Westliche Industrie-Chefs sind nach Besuchen in China beunruhigt
Ein Besuch in China hat Ford-Chef Jim Farley tief beeindruckt und alarmiert. Nach einer Tour durch mehrere Hightech-Fabriken sprach der Manager von "der demütigendsten Erfahrung" seines Lebens, wie die britische Tageszeitung The Telegraph berichtet.
Farley ist mit seiner Sorge nicht allein. Auch andere westliche Spitzenmanager kehrten mit ähnlichen Eindrücken aus China zurück. Der australische Milliardär Andrew Forrest, Gründer des Bergbaukonzerns Fortescue, schildert Fabriken, in denen Fahrzeuge vollautomatisch entstehen: Maschinen tauchen aus dem Boden auf, Roboter montieren Bauteile, und am Ende der Produktionslinie fährt ein fertiger Lkw hinaus. Menschen seien kaum zu sehen.
Solche "dunklen Fabriken", in denen Roboter ohne Licht und ohne menschliche Arbeitskräfte produzieren, werden in China immer häufiger. Greg Jackson, Chef des britischen Energieunternehmens Octopus, berichtet von einem Smartphone-Werk, in dem nur wenige Techniker die Roboter überwachen. Die Zeiten billiger Massenproduktion seien vorbei - stattdessen dominieren hoch qualifizierte Ingenieure und eine atemberaubende Innovationsgeschwindigkeit.
Die Zahlen untermauern diesen Wandel. Laut der International Federation of Robotics hat sich der Bestand an Industrierobotern in China binnen zehn Jahren von 189.000 auf über zwei Millionen vervielfacht. Allein 2024 kamen 295.000 neue hinzu - mehr als zehnmal so viele wie in Deutschland. Mit 567 Robotern pro 10.000 Beschäftigte liegt China auch bei der Roboterdichte vor allen westlichen Konkurrenten.
Für westliche Hersteller wird die Lage zunehmend kritisch. Chinesische Marken wie BYD erobern mit günstigen und zugleich hochwertigen Elektroautos europäische Märkte. Ihre Entwicklungszyklen sind doppelt so schnell wie die westlicher Wettbewerber.
Experten wie Sander Tordoir vom Centre for European Reform fordern deshalb, Europa müsse dringend in Robotik und Automatisierung investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "China zeigt, wie stark Produktivität durch den gezielten Einsatz von Robotik steigen kann", sagt er. "Wenn wir nicht aufholen, droht uns der industrielle Rückstand mit gravierenden Folgen für Wirtschaft und Sicherheit."
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Dunkle Fertigungshallen ohne Menschen
Die dort produzierten Autos, so Farley, seien nicht nur günstiger, sondern auch technisch überlegen: von selbstfahrender Software bis zu Gesichtserkennung. "Wenn wir diesen Wettbewerb verlieren, hat Ford keine Zukunft", warnte er.Farley ist mit seiner Sorge nicht allein. Auch andere westliche Spitzenmanager kehrten mit ähnlichen Eindrücken aus China zurück. Der australische Milliardär Andrew Forrest, Gründer des Bergbaukonzerns Fortescue, schildert Fabriken, in denen Fahrzeuge vollautomatisch entstehen: Maschinen tauchen aus dem Boden auf, Roboter montieren Bauteile, und am Ende der Produktionslinie fährt ein fertiger Lkw hinaus. Menschen seien kaum zu sehen.
Solche "dunklen Fabriken", in denen Roboter ohne Licht und ohne menschliche Arbeitskräfte produzieren, werden in China immer häufiger. Greg Jackson, Chef des britischen Energieunternehmens Octopus, berichtet von einem Smartphone-Werk, in dem nur wenige Techniker die Roboter überwachen. Die Zeiten billiger Massenproduktion seien vorbei - stattdessen dominieren hoch qualifizierte Ingenieure und eine atemberaubende Innovationsgeschwindigkeit.
Die Zahlen untermauern diesen Wandel. Laut der International Federation of Robotics hat sich der Bestand an Industrierobotern in China binnen zehn Jahren von 189.000 auf über zwei Millionen vervielfacht. Allein 2024 kamen 295.000 neue hinzu - mehr als zehnmal so viele wie in Deutschland. Mit 567 Robotern pro 10.000 Beschäftigte liegt China auch bei der Roboterdichte vor allen westlichen Konkurrenten.
Kurze Entwicklungszyklen
Diese Automatisierung ist Teil der staatlichen Strategie "Made in China", mit der Peking auf künftige Schlüsselindustrien wie Elektroautos, Batterien, Windkraft oder Drohnen setzt. Steuervergünstigungen und Subventionen treiben den Wandel voran - nicht zuletzt, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken.Für westliche Hersteller wird die Lage zunehmend kritisch. Chinesische Marken wie BYD erobern mit günstigen und zugleich hochwertigen Elektroautos europäische Märkte. Ihre Entwicklungszyklen sind doppelt so schnell wie die westlicher Wettbewerber.
Experten wie Sander Tordoir vom Centre for European Reform fordern deshalb, Europa müsse dringend in Robotik und Automatisierung investieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. "China zeigt, wie stark Produktivität durch den gezielten Einsatz von Robotik steigen kann", sagt er. "Wenn wir nicht aufholen, droht uns der industrielle Rückstand mit gravierenden Folgen für Wirtschaft und Sicherheit."
Zusammenfassung
- Ford-Chef Farley alarmiert über technisch überlegene Autos aus China
- Westliche Manager berichten von hoch technisierten 'dunklen Fabriken'
- Roboterdichte in China mit 567 pro 10.000 Beschäftigten führend weltweit
- Chinas Roboterbestand binnen zehn Jahren von 189.000 auf zwei Millionen gestiegen
- Staatliche Strategie 'Made in China' fördert Schlüsselindustrien gezielt
- Chinesische Elektroautohersteller entwickeln doppelt so schnell wie westliche
- Experten fordern Europas Aufholjagd bei Robotik gegen drohenden Rückstand
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