Norweger entsetzt: China-Hersteller hat Fernkontrolle über E-Busse
Das norwegische Verkehrsunternehmen Ruter hat bei Tests eine besorgniserregende Sicherheitslücke entdeckt. Über 1300 chinesische E-Busse können vom Hersteller Yutong aus der Ferne kontrolliert und sogar komplett lahmgelegt werden.
So führte das norwegische Verkehrsunternehmen Ruter kürzlich Tests an seinen Elektrobussen durch und stieß dabei auf eine beunruhigende Entdeckung. Die aus China stammenden E-Busse des Herstellers Yutong können vollständig aus der Ferne kontrolliert werden. Die Tests ergaben, dass der Hersteller Zugang zu Bus-Software, Diagnosesystemen und Batteriesteuerung hat. Theoretisch kann der Hersteller die Busse damit jederzeit stoppen, Türen verriegeln oder die Fahrzeuge sogar komplett unbrauchbar machen.
Die Entdeckung wirft ernste Fragen zur Cybersicherheit kritischer Infrastruktur auf. Über 1300 Busse in ganz Norwegen sind von dieser Sicherheitslücke betroffen, was das Ausmaß des potenziellen Risikos verdeutlicht. Ruter berichtete in einer kurzen Mitteilung über diese besorgniserregenden Erkenntnisse.
Die Sicherheitsexperten sehen besonders die Möglichkeit kritisch, dass ein ausländischer Hersteller jederzeit die Kontrolle über kritische Verkehrsinfrastruktur übernehmen könnte. In Zeiten geopolitischer Spannungen könnte das zu einem strategischen Nachteil werden.
Die Entfernung der SIM-Karten ist jedoch nur eine temporäre Lösung. Ruter arbeitet an langfristigen Sicherheitskonzepten, die sowohl Schutz vor unerwünschtem Zugriff als auch die Nutzung moderner Telematik-Funktionen ermöglichen sollen.
Norwegens Verkehrsminister lobte Ruter für die Tests und kündigte eine Risikobewertung für Länder an, "mit denen Norwegen keine sicherheitspolitische Zusammenarbeit hat". Diese Aussage deutet auf eine grundsätzliche Neubewertung der Beschaffungsstrategie bei kritischer Infrastruktur hin.
Der Erfolg von Yutong basiert nicht nur auf technischer Kompetenz, sondern auch auf aggressiver Preispolitik. Chinesische E-Busse sind oft deutlich günstiger als europäische Alternativen, was sie für kostenbewusste Verkehrsbetreiber attraktiv macht. Wie sich jetzt herausstellt, könnten diese Kostenvorteile jedoch durch versteckte Sicherheitsrisiken ironischerweise teuer erkauft sein.
Was haltet ihr von dieser Sicherheitslücke? Sollten europäische Verkehrsbetreiber bei chinesischen E-Bussen vorsichtiger sein? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Gefährliche Fernsteuerung entdeckt
Es gibt schon länger Vorbehalte gegenüber chinesischen Technologieunternehmen. Hersteller Huawei ist dabei das wohl bekannteste Beispiel. Aufgrund von Sicherheitsbedenken gibt es etwa ein Verbot für den Einsatz der Technik der Firma in Deutschlands Mobilfunknetzen. Ein ähnliches Verbot wurde zuletzt auch für einen großen Nordsee-Windpark diskutiert. In beiden Beispielen geht es dabei um kritische Infrastruktur - so wie auch jetzt in Norwegen. Hier ist das Kind allerdings schon in den Brunnen gefallen.So führte das norwegische Verkehrsunternehmen Ruter kürzlich Tests an seinen Elektrobussen durch und stieß dabei auf eine beunruhigende Entdeckung. Die aus China stammenden E-Busse des Herstellers Yutong können vollständig aus der Ferne kontrolliert werden. Die Tests ergaben, dass der Hersteller Zugang zu Bus-Software, Diagnosesystemen und Batteriesteuerung hat. Theoretisch kann der Hersteller die Busse damit jederzeit stoppen, Türen verriegeln oder die Fahrzeuge sogar komplett unbrauchbar machen.
Die Entdeckung wirft ernste Fragen zur Cybersicherheit kritischer Infrastruktur auf. Über 1300 Busse in ganz Norwegen sind von dieser Sicherheitslücke betroffen, was das Ausmaß des potenziellen Risikos verdeutlicht. Ruter berichtete in einer kurzen Mitteilung über diese besorgniserregenden Erkenntnisse.
