Blackout in Spanien: Epizentrum des Stromausfalls ist gefunden
Die Untersuchungen des Blackouts, der Ende April die Stromversorgung in Spanien und Portugal zusammenbrechen ließ, haben nun Ergebnisse gebracht. Ausgangspunkt des Vorfalls war demnach ein plötzlicher Ausfall eines Umspannwerkes in Granada.
Zum ersten Mal haben die spanischen Behörden damit nun konkrete Ausgangspunkte für die Störung benannt. Die genaue Ursache für die ursprüngliche Störung sei jedoch weiterhin unklar, betonte Aagesen. "Wir analysieren Millionen von Datenpunkten", sagte sie laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Probleme außerhalb des Hauptübertragungsnetzes der Betreiberfirma REE auftraten - möglicherweise in kleineren Stromnetzen oder direkt in den Kraftwerken.
Ein Sprecher von REE erklärte, dass am Tag des Ausfalls keine Vorfälle im Hauptnetz registriert wurden. Die derzeitigen Ermittlungen schließen zudem einen Cyberangriff, ein Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch sowie eine Überlastung des Netzes als Auslöser aus. Damit ist auch die von interessierten Kreisen immer wieder verbreitete Behauptung, der Umstieg auf erneuerbare Energieträger sei schuld an dem Problem, vom Tisch. Auch Behauptungen aus der Opposition, die Regierung habe frühere Warnungen ignoriert, wies Aagesen zurück: "Es gab keine Hinweise, keine Warnung."
Die Untersuchungen dauern derweil weiter an. Wann die Ursache für die ursprüngliche Störung eindeutig festgestellt werden kann - oder ob dies überhaupt je möglich sein wird - ist derzeit aber noch unklar.
Siehe auch:
- Ursache des Blackouts in Spanien war ein Umspannwerk in Granada
- Kettenreaktion führte zu Unterversorgung des Verbundnetzes von 2,2 Gigawatt
- Genaue Auslöser der Störung trotz Analyse von Millionen Datenpunkten unklar
- Cyberangriff und Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch ausgeschlossen
- Kritik am Atomausstieg bis 2035 trotz des Blackouts zurückgewiesen
- Die Regierung verteidigt den Ausbau erneuerbarer Energien mit Kostenvorteilen
- Mögliche Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke unter Sicherheitsbedingungen
Kettenreaktion riss Anlagen mit
In einem Bericht, den die spanische Energieministerin Sara Aagesen dem Parlament vorlegte, hieß es, dass kurz darauf in einer Kettenreaktion zwei weitere Umspannwerke in Badajoz und Sevilla ausfielen. Dies sorgte dafür, dass es in sehr kurzer Zeit zu einer Unterversorgung des Verbundnetzes von 2,2 Gigawatt kam, was dann den Blackout ins Rollen brachte.Zum ersten Mal haben die spanischen Behörden damit nun konkrete Ausgangspunkte für die Störung benannt. Die genaue Ursache für die ursprüngliche Störung sei jedoch weiterhin unklar, betonte Aagesen. "Wir analysieren Millionen von Datenpunkten", sagte sie laut eines Berichts der Nachrichtenagentur Reuters. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Probleme außerhalb des Hauptübertragungsnetzes der Betreiberfirma REE auftraten - möglicherweise in kleineren Stromnetzen oder direkt in den Kraftwerken.
Ein Sprecher von REE erklärte, dass am Tag des Ausfalls keine Vorfälle im Hauptnetz registriert wurden. Die derzeitigen Ermittlungen schließen zudem einen Cyberangriff, ein Ungleichgewicht zwischen Stromerzeugung und -verbrauch sowie eine Überlastung des Netzes als Auslöser aus. Damit ist auch die von interessierten Kreisen immer wieder verbreitete Behauptung, der Umstieg auf erneuerbare Energieträger sei schuld an dem Problem, vom Tisch. Auch Behauptungen aus der Opposition, die Regierung habe frühere Warnungen ignoriert, wies Aagesen zurück: "Es gab keine Hinweise, keine Warnung."
Energiewende verteidigt
Angesichts des Ausfalls ist der Kurs der spanischen Regierung, auf einen zunehmenden Anteil erneuerbarer Energien zu setzen und den Atomausstieg bis 2035 umzusetzen, in die Kritik geraten. Aagesen verteidigte diese Vorhaben jedoch. Die erneuerbaren Energien hätten die Stromkosten für Verbraucher gesenkt und die Versorgung unabhängiger vom Weltmarkt gemacht. Sie zeigte sich aber offen für eine Verlängerung der Laufzeiten bestehender Atomkraftwerke - unter der Bedingung, dass Sicherheit, Versorgungssicherheit und Preisstabilität gewährleistet seien.Die Untersuchungen dauern derweil weiter an. Wann die Ursache für die ursprüngliche Störung eindeutig festgestellt werden kann - oder ob dies überhaupt je möglich sein wird - ist derzeit aber noch unklar.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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