Spiele als Dauerwerbesendung:
EA plant Reklame 'direkt im Gameplay'

Electronic Arts hat eine neue Plattform vorgestellt, die personalisierte Werbung direkt in das Gameplay von Videospielen integriert. Während der Publisher von einem "Mehrwert" für die Spieler spricht, befürchten Gamer störende Unterbrechungen.
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WinFuture / KI-generiert

Werbung direkt im virtuellen Stadion

Bei Streaming-Portalen ist es mittlerweile schon normal geworden, dass Nutzer eine Abo-Gebühr bezahlen und trotzdem Werbung zu sehen bekommen. Dabei steigen die Preise immer weiter. Auch in der Spieleindustrie ist Werbung ein probates Mittel, um Einnahmen zu generieren. Bisher kam diese Praxis jedoch vor allem bei kostenlosen Handyspielen zu Einsatz. Doch nachdem bereits Xbox öffentlich über ein werbefinanziertes Game-Pass-Abo nachdenkt, dürfte Gamern bald auch Reklame in Vollpreistiteln begegnen.

So hat Electronic Arts mit EA Advertising eine neue Plattform vorgestellt, die personalisierte Werbung "direkt in das Gameplay" von Videospielen einbinden soll. Das Unternehmen plant, Markenbotschaften in Echtzeit in Titel wie EA Sports FC oder Madden NFL zu integrieren. Das Vorhaben zielt darauf ab, die monatlich über 120 Millionen aktiven Spieler für externe Werbekampagnen zu erschließen, um neben Formaten wie Ultimate Team noch mehr Einnahmequellen zu generieren.


Um die Ausspielung technisch zu optimieren, greift der Konzern auf einen Ad-Server sowie ein Software Development Kit zurück. Die Werkzeuge sollen tief in die Frostbite-Engine integriert werden. Das erlaubt es, Spielerdaten zu erfassen und zielgerichtete Kampagnen zu erstellen. Das System misst zudem die Sichtbarkeit der Anzeigen nach gängigen Industriestandards, um Werbekunden eine genaue Auswertung ihrer Investitionen zu ermöglichen.

Fokus auf große Markenpartnerschaften

Wie EA in seiner Pressemitteilung schreibt, zielt das Programm darauf ab, den Spielern "einen Mehrwert" zu bieten, ohne das Erlebnis zu stören. Zu den ersten Partnern gehören Konzerne wie Visa, Red Bull und Mountain Dew. Die Anzeigen sollen etwa auf digitalen Banden, klassischen Anzeigetafeln oder als gesponserte Herausforderungen erscheinen, bei denen Nutzer virtuelle Belohnungen freispielen können.

Die Umsetzung geht teilweise weit über einfache Plakate hinaus. So integrierte der Getränkehersteller Mountain Dew bereits ein komplett spielbares Team samt virtuellem Stadion und eigenem Maskottchen in den Titel College Football 26. Solche tiefgreifenden Kooperationen sollen laut dem Publisher die Authentizität der virtuellen Sportwelten unterstreichen, da Sponsoring auch bei realen Sportveranstaltungen allgegenwärtig ist.

Werbung trotz hohem Kaufpreis

Das Vorhaben weckt bei Anwendern dennoch Skepsis, da der Publisher in der Vergangenheit mehrfach mit ähnlichen Konzepten scheiterte. Bereits im Jahr 2008 sorgten statische Werbetafeln im Rennspiel Burnout Paradise für Unmut in der Community. Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Jahr 2020 im Kampfsporttitel UFC 4, als bildschirmfüllende Werbeeinblendungen mitten in den Matches auftauchten und nach Protesten rasch entfernt wurden.

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt die allgemeine Monetarisierungsstrategie. Aktuelle Videospiele kosten oft rund 60 Euro, dennoch werden Käufer nun mit zusätzlichen Werbebotschaften konfrontiert. Eine Reduzierung der Kaufpreise durch die neuen Einnahmen ist laut Ankündigungen nicht vorgesehen. Branchenvertreter wie der Take-Two-Chef Strauss Zelnick bezeichneten Werbung in Vollpreistiteln erst kürzlich als unfair gegenüber den Konsumenten. EA sieht das offensichtlich anders.

Wie steht ihr zu Werbung in Vollpreistiteln? Stören euch virtuelle Plakate oder erhöhen sie den Realismus? Teilt eure Meinung in den Kommentaren!
Zusammenfassung
  • Electronic Arts führt mit EA Advertising mehr Werbung in Videospielen ein
  • Die Reklame wird direkt in das Gameplay integriert
  • Marken wie Visa oder Red Bull nutzen digitale Banden für Werbebotschaften
  • Über 120 Millionen aktive Nutzer sollen jeden Monat erreicht werden
  • Für Vollpreisspiele sind trotz Werbung sind keine Preissenkungen vorgesehen
  • Frühere Versuche wie bei UFC 4 scheiterten an massiven Protesten der Spieler

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