Experten warnen vor Missbrauch
Arild Tjomsland, Sonderberater an der Universität Südostnorwegen, betonte die Risiken: "Der chinesische Bus kann gestoppt, ausgeschaltet werden oder Updates erhalten, die die Technologie zerstören können, die der Bus für den normalen Betrieb benötigt." Obwohl Hacker und Lieferanten die Busse nicht lenken können, könnte die Fähigkeit, sie zu stoppen, den Betrieb stören und als Druckmittel in einer Krise dienen.Die Sicherheitsexperten sehen besonders die Möglichkeit kritisch, dass ein ausländischer Hersteller jederzeit die Kontrolle über kritische Verkehrsinfrastruktur übernehmen könnte. In Zeiten geopolitischer Spannungen könnte das zu einem strategischen Nachteil werden.
Sofortmaßnahmen eingeleitet
Als Sofortmaßnahme entfernte Ruter eigenen Angaben zufolge SIM-Karten aus den Bord-Modems aller betroffenen Busse, um die Internetverbindung zu kappen und lokale Kontrolle zu gewährleisten. Diese Maßnahme verhindert zwar die Fernsteuerung, schränkt aber auch legitime Funktionen wie GPS-Tracking und Flottenmanagement ein.Die Entfernung der SIM-Karten ist jedoch nur eine temporäre Lösung. Ruter arbeitet an langfristigen Sicherheitskonzepten, die sowohl Schutz vor unerwünschtem Zugriff als auch die Nutzung moderner Telematik-Funktionen ermöglichen sollen.
Behördliche Reaktionen
Ruters CEO Bernt Reitan Jenssen kündigte an, mit Behörden zusammenzuarbeiten, um die Cybersicherheit der öffentlichen Infrastruktur zu stärken. Das Unternehmen plant, strengere Sicherheitsanforderungen bei künftigen Beschaffungen zu stellen und Firewalls zu entwickeln, die lokale Kontrolle gewährleisten und vor Hackerangriffen schützen.Norwegens Verkehrsminister lobte Ruter für die Tests und kündigte eine Risikobewertung für Länder an, "mit denen Norwegen keine sicherheitspolitische Zusammenarbeit hat". Diese Aussage deutet auf eine grundsätzliche Neubewertung der Beschaffungsstrategie bei kritischer Infrastruktur hin.
Yutongs Marktdominanz
Yutong ist ein chinesischer Hersteller von Nutzfahrzeugen mit Hauptsitz in Zhengzhou, Henan, der sich auf Elektrobusse spezialisiert hat. Seit 2016 ist das Unternehmen der größte Bushersteller der Welt nach Verkaufsvolumen. 2024 erreichte Yutong mit 1092 Fahrzeugen den ersten Platz bei den Neuzulassungen von Elektrobussen über acht Tonnen in Europa, vor Mercedes-Benz und Iveco.Der Erfolg von Yutong basiert nicht nur auf technischer Kompetenz, sondern auch auf aggressiver Preispolitik. Chinesische E-Busse sind oft deutlich günstiger als europäische Alternativen, was sie für kostenbewusste Verkehrsbetreiber attraktiv macht. Wie sich jetzt herausstellt, könnten diese Kostenvorteile jedoch durch versteckte Sicherheitsrisiken ironischerweise teuer erkauft sein.
Was haltet ihr von dieser Sicherheitslücke? Sollten europäische Verkehrsbetreiber bei chinesischen E-Bussen vorsichtiger sein? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Norwegischer Verkehrsbetreiber entdeckt Fernzugriff bei Yutong-Bussen
- Über 1300 chinesische E-Busse in Norwegen können ferngesteuert werden
- Hersteller hat Zugriff auf Bus-Software, Diagnose und Batteriesteuerung
- Als Sofortmaßnahme wurden die SIM-Karten aus allen betroffenen Bussen entfernt
- Yutong ist seit 2016 weltgrößter Bushersteller mit aggressiver Preispolitik
- Norwegische Behörden planen in Zukunft strengere Sicherheitsanforderungen
Siehe auch:
- China setzt Exportbeschränkungen für seltene Erden vorerst aus
- TP-Link: Routerhersteller aus China kurz vor Verbot durch US-Regierung
- China: Neuer Fünfjahresplan soll Technologie-Unabhängigkeit bringen
- Was China bei Solar gemacht hat, wird nun mit Windkraft wiederholt
- Westliche Industrie-Chefs sind nach Besuchen in China beunruhigt
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