Nordkorea bekommt durch Homeoffice-Trend Zugang zu "Westgeld"

Die neuen Möglichkeiten der Arbeit aus dem Homeoffice treiben zu­wei­len auch unerwartete Blüten. So scheint sich der Bereich für Nordkorea zu einer neuen Einnahmequelle für westliche Währungen zu entwickeln, an die man sonst nur schwer herankommt.
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Embargo umgehen

Gegen das Land gibt es seit Jahrzehnten Handelsembargos. Doch auch wenn diese nicht bestünden, gäbe es wahrscheinlich wenig, was Nordkorea erfolgreich an westliche Länder exportieren könnte. Die Möglichkeiten, Devisen in Form von Dollar oder Euro einzunehmen, ist daher äußerst eingeschränkt - trotzdem braucht die Diktatur immer wieder westliches Geld, um bestimmte Waren einkaufen zu können.

Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, gehen Nordkoreaner zu diesem Zweck inzwischen auch ganz normalen Arbeiten im IT-Bereich nach. Mit gefälschten Namen und Arbeitspapieren, Fake-LinkedIn-Profilen sowie getürkten Vorstellungsgesprächen versuchen sie, an Stellen in der westlichen Techbranche zu kommen, bei denen man komplett aus dem Homeoffice tätig sein kann.


Belege für entsprechende Aktivitäten hat Reuters aus verschiedenen Quellen zusammengetragen. So konnte man beispielsweise mit einem IT-Mitarbeiter aus Nordkorea sprechen, andere Hinweise kamen von Sicherheitsforschern, die nach Fake-Identitäten im Netz suchen.

Einfach ist es nicht

Ganz einfach ist die Sache allerdings auf verschiedenen Ebenen nicht. Um in Nordkorea überhaupt die Möglichkeit einer Ausbildung zu bekommen, mit der man in westlichen IT-Firmen mithalten kann, muss man klar regimetreu sein. Das passt mit der Kultur der Meinungsfreiheit in der Techbranche nur schwer zusammen. Mit um die 30 Seiten langen Skripten werden die fraglichen Leute daher auf ihre Aufgabe vorbereitet.

Remote-Mitarbeiter, die ausländische Währungen ins Land bringen, sind derzeit unter anderem in Chile, Neuseeland, den Vereinigten Staaten, Usbekistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten tätig. Laut den Unterlagen, die Reuters einsehen konnte, sind inzwischen genug Nordkoreaner per Homeoffice-Vereinbarungen im Ausland tätig, um jährlich Millionenbeträge in Fremdwährungen in die Staatskasse zu spülen.

Zusammenfassung
  • Homeoffice als Einnahmequelle für Nordkorea
  • Nordkorea umgeht Handelsembargos für Devisen
  • IT-Jobs im Westen mit gefälschten Identitäten
  • Reuters: Belege für nordkoreanische IT-Arbeiter
  • Regimetreue für IT-Ausbildung in Nordkorea nötig
  • Vorbereitung mit 30-seitigen Skripten
  • Remote-Jobs bringen Devisen: USA, Chile, UAE

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