Tesla hat ein "geheimes Team" geschaffen, das Beschwerden abwürgt

Die Reichweite von Elektroautos ist und bleibt für viele (Neu-)Besitzer ein zentrales Thema, denn diese ist einerseits nicht linear, andererseits bedarf das Ladenverhalten grundsätzlich einer gewissen Umstellung. Auch bei Tesla, wo man Beschwerden aber "unterdrückt".
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"Rosige" Anzeigen bei Tesla

Rund um Elektroautos gibt es seit bereits Jahren scheinbar ein einziges zentrales Thema, nämlich die Reichweite. Das geht so weit, dass fast alle Hersteller mit kleinen und größeren Tricks arbeiten, um in den Augen der potenziellen Kunden möglichst gut dazustehen. Reuters widmet der Angelegenheit aktuell einen größeren Bericht und sah sich vor allem an, wie Marktführer Tesla die Sache handhabt.

Und es ist ein alles andere als schmeichelhaftes Bild. Denn Tesla hat seine Support-Mitarbeiter angewiesen, Kundenbeschwerden zum Thema Reichweite so weit wie nur möglich abzuwürgen. Das Ziel: Tesla-Besitzer sollen davon abgebracht werden, ihr Fahrzeug zur Wartung zu bringen. Reuters schreibt, dass Tesla im vergangenen Sommer in aller Stille ein "Diversion Team" in Las Vegas gegründet habe, um so viele Reichweite-bezogenen Werkstatttermine wie nur möglich abzusagen bzw. verhindern. Laut dem Bericht wurde in Nevada jeder abgewendete Werkstatttermin regelrecht gefeiert, und zwar lautstark.


Das Ganze hat sich Tesla ein Stück weit selbst eingebrockt, denn die Terminanfragen basierten auf überzogenen Kundenerwartungen, die wiederum auf Angaben von Werbungen sowie der Schätzungen der Anzeige auf dem Dashboard im Auto begründet waren.

Dabei ist die Reichweitenanzeige von Tesla bewusst übertrieben worden oder zumindest wurde sie "rosiger" gemacht, schreibt Reuters. Denn die Vorhersage des Systems war optimistischer als die tatsächliche Reichweite in der Praxis. Erst als die 50 Prozent Ladestand erreicht wurden, gab die Anzeige realistischere Schätzungen ab.

Dies wurde von ganz oben angeordnet, so ein Informant: "Elon wollte eine gute Reichweite bei voller Aufladung angeben", sagte die Person und fügte hinzu: "Wenn du ein Auto kaufst, das eine Reichweite von 350 oder 400 Meilen (563 bzw. 644 Kilometer) hat, fühlst du dich gut." Laut der Nachrichtenagentur ist derzeit nicht klar, ob Tesla diesen zu optimistischen Algorithmus nach wie vor verwendet. Es ist aber bis heute keine Ausnahme, dass Behörden und Branchenorganisationen ungenaue Reichweitenangaben beklagen.

Zusammenfassung
  • Reichweite von Elektroautos zentrales Thema für Neu-Besitzer.
  • Tesla unterdrückt Beschwerden rund um Reichweite.
  • Tesla gründete "Diversion Team" zur Vermeidung von Werkstattterminen.
  • Tesla-Anzeige übertrieben optimistisch, um Reichweite zu "erhöhen".
  • Musk wollte gute Reichweite bei voller Aufladung.
  • Unklar, ob Tesla zu optimistischen Algorithmus noch verwendet.
  • Behörden und Branchenorganisationen klagen über ungenaue Reichweiten.

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