Windows 11: Microsoft will endlich den RAM-Fresser WinUI bändigen

Windows 11 leidet unter dem Speicherhunger nativer Apps. Ein Microsoft-Entwickler verspricht nun handfeste Verbesserungen an der Systemarchitektur, diese sollen mit einem großen Update angesprochen werden - Konkretes zur Ersparnis bleibt aber aus.
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WinFuture/KI-generiert

Windows 11 und der Speicherhunger

Windows 11 gilt bei vielen Nutzern als spürbar hungriger nach Arbeitsspeicher als sein Vorgänger - und ein Großteil dieses Hungers geht laut Windows Latest auf das Konto der nativen Apps und des zugrunde liegenden Frameworks WinUI. Doch Abhilfe naht: Microsoft hat intern bereits ein größeres Update vorbereitet, das gezielt an der Speicherverwaltung ansetzen soll, bevor weitere sichtbare Windows-Elemente auf diese Technik umgestellt werden.

WinUI, kurz für Windows UI Framework, ist Microsofts moderne Ent­wick­lungs­platt­form für native Windows-Anwendungen. Bereits auf der Entwicklerkonferenz Build 2026 im Juni hat Microsoft erste Änderungen angekündigt, die den Speicherverbrauch von WinUI senken sollen.


Kompositor statt Umwege

Chris Anderson, Entwickler im Windows-UI-Team von Microsoft, hat auf der Konferenz erklärt, dass weitere Verbesserungen in den Bereichen Performance, Fundamentals und Qualität geplant seien. Man habe laut Anderson bereits viel in die Verbesserung der Speichernutzung investiert und wolle zusätzlich auf einen sogenannten System Compositor wechseln - eine Komponente, die für das Zusammensetzen und Darstellen von Fenstern auf dem Bildschirm zuständig ist. Dieser Wechsel solle für weitere Performance-Verbesserungen sorgen, die entsprechenden Änderungen seien laut Anderson bereits öffentlich im Git-Repository von Microsoft einsehbar.

Dass an dieser Front tatsächlich Bedarf besteht, zeigt sich im Alltag: Windows Latest verweist als Beispiel auf den Windows-Explorer, dessen Ansicht "Dieser PC" im Vergleich zur Startseite "Home" auf schwächerer Hardware merklich länger zum Laden benötigt. WinUI gilt in der Entwickler-Community seit Jahren nicht gerade als Performance-Wunder, ein Umstand, den Anderson im Grunde einräumt.

Startmenü bleibt gleich

Im Fokus der kommenden Optimierungen steht vor allem das neue, auf WinUI basierende Startmenü sowie die Agenda-Ansicht im Info-Center, die beide schon länger angekündigt sind. Interessant dabei: Teile des aktuellen Startmenüs, etwa die Liste "Alle Apps" und der "Empfohlen"-Feed (in neueren Builds auch als "Zuletzt verwendet" bezeichnet), basieren gar nicht auf WinUI, sondern auf React Native.

Optisch soll sich am Startmenü durch die WinUI-Umstellung wenig ändern. Nutzer sollen vor allem auf älterer oder schwächerer Hardware ein etwas flüssigeres Verhalten und einen insgesamt geringeren Speicherverbrauch bemerken. Konkrete Zahlen dazu nennt Microsoft nicht: Es ist nicht bekannt, ob eine App, die aktuell etwa 300 MB RAM belegt, nach den Anpassungen auf 250, 200 oder einen anderen Wert sinken würde.

Lücken und Ausblick

Neben den Performance-Arbeiten kündigte Anderson auch neue Funktionen für WinUI an, machte aber deutlich, dass diese erst nach den grundlegenden Verbesserungen folgen sollen. Er wolle die Zeit lieber in die Grundlagen investieren, bevor er sich mit "neuen und spannenden Dingen" befasse, die zwar glänzen, aber eben Beiwerk seien. Vorrang habe die Fehlerbehebung.

Bleibt festzuhalten: Ankündigungen und Absichtserklärungen gibt es von Microsoft-Seite reichlich, belastbare Zahlen zur tatsächlichen RAM-Ersparnis dagegen keine. Bis die versprochenen Optimierungen bei den Nutzern ankommen, dürfte also noch etwas Zeit vergehen, zumal Microsoft weder einen Zeitplan für den Rollout noch die Frage beantwortet hat, welche weiteren Windows-11-Komponenten künftig auf WinUI umgestellt werden.

Habt ihr das Gefühl, dass Windows 11 auf eurem Rechner zu viel Arbeitsspeicher verschlingt, oder läuft bei euch alles rund? Erzählt uns in den Kommentaren, welche Windows-Baustellen euch am meisten nerven und was ihr euch von Microsoft für die Zukunft wünscht.

Zusammenfassung
  • Windows 11 verbraucht viel RAM durch native Apps und WinUI
  • Microsoft plant Updates zur Senkung des Speicherverbrauchs
  • Ein Wechsel auf den System Compositor soll Performance bringen
  • Das Startmenü soll auf WinUI umgestellt und optimiert werden
  • Konkrete Zahlen zur RAM-Ersparnis nennt Microsoft noch nicht
  • Fehlerbehebung und die Grundlagen haben aktuell Priorität

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