Gerichtsurteil trifft Disney+, Abos verlieren Dolby Vision europaweit

Patentklagen, Gerichtsurteile und verschwundene Funktionen: Der Streaming-Anbieter Disney+ streicht nun in ganz Europa wieder die Unterstützung für Dolby Vision und 3D. Abonnenten des teuren Premium-Tarifs müssen auf dynamische Bildoptimierung verzichten.
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    Patentstreit trifft Disney+

    Der Streaming-Anbieter Disney+ deaktiviert laut heise in elf europäischen Ländern die Videoformate Dolby Vision und 3D. Grund dafür ist ein Urteil der Mannheimer Lokalkammer des Einheitlichen Patentgerichts. Das Gericht gab dem Patentverwerter InterDigital in einem Streit um Videocodierungstechniken recht.

    Betroffen ist das europäische Patent EP 2465265, das ein Verfahren für den Videokompressionsstandard HEVC schützt. Die Abkürzung steht für High Efficiency Video Coding, eine Technik, die große Videodateien effizient komprimiert. Die Unterlassungsverfügung gilt neben Deutschland für zehn weitere europäische Staaten, darunter Österreich, Frankreich und Italien.


    Premium-Abo verliert an Wert

    Die Funktionen fehlen in Deutschland bereits seit Ende 2025. Nach einem ersten Urteil des Landgerichts München I hatte Disney die Formate im Februar als Vorsichtsmaßnahme dann europaweit entfernt.

    Im März wurden sie außerhalb Deutschlands vorübergehend wieder aktiviert, bevor das Urteil des einheitlichen Patentgerichts nun eine erneute Abschaltung erzwang. Das Gericht hat die Position des Klägers gestärkt. Es kann grenzüberschreitende Entscheidungen für die Europäische Union treffen.

    Die Abschaltung betrifft ausschließlich Kunden, die den Premium-Zugang für monatlich 15,99 Euro oder jährlich 159,90 Euro gebucht haben. Für das Abonnement gelten damit jetzt veränderte Rahmenbedingungen. Zu den Nachteilen zählen der Wegfall der dynamischen Bildoptimierung durch Dolby Vision und die Entfernung der Inhalte im 3D-Format. Die hohe Auflösung in 4K UHD bleibt erhalten. Auch das statische Format HDR10 steht Nutzern weiterhin ohne Aufpreis zur Verfügung.

    Reaktion und mögliche Lösungen

    Dass neben Dolby Vision auch 3D-Filme aus dem Katalog verschwinden, liegt an der engen technischen Verknüpfung der beiden Standards. Das betrifft besonders Besitzer von modernen Mixed-Reality-Headsets. Konkurrenten zeigen derweil, wie sich das rechtliche Problem lösen lässt. Der Anbieter Amazon hat sich kürzlich mit InterDigital außergerichtlich geeinigt.

    So kann Amazon die Technik für Prime Video weiterhin rechtmäßig anbieten. Solche Patentstreitigkeiten sind in der Branche keine Seltenheit. Oft verlangen Patentverwerter hohe Lizenzgebühren für grundlegende Technologien, die in Industriestandards eingeflossen sind. HEVC ist der Nachfolger des weitverbreiteten Formats Advanced Video Coding und halbiert bei gleicher Bildqualität den benötigten Speicherplatz.

    Disney bedauert laut eigenen Angaben die Einschränkungen für seine Kunden und prüft derzeit rechtliche sowie technische Optionen. Das Unternehmen kann gegen das Urteil in Berufung gehen. Alternativ müsste sich der Unterhaltungskonzern mit dem Patentinhaber auf eine Lizenzgebühr einigen, um die Premium-Formate dauerhaft zurückzubringen.

    Nutzt ihr die Premium-Formate auf Disney+ und stört euch der Wegfall von Dolby Vision? Teilt eure Gedanken und Erfahrungen mit uns in den Kommentaren!

    Warum fehlt Dolby Vision bei Disney+?
    Disney+ musste die Premium-Funktionen aufgrund eines verlorenen Patentstreits deaktivieren. Der US-Patentverwerter InterDigital hat vor dem einheitlichen Patentgericht (EPG) eine Unterlassungsverfügung gegen den Streaming-Dienst erwirkt.

