Homeoffice: Grüne verlangen striktes Recht auf Arbeit zu Hause

Nach der Covid-Pandemie wurde die Arbeit zu Hause zu einer Selbst­ver­ständ­lich­keit und auch die Politik beteuerte, dass das Homeoffice ge­kom­men sei, um zu bleiben. Doch je länger sie zurückliegt, desto mehr wird dieses Modell aufgeweicht. Die Grünen wollen das ändern.
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Homeoffice wird immer mehr zum Streitthema

Kurz nach dem De-Facto-Ende der Pandemie gab es im Wesentlichen kein großes Unternehmen, das sich nicht auf die Fahnen schrieb, wie flexibel man doch im Hinblick auf den Arbeitsplatz ist. Doch mittlerweile beordern immer mehr Firmen ihre Mitarbeiter, mehr oder weniger strikt, in die Büros zurück. Wie der Tagesspiegel schreibt, endete ein solcher Homeoffice-Streit bei SAP unlängst vor Gericht, da der Betriebsrat gegen ein Zurück-ins-Büro-Mandat klagte. Man einigte sich zwar auf einen Kompromiss, den man am besten mit einem hybriden Modell umschreiben kann - der die betroffenen Mitarbeiter aber kaum zufriedenstellen dürfte.

SAP ist nur ein Beispiel von vielen, derartige Entwicklungen und Konflikte mit Mitarbeitern gibt es in fast allen Ländern der westlichen Welt. Bei den Angestellten kommt dieser Zwang alles andere als gut an und auch der Nutzen für die Produktivität ist nicht bewiesen - wobei die Homeoffice-Gegner selbst den Vorteil dieses Arbeitsplatzes infrage stellen. Infografik Arbeitswelt: Homeoffice ist gekommen, um zu bleibenArbeitswelt: Homeoffice ist gekommen, um zu bleiben Arbeitsminister Hubertus Heil wollte eigentlich dafür sorgen, dass das Recht auf Homeoffice gesetzlich festgeschrieben wird. Doch mehr als eine unverbindliche arbeitsschutzrechtliche Empfehlung kam dabei nicht heraus. Die Arbeitgeberverbände sind zufrieden, weil im Koalitionsvertrag eigentlich ein Gesetz vorgesehen ist - mit einer "weichen" Regelung können sie aber leben.

Die Grünen wollen allerdings den ur­sprüng­li­chen Vor­schlag bzw. das Vor­haben retten. Beate Müller-Gem­meke, Arbeits­markt-Expertin der Grünen, sagte dazu, dass das Home­office gerade für Frauen wichtig sei, "um Familie und Beruf unter einen Hut zu bekommen". Man nimmt hier den Koalitions­partner FDP in die Pflicht. Denn die Liberalen wollen in einer Wachstums­initiative Punkte wie flexiblere Arbeits­zeit­regelungen und steuer­freie Über­stunden durch­setzen. Müller-Gemmeke sagt dazu im Wesentlichen ja, aber: "Wir fordern im Gegenzug eine rechtliche Absicherung des Homeoffice."

Zusammenfassung
  • Homeoffice nach Pandemie wird durch Firmen wieder eingeschränkt
  • Grüne streben gesetzliche Verankerung des Homeoffice-Rechts an
  • SAP-Konflikt endet mit hybrider Lösung, die Mitarbeiter unzufrieden lässt
  • Arbeitsminister Heil scheitert mit festem Gesetzesvorhaben zum Homeoffice
  • Arbeitgeberverbände bevorzugen eine flexible, unverbindliche Regelung
  • Müller-Gemmeke betont Bedeutung des Homeoffice für Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • FDP soll für rechtliche Absicherung des Homeoffice in der Koalition sorgen

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