Hinkley Point C: Atomkraftwerksbau in UK hat plötzlich ein Problem

Der europäischen Atomkraftbranche droht ein weiterer herber Rückschlag. Die Fortsetzung des Baus des britischen Kernkraftwerks Hinkley Point C wird sich bestenfalls verzögern, nachdem einer der Hauptinvestoren abgesprungen ist.
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Niemals wirtschaftlich machbar

Das neue Kernkraftwerk wird federführend vom französischen Konzern EDF gebaut. Als Partner stand bisher die China General Nuclear Power Group (CGN) an der Seite des Unternehmens und beteiligte sich vor allem finanziell. Nun aber haben die Chinesen schon mehrere zugesagte Finanzierungsraten nicht bezahlt und ziehen sich wohl ganz aus dem Projekt zurück, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, berichtet.

Das stellt die Umsetzung des Kraftwerksprojekts durchaus infrage. Bereits bei der ursprünglichen Planung vor zehn Jahren war klar, dass Hinkley Point C nicht wirtschaftlich betrieben werden kann. Die britische Regierung sicherte daher zu, den Strom zu einer festen Einspeisevergütung abzunehmen. Nach dem vereinbarten Inflationsausgleich entspräche das heute schon einem Preis von 143 Euro pro Megawattstunde.


Seitdem haben sich die veranschlagten Baukosten allerdings bereits ordentlich gesteigert. Die ursprünglich prognostizierten 18,5 Milliarden Euro tendieren derzeit eher in Richtung 30 Milliarden Euro und es ist absehbar, dass diese Schätzung kaum zu halten sein wird, bis die Anlage vielleicht irgendwann in Betrieb geht.

Optimismus ist da

Es ist unklar, ob der Finanzierungsstopp der CGN für Hinkley vorübergehend oder endgültig ist, führten einige der Quellen aus. Sie fügten allerdings optimistisch hinzu, dass das Projekt in jedem Fall fortgesetzt werde. Ein Vertreter von EDF lehnte eine Stellungnahme ab, und CGN reagierte nicht auf Bitten um einen Kommentar.

Ob die EDF den Bau im Alleingang stemmen kann, ist unklar. Das Unternehmen ist bereits hoch verschuldet und hat Milliardeninvestitionen vor sich, um viele der französischen AKW so weit zu ertüchtigen, dass sie weiter betrieben werden können. Außerdem soll der Konzern neue Anlagen in Frankreich bauen, wo man zuletzt mit dem einzigen laufenden Bauprojekt massive Kostenexplosionen und enorme Verzögerungen zu verzeichnen hatte: Flamanville 3 sollte 2012 in Betrieb gehen und ist noch immer noch fertig.

Zusammenfassung
  • Europäische Atomkraft-Branche vor Rückschlag
  • Bau von Hinkley Point C verzögert sich
  • Hauptinvestor CGN springt ab
  • Britische Regierung garantiert feste Einspeisevergütung
  • Baukosten steigen von 18,5 auf 30 Milliarden Euro
  • Finanzierungsstopp durch CGN unsicher
  • EDF verschuldet und vor weiteren Milliardeninvestitionen

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