    Für IT-Anwender bedeutet das konkret: Wer einen teuren OLED-TV oder Monitor nutzt, bekommt aktuell nicht den maximalen Dynamikumfang geliefert. Der Wegfall betrifft ausschließlich das teuerste Premium-Abonnement des Dienstes.
    Welche EU-Länder sind nun betroffen?
    Neben Deutschland, wo die Einschränkungen bereits seit Ende 2025 gelten, sind nun zehn weitere europäische Staaten betroffen. Dazu zählen unter anderem Österreich, Frankreich, Italien, Schweden und die Niederlande.

    Wer beruflich oder privat viel reist und Disney+ im EU-Ausland nutzt, muss sich also auch dort auf eine reduzierte Bildqualität einstellen. In Nordamerika und anderen Regionen außerhalb der EU läuft Dolby Vision hingegen wie gewohnt weiter.
    Welche Bildformate bleiben erhalten?
    Die gute Nachricht für Heimkino-Fans: Die grundlegende Hochauflösung in 4K UHD bleibt vollständig erhalten. Auch das statische HDR-Format HDR10 steht weiterhin zur Verfügung, um verbesserte Kontraste zu liefern.

    Ein weit verbreitetes Gerücht besagte, dass Disney sämtliche HDR-Inhalte streicht. Das ist falsch: HDR10 war zwar kurzzeitig deaktiviert, ist aber mittlerweile wieder für alle Premium-Nutzer freigeschaltet worden.
    Warum sind auch 3D-Filme verschwunden?
    Neben Dolby Vision fehlen auch sämtliche 3D-Inhalte auf der Plattform. Dies betrifft insbesondere Nutzer von VR-Headsets wie der Apple Vision Pro, für die Disney+ bisher eine der wichtigsten Quellen für 3D-Filme war.

    Der Grund hierfür ist rein technischer Natur: Die 3D-Auslieferung bei Disney ist offenbar fest an den Dolby-Vision-Standard gekoppelt. Fällt das eine Format durch den Patentstreit weg, bricht automatisch auch die Unterstützung für das andere ab.
    Was hat HEVC mit dem Ausfall zu tun?
    Laut InterDigital dreht sich das verletzte Patent (EP 2465265) um spezielle Videocodierungstechniken im Zusammenhang mit dem HEVC-Standard (H.265). Dieser Codec ist in der IT-Welt der De-facto-Standard für hochauflösendes Streaming.

    Angeblich nutzt Disneys Implementierung von Dolby Vision exakt jene patentierten HEVC-Techniken, ohne dafür entsprechende Lizenzgebühren abzuführen. Die genauen technischen Zusammenhänge wurden in den Gerichtsdokumenten jedoch nicht öffentlich detailliert.
    Wann kommt Dolby Vision wieder zurück?
    Ein genaues Datum für die Rückkehr der Premium-Features gibt es derzeit nicht. Disney hat zwar die Möglichkeit, gegen das Urteil in Berufung zu gehen, doch solche juristischen Prozesse können sich über Jahre hinziehen.

    Branchenexperten vermuten, dass eine schnelle Lösung nur durch eine außergerichtliche Einigung - also die Zahlung von Lizenzgebühren an InterDigital - erreicht werden kann. Bis dahin müssen sich europäische Nutzer mit HDR10 begnügen.
    Zusammenfassung
    • Disney deaktiviert in Europa Dolby Vision und 3D wegen eines Patentstreits
    • Das Urteil betrifft die Videokompressions-Technik HEVC in elf EU-Staaten
    • Betroffen sind ausschließlich Abonnenten des teuren Disney-Premium-Zugangs
    • Grund ist eine Unterlassungsverfügung des Patentverwerters InterDigital
    • Die 4K-Auflösung und HDR10 stehen Kunden weiterhin ohne Aufpreis bereit
    • Disney prüft derzeit technische Lösungen oder eine mögliche Berufung ein

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