Kosten für das Atomkraftwerk Sizewell C explodieren schon vor Baustart
Nachdem Großbritannien bereits mit dem Kernreaktor Hinkley Point C in massive finanzielle Schwierigkeiten geraten war, wird mit Sizewell C ein weiteres Großprojekt angegangen. Dessen Kostenplanung läuft jetzt bereits vor dem Baubeginn aus dem Ruder.
Trotz der Rekordsumme bleibt der britische Staat der Hauptfinanzierer des Projekts. Laut eines früheren Berichts wird die Regierung einen Anteil von 47,5 Prozent halten. Ein kleinerer Teil der Finanzierung - etwa 10,4 Milliarden Euro - soll durch eine Kapitalerhöhung mit Beteiligung privater Investoren aufgebracht werden.
Zu den größten privaten Geldgebern zählen demnach der kanadische Finanzinvestor Brookfield Asset Management, der 25 Prozent für rund 2,6 Milliarden Euro übernimmt, sowie der britische Energieversorger Centrica mit einem Anteil von 15 Prozent für 1,5 Milliarden Euro. EDF wird sich mit bis zu 1,3 Milliarden Euro beteiligen und eine Beteiligung von 12,5 Prozent halten.
Das neue Atomkraftwerk soll eine Leistung von 3,2 Gigawatt bereitstellen - genug, um etwa sechs Millionen britische Haushalte mit Strom zu versorgen. Die britische Regierung sieht das Projekt als wichtigen Bestandteil ihrer Strategie, die Stromerzeugung von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen.
Kritiker befürchten allerdings, dass die Belastung für Verbraucher mit der Zeit immer weiter steigen könnte. Die frühere Regierung hatte versichert, dass der Zuschlag in den ersten Jahren nur wenige Pfund pro Jahr betragen wird und in späteren Bauphasen etwa ein Pfund pro Monat betragen solle. Das Energieministerium wollte sich zu den neuen Zahlen bislang nicht äußern.
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Fast verdoppelt
Die britische Regierung wird voraussichtlich in den kommenden Tagen bekannt geben, dass die Investitionen für das geplante Atomkraftwerk Sizewell C in der Grafschaft Suffolk auf rund 44 Milliarden Euro steigen, berichtet die Financial Times. Damit liegt die neue Schätzung deutlich über den bislang kommunizierten 23 Milliarden Euro, die 2020 von der Regierung und dem französischen Energieunternehmen EDF, das den Bau umsetzen soll, genannt wurden. Grund für die Kostenexplosion sind unter anderem gestiegene Baukosten und höhere Rücklagen für unvorhergesehene Ausgaben.Trotz der Rekordsumme bleibt der britische Staat der Hauptfinanzierer des Projekts. Laut eines früheren Berichts wird die Regierung einen Anteil von 47,5 Prozent halten. Ein kleinerer Teil der Finanzierung - etwa 10,4 Milliarden Euro - soll durch eine Kapitalerhöhung mit Beteiligung privater Investoren aufgebracht werden.
Zu den größten privaten Geldgebern zählen demnach der kanadische Finanzinvestor Brookfield Asset Management, der 25 Prozent für rund 2,6 Milliarden Euro übernimmt, sowie der britische Energieversorger Centrica mit einem Anteil von 15 Prozent für 1,5 Milliarden Euro. EDF wird sich mit bis zu 1,3 Milliarden Euro beteiligen und eine Beteiligung von 12,5 Prozent halten.
Das neue Atomkraftwerk soll eine Leistung von 3,2 Gigawatt bereitstellen - genug, um etwa sechs Millionen britische Haushalte mit Strom zu versorgen. Die britische Regierung sieht das Projekt als wichtigen Bestandteil ihrer Strategie, die Stromerzeugung von fossilen Brennstoffen unabhängiger zu machen.
Nicht nur teurer Strom
Finanziert werden soll Sizewell C dabei über ein sogenanntes "Regulated Asset Base"-Modell. Bei diesem wird den Verbrauchern bereits mit Baubeginn ein Zuschlag auf die Stromrechnung gepackt. Man zahlt also als einfacher Nutzer im Voraus für ein Kraftwerk, das irgendwann mal teuren Strom liefern soll. Das Modell soll dafür sorgen, dass das Risiko für die privaten Investoren gesenkt wird, damit diese angesichts der ausufernden Kosten und der billigen Konkurrenz der Erneuerbaren nicht abspringen.Kritiker befürchten allerdings, dass die Belastung für Verbraucher mit der Zeit immer weiter steigen könnte. Die frühere Regierung hatte versichert, dass der Zuschlag in den ersten Jahren nur wenige Pfund pro Jahr betragen wird und in späteren Bauphasen etwa ein Pfund pro Monat betragen solle. Das Energieministerium wollte sich zu den neuen Zahlen bislang nicht äußern.
Zusammenfassung
- Kostenexplosion beim geplanten britischen Atomkraftwerk Sizewell C
- Investitionssumme steigt von 23 auf rund 44 Milliarden Euro vor Baubeginn
- Britische Regierung bleibt mit 47,5 Prozent Hauptfinanzierer des Projekts
- Private Investoren wie Brookfield und Centrica beteiligen sich mit Milliarden
- Das Kraftwerk soll 3,2 Gigawatt Leistung für sechs Millionen Haushalte liefern
- Finanzierung durch 'Regulated Asset Base'-Modell mit Zuschlägen für Verbraucher
- Kritiker befürchten steigende finanzielle Belastungen für Stromkunden
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