, Internet Explorer 8 oder Google Chrome upgraden.
Das bemerkten Öffentlichkeit, Presse und auch Google selbst natürlich, vor allem bei der YouTube-Mutter war man einigermaßen verwirrt und wusste nicht, wie man mit diesem Aufruf umgehen soll. Denn man befürchtete, dass Chrome zu prominent platziert war und die Aktion rechtliche Folgen (nach Vorbild des Vorgehens der EU gegen Microsoft) haben könnte. Das hing vor allem mit der zufallsgenerierten Reihenfolge der Vorschläge der Alternativbrowser zusammen, da diese bei zwei Anwälten mehrfach Chrome an der ersten Position platzierte.
Andere Abteilungen folgten
Die rechtlichen Folgen wurden beiseite gewischt und der Aktion schlossen sich auch andere Abteilungen an, als erstes das Google Docs-Team, wo man vom IE6 ebenfalls die Nase voll hatte. Die Chefetagen waren zwar nicht begeistert, dass Entwickler diese Sache selbst in die Hand genommen haben, hielten die Füße aber letztlich völlig still.
...und die Folgen für die Marktanteile der Microsoft-Browser
Das Banner hatte den gewünschten Effekt: Innerhalb eines Monats konnte die IE6-Nutzerschaft halbiert werden, global ging der Traffic um zehn Prozent (von 25 auf 15 Prozent) zurück. Microsoft erwähnt Zacharias nicht, die Redmonder dürften sich aber nicht allzu heftig beschwert haben, da die Aktion auch dem IE8 zu einem signifikanten Sprung nach oben verhalf.
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