In Frankreich sind Solardächer auf Parkplätzen künftig vorgeschrieben

Der Kampf gegen den Klimawandel beginnt bei jedem einzelnen, doch das ist eben nur der Anfang. Denn auch Politik und Wirtschaft sind gefordert und Frankreich macht vor, wie es geht. Denn das Land hat beschlossen, dass große Parkplätze mit Solar überdacht werden müssen.
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Solar - kontra Kernkraft

Vor zwei Jahren war Frankreich das einzige europäische Land, das die Verpflichtungen zum Ausbau der erneuerbaren Energien nicht erfüllte. Grund dafür ist, dass sich die Grande Nation wie kein anderes Land in der EU auf die Kernkraft verlässt. Zwar erlebt diese Form der Energiegewinnung auch bei uns eine kleine Renaissance, das Beispiel Frankreich zeigt aber, dass das keine so gute Idee ist - denn die französischen AKW landen mit Regelmäßigkeit mit kleinen und großen Pannen in den Schlagzeilen.

Doch die französische Politik hat den Handlungsbedarf erkannt und nun ein Gesetz auf den Weg gebracht, das in Hinblick auf Solarausbau besonders weit geht - und auch nach einer sinnvollen Idee klingt. Denn laut Public Senat (via Engadget) hat der Senat, also das Oberhaus des französischen Parlaments, ein Gesetz gebilligt, das die Überdachung von Parkplätzen mit Solardächern vorsieht. Infografik Solarenergie: Photovoltaik wieder im AufwärtstrendSolarenergie: Photovoltaik wieder im Aufwärtstrend Ab einer Größe von 80 Stellplätzen wird es verpflichtend sein, diese zu überdachen. Hat ein Parkplatz bis zu 400 Plätze, bekommen dessen Besitzer ab Juli 2023 fünf Jahre Zeit, diese entsprechend auszurüsten. Bei größeren Flächen ist dieser Zeitrahmen sogar kürzer, nämlich drei Jahre. Allerdings muss nicht der gesamte Parkplatz überdacht werden, das Gesetz schreibt die Hälfte als Minimum vor.

Viele öffentliche Parkplätze

Laut den Verfassern des Gesetzes zielt dieser Plan vor allem auf Parkplätze an Autobahnen und Hauptverkehrsstraßen ab. Auf diese Weise könnte man bis zu elf Gigawatt generieren, heißt es - das entspricht der Leistung von zehn Kernreaktoren. Es gibt freilich zahlreiche Ausnahmen wie technische, architektonische und kulturelle Faktoren, auch das Vorhandensein vieler Bäume stellt ein Ausschlusskriterium dar.

Die Finanzierung ist in vielen (privaten) Fällen noch nicht klar, allerdings betrifft das Gesetz viele öffentliche Flächen. Die Idee klingt aber aus vielen Gründen gut, denn der so generierte Strom ist natürlich auch eine Einnahmequelle - und der Schatten ist auch für die Autobesitzer eine angenehme Sache.
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