Google zahlt inzwischen mehr EU-Geldstrafen als weltweit Steuern
Die europäische Gesetzgebung scheint letztlich doch ein schärferes Schwert zu sein als die auf nationaler Ebene angesiedelten Steuer-Regelungen. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sich anschaut, auf welchen Wegen die öffentliche Hand an den Geschäften Googles beteiligt wird - nämlich eher über Bußgelder als über reguläre Abgaben.
Die Steuerpolitik gegenüber den weltweit agierenden Internet-Konzernen steht schon lange in der Kritik. Diesen ist es immer noch möglich, durch diverse Steuertricks die Abgaben in die öffentlichen Töpfe möglichst gering zu halten. Die Google-Mutter Alphabet war darin geschickt genug, um im gesamten vergangenen Jahr lediglich 2,4 Milliarden Dollar an Einkommenssteuern zahlen zu müssen. Insgesamt und weltweit wohlgemerkt. Das haben die Kollegen des britischen Magazins Computing aus dem Geschäftsbericht des Konzerns berechnet.
Im vorhergehenden Jahr lagen die Steuerzahlungen wesentlich höher - 14,5 Milliarden Dollar wurden da an den Fiskus abgeführt. Allerdings war dies vor allem auf einen Sondereffekt zurückzuführen. Die Trump-Regierung in den USA hatte mit einer Steuerreform dafür gesorgt, dass die großen Konzerne wesentlich weniger Abgaben bezahlen müssen, wenn sie ihre Auslandsgewinne zum Firmensitz in den USA transferieren - und dies wurde gern genutzt, da sich auf diversen Offshore-Konten gigantische Beträge angesammelt hatten, die man kaum sinnvoll nutzen konnte, aber eben auch nicht zu den vorherigen Bedingungen versteuern wollte.
Natürlich sind die Einkommenssteuern nicht alle Abgaben, die aus den diversen Geschäften des Unternehmens in die Kassen der verschiedenen Staaten fließen. Es sind aber eben die direkten Forderungen, um die sich die Diskussionen in der Regel drehen.
Und auch in diesem Jahr wird Europa voraussichtlich einiges von Google kassieren: Der Januar begann schonmal damit, dass die französischen Behörden eine Strafe von 50 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verhängten. Das Unternehmen wehrt sich zwar dagegen, doch hätte der Betrag auch wesentlich höher ausfallen können, wenn man die möglichen Prozentsätze am globalen Konzernumsatz zur Grundlage genommen hätte.
Siehe auch: Google wehrt sich gegen 50 Mio. Euro Strafe nach DSGVO-Verletzungen
Download WISO steuer:Sparbuch - Steuererklärung am PC
Im vorhergehenden Jahr lagen die Steuerzahlungen wesentlich höher - 14,5 Milliarden Dollar wurden da an den Fiskus abgeführt. Allerdings war dies vor allem auf einen Sondereffekt zurückzuführen. Die Trump-Regierung in den USA hatte mit einer Steuerreform dafür gesorgt, dass die großen Konzerne wesentlich weniger Abgaben bezahlen müssen, wenn sie ihre Auslandsgewinne zum Firmensitz in den USA transferieren - und dies wurde gern genutzt, da sich auf diversen Offshore-Konten gigantische Beträge angesammelt hatten, die man kaum sinnvoll nutzen konnte, aber eben auch nicht zu den vorherigen Bedingungen versteuern wollte.
Natürlich sind die Einkommenssteuern nicht alle Abgaben, die aus den diversen Geschäften des Unternehmens in die Kassen der verschiedenen Staaten fließen. Es sind aber eben die direkten Forderungen, um die sich die Diskussionen in der Regel drehen.
Europa legt nach
Im gleichen Zeitraum haben sich die diversen Behörden in Europa Google verstärkt zur Brust genommen und lassen dem Konzern immer weniger Spielraum. Ausgaben für Strafzahlungen in Europa sind daher inzwischen als eigener Posten im Geschäftsbericht Alphabets zu finden. Im gesamten letzten Jahr summierten sich die Beträge hier auf 5,1 Milliarden Dollar, während sie im vorhergehenden Jahr erst bei 2,7 Milliarden Dollar lagen.Und auch in diesem Jahr wird Europa voraussichtlich einiges von Google kassieren: Der Januar begann schonmal damit, dass die französischen Behörden eine Strafe von 50 Millionen Euro wegen Verstößen gegen die neue Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verhängten. Das Unternehmen wehrt sich zwar dagegen, doch hätte der Betrag auch wesentlich höher ausfallen können, wenn man die möglichen Prozentsätze am globalen Konzernumsatz zur Grundlage genommen hätte.
Siehe auch: Google wehrt sich gegen 50 Mio. Euro Strafe nach DSGVO-Verletzungen
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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