Update-Fehler: Notruf in Australien fällt 13 Stunden aus, 4 Menschen tot
Ein fehlerhaftes Firewall-Update führte zu einem 13-stündigen Ausfall des Notrufs in Australien, in dessen Folge vier Menschen starben. Trotz Warnungen von Kunden reagierte das verantwortliche Telekommunikationsunternehmen nicht.
Ein fehlerhaftes Firewall-Update beim zweitgrößten Telekommunikationsanbieter Optus führte dort vergangene Woche zu einem 13-stündigen Ausfall des Notrufs, der mit mindestens vier Todesfällen in Verbindung gebracht wird. Der Vorfall ereignete sich, als das Unternehmen ein routinemäßiges Netzwerk-Upgrade durchführte, das eine schwerwiegende technische Störung auslöste.
Unter den Opfern befanden sich ein acht Wochen altes Baby sowie eine 68-jährige Frau. Außerdem starben zwei Männer im Alter von 49 und 74 Jahren. Während normale Anrufe während des Ausfalls weiterhin funktionierten, konnten lebensrettende Notrufe nicht durchgestellt werden.
Laut Berichten von ABC gab es keine Alarmsignale seitens des Systems, die das Unternehmen auf die fehlgeschlagenen Notrufe aufmerksam gemacht hätten, wie CEO Stephen Rue bestätigte. Die Nummer 000 ist Australiens zentraler Notruf, unter dem Bürger die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste erreichen.
Der australische Premierminister Anthony Albanese kritisierte scharf, dass Optus die Behörden erst bei einer Pressekonferenz am Freitag über die Todesfälle informierte. Süd-Australiens Premier Peter Malinauskas erklärte: "Ich habe noch nie eine solche Inkompetenz von einem australischen Unternehmen in Bezug auf Kommunikation erlebt." Albanese sagte, er wäre "überrascht", wenn CEO Stephen Rue nicht über seine Position nachdenken würde.
Nach dem Vorfall 2023 erstellte die australische Regierung 18 Empfehlungen zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle, darunter die Einrichtung eines "Triple Zero-Verwalters" mit Aufsichtsbefugnis über das Notrufsystem. Kommunikationsministerin Anika Wells bestätigte, dass die Regierung alle Empfehlungen angenommen hat - allerdings wohl mit begrenztem Erfolg.
Die Telekommunikationsverordnung von 2019 verpflichtet Anbieter, kostenlose Notrufdienste bereitzustellen und "Camp-on"-Mechanismen zu implementieren, die bei Netzwerkausfällen automatisch zu anderen Anbietern weiterleiten. Diese Redundanzsysteme sollen eigentlich verhindern, dass ein einzelner Anbieterausfall das gesamte Notrufsystem lahmlegt.
Wells kündigte eine "vollständige und gründliche Untersuchung" an und bezeichnete den Vorfall als "unglaublich ernst und völlig inakzeptabel". Rue bestätigte eine unabhängige Untersuchung des Ausfalls. Die australische Kommunikations- und Medienaufsichtsbehörde ACMA prüft bereits mögliche weitere Sanktionen gegen Optus.
Was denkt ihr über die Verantwortung von Telekommunikationsunternehmen bei Notrufdiensten? Sollten härtere Strafen für solche Ausfälle eingeführt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Siehe auch:
Fatale Firewall-Panne legt Notruf lahm
Für gewöhnlich sind es Hackerangriffe, die kritische Infrastruktur wie Flughäfen oder Staudämme außer Betrieb setzen. Wie beim Crowdstrike-Desaster aus dem Sommer 2024 sind es jedoch manchmal auch Updates, die zu schwerwiegenden Ausfällen führen. So ist es auch jetzt in Australien geschehen.Ein fehlerhaftes Firewall-Update beim zweitgrößten Telekommunikationsanbieter Optus führte dort vergangene Woche zu einem 13-stündigen Ausfall des Notrufs, der mit mindestens vier Todesfällen in Verbindung gebracht wird. Der Vorfall ereignete sich, als das Unternehmen ein routinemäßiges Netzwerk-Upgrade durchführte, das eine schwerwiegende technische Störung auslöste.
Unter den Opfern befanden sich ein acht Wochen altes Baby sowie eine 68-jährige Frau. Außerdem starben zwei Männer im Alter von 49 und 74 Jahren. Während normale Anrufe während des Ausfalls weiterhin funktionierten, konnten lebensrettende Notrufe nicht durchgestellt werden.
