Tesla Grünheide: Umweltamt sieht "unüberwindliche Hindernisse"

Der Autohersteller Tesla wird sein Werk im brandenburgischen Grünheide nicht wie vorgesehen erweitern können. Das Landesumweltamt forderte Änderungen an dem Vorhaben zur Erweiterung der Batteriefabrik auf dem Werksgelände, da diese teilweise in einer Wasserschutzzone liege.
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Immer wieder die Wasserfrage

Nach Informationen des Tagesspiegels gebe es "unüberwindliche Hindernisse" für die von Tesla beantragte Teilgenehmigung. Neben der Erweiterung der Batterieproduktion betrifft dies auch die Recycling-Anlage für das Prozess-Wasser aus dem Werk. Hier geht es jeweils nicht um eine erwartbare Beeinträchtigung, sondern um die Frage, welche Risiken sich beispielsweise aus einer Havarie ergeben.

Wenn sich in den beiden beanstandeten Betriebsbereichen ein Unglück ereignet, könnten industrielle Chemikalien in das Grundwasser gelangen. Deshalb hatte bereits der Wasserverband Strausberg-Erkner (WSE) Bedenken angemeldet. Dieser bezieht das Trinkwasser unter anderem auch diesem Schutzgebiet und versorgt rund 170.000 Menschen in der Region.


Tesla hingegen teilt die Einschätzung des Landesumweltamtes - wenig überraschend - nicht. So verweist das Unternehmen vor allem darauf, dass die Planungen für die Erweiterung der Batterieproduktion kein Bestandteil des Teilgenehmigungsantrags für den größeren Werksausbau ist, mit dem die Kapazität der Autofertigung verdoppelt werden soll. Und beim Wasser-Recycling handle es sich letztlich auch nicht um ein neues Projekt, sondern lediglich um eine Umrüstung der bestehenden Anlage. Die Erweiterung der Kapazität in diesem Bereich, die für die große Werkserweiterung nötig wäre, soll später mit einer neuen Anlage außerhalb des Wasserschutzgebietes folgen.

Vielseitiges Problem

Um das Tesla-Werk gibt es aufgrund der Wasserfrage von Beginn an immer wieder Debatten. Denn die Fabrik ist ein neuer Großabnehmer in der Region, die zu einer der trockensten Gegenden Deutschlands und auch Europas gehört. Allerdings ist Tesla im Vergleich zu anderen Unternehmen in Brandenburg eher ein kleinerer Wasserverbraucher - von der Braunkohle-Industrie bis zur Erdöl-Raffinerie gibt es in der Umgebung deutlich schwerwiegendere Einflüsse.

Tesla versucht, das Problem kleinzuhalten und kündigte unter anderem an, auch die Verdoppelung der Kapazitäten auf bis zu eine Million Autos pro Jahr soll den Wasserverbrauch letztlich nicht steigern. Allerdings hat der Werksausbau auch noch andere Effekte auf die Versorgung - denn um die riesigen Werkshallen auf dem Sandboden der Region stabil bauen zu können, werden zehntausende Pfähle tief in den Boden getrieben - teilweise eben auch bis in die Grundwasser führenden Schichten.

Zusammenfassung
  • Tesla kann sein Werk in Grünheide nicht wie geplant erweitern.
  • Teilgenehmigung für Erweiterung der Batteriefabrik und Recycling-Anlage nicht möglich.
  • Wasserversorgung für 170.000 Menschen in Gefahr.
  • Tesla und Landesumweltamt streiten über Risiken von Havarien.
  • Verdoppelung der Kapazitäten soll Wasserverbrauch nicht erhöhen.
  • Bau der Werkshallen erfordert Pfähle tief in den Boden.
  • Debatten um Wasserfrage seit Beginn des Projekts.

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