Frankreich: Strom aus den AKW wird zukünftig um zwei Drittel teurer
Die Richtung war aufgrund der Verhandlungen bereits länger klar und nun ist es offiziell: Der Strom aus den französischen Atomkraftwerken wird zukünftig deutlich teurer. Der Staat kann es sich nicht mehr leisten, die Betreibergesellschaft unbegrenzt zu subventionieren.
Bisher wurde die EDF staatlich verpflichtet, ihren Strom zu einem Großhandelspreis von 4,2 Cent pro Kilowattstunde abzugeben. Das ist schlicht nicht mehr haltbar, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Der Konzern machte 2022 bereits 18 Milliarden Euro Verlust und hat inzwischen einen Schuldenberg von 64,8 Milliarden Euro angesammelt, die als letzte Lösung irgendwann auch aus Steuergeldern abbezahlt werden müssten.
Um die Entwicklung zu bremsen, wurde der EDF jetzt genehmigt, den Strom aus den Atomkraftwerken zu einem höheren Preis abzugeben. Dies gilt zuerst für die 100 Milliarden Kilowattstunden, die nach einem festgelegten System an Wettbewerber abgegeben werden müssen. Später wird dies auch die Grundpreise abdecken, auf deren Grundlage sich die Abnehmerpreise für Unternehmen und Privatkunden berechnen.
Allein die Verlängerung der Betriebsdauer der bestehenden Blöcke auf 50 Jahre erfordert Schätzungen zufolge Investitionen von rund 66 Milliarden Euro, da viele Anlagen bereits ziemlich marode sind. Weiterhin sind deutlich über 50 Milliarden Euro für den Bau neuer Reaktoren vorgesehen. Angesichts dessen, dass alle europäischen AKW-Projekte in diesem Jahrtausend weit über die Finanzplanungen hinausschossen, dürfte dieser Betrag aber sehr optimistisch angesetzt sein.
Siehe auch:
EDF: Mit Schulden in die Ausgaben-Offensive
Der staatliche Energiekonzern EDF ist bereits hoch verschuldet und steht vor gewaltigen Problemen. Die bestehende Kraftwerksflotte ist veraltet und in den kommenden Jahren werden immer mehr Reaktoren stillgelegt werden müssen. Bereits jetzt ist der Wartungsaufwand sehr hoch. Hinzu kommt, dass neue Anlagen gebaut werden sollen, was sich im einzigen praktischen Fall als ebenfalls sehr viel teurer als erwartet herausstellte.Bisher wurde die EDF staatlich verpflichtet, ihren Strom zu einem Großhandelspreis von 4,2 Cent pro Kilowattstunde abzugeben. Das ist schlicht nicht mehr haltbar, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Der Konzern machte 2022 bereits 18 Milliarden Euro Verlust und hat inzwischen einen Schuldenberg von 64,8 Milliarden Euro angesammelt, die als letzte Lösung irgendwann auch aus Steuergeldern abbezahlt werden müssten.
Um die Entwicklung zu bremsen, wurde der EDF jetzt genehmigt, den Strom aus den Atomkraftwerken zu einem höheren Preis abzugeben. Dies gilt zuerst für die 100 Milliarden Kilowattstunden, die nach einem festgelegten System an Wettbewerber abgegeben werden müssen. Später wird dies auch die Grundpreise abdecken, auf deren Grundlage sich die Abnehmerpreise für Unternehmen und Privatkunden berechnen.
Optimistische Planung
Statt der 4,2 Cent werden es zukünftig 7 Cent pro Kilowattstunde sein. Das bedeutet also eine Steigerung um rund zwei Drittel. Inwieweit dies ausreichen wird, um die Finanzen der EDF in den Griff zu bekommen, bleibt abzuwarten. Komplett kostendeckend dürfte auch dieser Preis noch nicht sein, insbesondere dann nicht, wenn noch in neue Kernkraftwerke investiert werden soll.Allein die Verlängerung der Betriebsdauer der bestehenden Blöcke auf 50 Jahre erfordert Schätzungen zufolge Investitionen von rund 66 Milliarden Euro, da viele Anlagen bereits ziemlich marode sind. Weiterhin sind deutlich über 50 Milliarden Euro für den Bau neuer Reaktoren vorgesehen. Angesichts dessen, dass alle europäischen AKW-Projekte in diesem Jahrtausend weit über die Finanzplanungen hinausschossen, dürfte dieser Betrag aber sehr optimistisch angesetzt sein.
Zusammenfassung
- Strom aus französischen AKWs wird teurer
- Staat kann EDF nicht weiter subventionieren
- EDF mit 64,8 Milliarden Euro verschuldet
- Strompreis steigt von 4,2 auf 7 Cent/kWh
- Preissteigerung soll EDF-Finanzen helfen
- Investition von 66 Milliarden Euro nötig
- Neubau von AKWs kostet über 50 Milliarden Euro
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Christian Kahle
Redakteur bei WinFuture
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