Laut Berichten von ABC gab es keine Alarmsignale seitens des Systems, die das Unternehmen auf die fehlgeschlagenen Notrufe aufmerksam gemacht hätten, wie CEO Stephen Rue bestätigte. Die Nummer 000 ist Australiens zentraler Notruf, unter dem Bürger die Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste erreichen.
Regierungschef stellt CEO-Position infrage
Bereits am Donnerstagmorgen informierten fünf Kunden Optus über den Ausfall, doch die Callcenter-Mitarbeiter reichten die Hinweise nicht an die zuständigen technischen Abteilungen. Erst eine direkte Warnung der Polizei führte schließlich zum Stopp des fehlerhaften Updates. Diese Verzögerung kostete möglicherweise Menschenleben.Der australische Premierminister Anthony Albanese kritisierte scharf, dass Optus die Behörden erst bei einer Pressekonferenz am Freitag über die Todesfälle informierte. Süd-Australiens Premier Peter Malinauskas erklärte: "Ich habe noch nie eine solche Inkompetenz von einem australischen Unternehmen in Bezug auf Kommunikation erlebt." Albanese sagte, er wäre "überrascht", wenn CEO Stephen Rue nicht über seine Position nachdenken würde.
Wiederholungstäter mit schweren Folgen
Es ist nicht der erste schwerwiegende Ausfall bei Optus. Denn bereits im November 2023 waren über zehn Millionen Kunden mehr als 16 Stunden lang von Telefon- und Internetdiensten abgeschnitten, was damals zu einer Geldstrafe von zwölf Millionen Dollar (etwa 6,7 Millionen Euro) für das Unternehmen führte. Die damalige CEO Kelly Bayer Rosmarin trat daraufhin zurück, und Rue übernahm im Jahr 2024 die Führung des Unternehmens.Nach dem Vorfall 2023 erstellte die australische Regierung 18 Empfehlungen zur Verhinderung ähnlicher Vorfälle, darunter die Einrichtung eines "Triple Zero-Verwalters" mit Aufsichtsbefugnis über das Notrufsystem. Kommunikationsministerin Anika Wells bestätigte, dass die Regierung alle Empfehlungen angenommen hat - allerdings wohl mit begrenztem Erfolg.
Systemische Schwächen im Telekom-Sektor
Experten sehen das Problem aber nicht nur bei Optus. Denn Anfang März 2024 führte auch eine Telstra-Netzwerkstörung zu 127 fehlgeschlagenen Triple-Zero-Anrufen - glücklicherweise ohne tödliche Folgen. Telstra ist Australiens größter Telekommunikationsanbieter und Hauptkonkurrent von Optus.Die Telekommunikationsverordnung von 2019 verpflichtet Anbieter, kostenlose Notrufdienste bereitzustellen und "Camp-on"-Mechanismen zu implementieren, die bei Netzwerkausfällen automatisch zu anderen Anbietern weiterleiten. Diese Redundanzsysteme sollen eigentlich verhindern, dass ein einzelner Anbieterausfall das gesamte Notrufsystem lahmlegt.
Wells kündigte eine "vollständige und gründliche Untersuchung" an und bezeichnete den Vorfall als "unglaublich ernst und völlig inakzeptabel". Rue bestätigte eine unabhängige Untersuchung des Ausfalls. Die australische Kommunikations- und Medienaufsichtsbehörde ACMA prüft bereits mögliche weitere Sanktionen gegen Optus.
Was denkt ihr über die Verantwortung von Telekommunikationsunternehmen bei Notrufdiensten? Sollten härtere Strafen für solche Ausfälle eingeführt werden? Teilt eure Meinung in den Kommentaren mit.
Zusammenfassung
- Fehlerhaftes Firewall-Update bei Optus führte zu 13-stündigem Ausfall
- Vier Menschen starben, da Notrufe in Australien nicht durchgestellt wurden
- Trotz frühzeitiger Kundenwarnungen reagierte Optus nicht rechtzeitig
- Premierminister Albanese kritisierte die Kommunikation des Unternehmens scharf
- Bereits 2023 gab es bei Optus einen schwerwiegenden 16-stündigen Ausfall
- Australische Regierung kündigte gründliche Untersuchung des Vorfalls an
- Telekommunikationsunternehmen sind verpflichtet, Notrufdienste zu gewährleisten
Siehe auch:
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