Forscher bauen aus alten Handys erstaunlich leistungsstarke Server

Alte Smartphones landen oft in der Schublade, obwohl ihre Prozessoren noch viel Rechenleistung bieten. Ein neues Projekt zeigt nun, wie aus ausgemusterten Geräten ressourcenschonende und überraschend leistungsfähige Server-Cluster entstehen.
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Smartphones als Server-Cluster

Ein Projekt der University of California San Diego macht in Zusammenarbeit mit Google Research aus alten Smartphones leistungsstarke Data-Center-Cluster. Forscher der Universität bauen derzeit ein ressourcenschonendes Rechenzentrum, das im Herbst 2026 in Betrieb gehen soll. Dafür nutzen sie 2000 ausgemusterte Pixel-Smartphones. Das Ziel ist es, Studierenden günstige Cloud-Computing-Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Das Projekt soll zudem Elektroschrott und CO₂-Emissionen reduzieren.

Konsumenten tauschen ihre Mobiltelefone durchschnittlich alle vier Jahre aus. Die verbauten Prozessoren der ausgemusterten Smartphones bieten jedoch weiterhin eine hohe Rechenleistung. Bei der Single-Core-Performance übertreffen drei Jahre alte zusammengeschaltete Chips sogar oft herkömmliche Server-Prozessoren. Für den Einsatz im Rechenzentrum werden alle unnötigen Komponenten wie Bildschirme, Kameras und Sensoren sowie die Lithium-Ionen-Akkus der Geräte entfernt.


Übrig bleibt lediglich das Mainboard mit Prozessor und internem Speicher. Um die Hardware effizient zu nutzen, wird Android durch eine Standard-Linux-Distribution ersetzt. Wie Google Research in einem Blog-Beitrag erklärt, fallen dadurch Einschränkungen wie das Drosseln von Hintergrundanwendungen weg. Die Orchestrierungs-Software Kubernetes fasst anschließend 25 bis 50 Platinen zu einem Cluster zusammen. Ein solcher Verbund erreicht dann die Rechenleistung eines modernen Servers mit zwei Prozessorsockeln.

Vorteile für Bildungseinrichtungen

Das System bietet finanzielle und ökologische Vorteile für Universitäten mit begrenztem Budget. Erste Tests mit 20 Geräten zeigten, dass die Leistung für Programmieraufgaben von 75 Studierenden ausreicht, wobei die Latenzen geringer ausfielen als bei kommerziellen Cloud-Diensten. Ein Nachteil ist der kleine Arbeitsspeicher von acht bis zwölf Gigabyte pro Gerät. Zudem eignet sich das Konzept kaum für große Rechenzentren, da die Verwaltung zu komplex ist.

Testlauf für die Zukunft

Das geplante System mit insgesamt 2000 zusammengeschalteten Geräten soll zukünftig 100 Informatikkurse gleichzeitig unterstützen. