Wegen Zwangs-Rückkehr in Büros:
Tech-Konzerne verloren Top-Talente
In der Pandemie war das Homeoffice Selbstverständlichkeit wie Notwendigkeit. Doch nach dem Ende der Pandemie beschlossen viele Unternehmen, ihre Mitarbeiter wieder in die Büros zurückzuzwingen. Doch so manche*r davon sagte: Nö, dann lieber nicht - und kündigte.
Die Unternehmen mit so genannten Return-to-office-Mandaten waren zahlreich, es gab derartige Vorgaben unter anderem bei Apple, Microsoft und SpaceX. Doch das stellte sich wohl als nicht ganz so gute Idee heraus, wie eine gemeinsame Studie der University of Chicago und University of Michigan zeigt (via Washington Post). Denn auf diese Zurück-ins-Büro-Vorgaben folgte ein sprunghafter Anstieg der Abgänge von hochrangigen und auch hochqualifizierten Mitarbeitern. Infografik: Sechs von zehn deutschen Unternehmen bieten Homeoffice an
Laut der Studie wirkten sich diese Maßnahmen "negativ auf die Betriebszugehörigkeit und das Dienstalter ihrer jeweiligen Belegschaft aus". Anders gesagt: Junge, gut ausgebildete und begehrte Angestellte kündigten und wechselten zu Unternehmen, die keinen strikten Bürozwang hatten und haben.
Bei Microsoft ging der Anteil der leitenden Angestellten an der Gesamtbelegschaft um mehr als fünf Prozentpunkte zurück, nachdem der Bürozwang in Kraft getreten war, so die Studie. Ähnlich war es bei Apple, dort waren es vier Prozent. Der Zusammenhang mit den Office-Mandaten ist auch daran gut zu erkennen, dass bei SpaceX, dem einzigen der drei Unternehmen von vollständigem Bürozwang (also ohne Hybridmodelle), der Rückgang bei 15 Prozent lag. Je strikter der Zwang, desto mehr Abwanderung gibt es also.
"Wir stellten fest, dass erfahrene Mitarbeiter, die von diesen Maßnahmen in großen Technologieunternehmen betroffen waren, anderswo Arbeit suchen und einige der wertvollsten Investitionen in Humankapital und Produktivitätsinstrumente mitnehmen", so Austin Wright, einer der Autoren der Studie. "Führungskräfte sollten die Präferenzen der Beschäftigten und die Marktchancen sorgfältig abwägen, wenn sie entscheiden, wann oder ob sie eine Rückkehr ins Amt anordnen."
Siehe auch:
Rückkehr in Büros war und ist unbeliebt
Seit dem Ende der Pandemie ist das Arbeiten von zu Hause aus ein großes Thema, denn viele Unternehmen bzw. deren Führungskräfte wollen, dass die Mitarbeiter nicht mehr im Homeoffice arbeiten, sondern zurück in die Büros kommen. Argumente, die hier angeführt werden, sind Produktivität und Kommunikation mit Kollegen, viele sahen das aber eher als eine Maßnahme, die der Überwachung und Kontrolle gilt.Die Unternehmen mit so genannten Return-to-office-Mandaten waren zahlreich, es gab derartige Vorgaben unter anderem bei Apple, Microsoft und SpaceX. Doch das stellte sich wohl als nicht ganz so gute Idee heraus, wie eine gemeinsame Studie der University of Chicago und University of Michigan zeigt (via Washington Post). Denn auf diese Zurück-ins-Büro-Vorgaben folgte ein sprunghafter Anstieg der Abgänge von hochrangigen und auch hochqualifizierten Mitarbeitern. Infografik: Sechs von zehn deutschen Unternehmen bieten Homeoffice an
Laut der Studie wirkten sich diese Maßnahmen "negativ auf die Betriebszugehörigkeit und das Dienstalter ihrer jeweiligen Belegschaft aus". Anders gesagt: Junge, gut ausgebildete und begehrte Angestellte kündigten und wechselten zu Unternehmen, die keinen strikten Bürozwang hatten und haben.
Bei Microsoft ging der Anteil der leitenden Angestellten an der Gesamtbelegschaft um mehr als fünf Prozentpunkte zurück, nachdem der Bürozwang in Kraft getreten war, so die Studie. Ähnlich war es bei Apple, dort waren es vier Prozent. Der Zusammenhang mit den Office-Mandaten ist auch daran gut zu erkennen, dass bei SpaceX, dem einzigen der drei Unternehmen von vollständigem Bürozwang (also ohne Hybridmodelle), der Rückgang bei 15 Prozent lag. Je strikter der Zwang, desto mehr Abwanderung gibt es also.
"Wir stellten fest, dass erfahrene Mitarbeiter, die von diesen Maßnahmen in großen Technologieunternehmen betroffen waren, anderswo Arbeit suchen und einige der wertvollsten Investitionen in Humankapital und Produktivitätsinstrumente mitnehmen", so Austin Wright, einer der Autoren der Studie. "Führungskräfte sollten die Präferenzen der Beschäftigten und die Marktchancen sorgfältig abwägen, wenn sie entscheiden, wann oder ob sie eine Rückkehr ins Amt anordnen."
Microsoft und Apple widersprechen
Microsoft widersprach den Ergebnissen der Studie allerdings und ließ ausreichten, dass die hybriden Modelle des Redmonder Konzerns nicht mit strikten Zurück-ins-Büro-Regelungen vergleichbar seien: "Wir haben einen hybriden Arbeitsplatz, der sich um Flexibilität und eine Mischung von Arbeitsstilen am Arbeitsplatz, am Arbeitsort und bei den Arbeitszeiten dreht." Auch Apple kritisierte die Studie und warf den Machern "ungenaue Schlussfolgerungen" vor.
Zusammenfassung
- Homeoffice war während der Pandemie eine Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit
- Nach der Pandemie zwangen viele Unternehmen ihre Mitarbeiter zurück ins Büro
- Mitarbeiter kündigten, wenn sie nicht mehr im Homeoffice arbeiten durften
- Unternehmen wie Apple, Microsoft und SpaceX führten Bürozwang ein
- Studie zeigte, dass Bürozwang zu erhöhten Kündigungen führte
- Hochqualifizierte Mitarbeiter wechselten zu Unternehmen ohne strikten Bürozwang
- Microsoft und Apple widersprachen den Ergebnissen der Studie
Siehe auch:
- Nordkorea bekommt durch Homeoffice-Trend Zugang zu "Westgeld"
- Homeoffice in Daten sichtbar: Autoverkehr in den Städten sinkt deutlich
- Homeoffice-Aus: Amazon-Mitarbeiter wollen nicht zum Büro umziehen
- Homeoffice: Fast ein Viertel der Deutschen bleibt zu Hause
- "Experiment gescheitert": OpenAI-Chef schimpft über Homeoffice
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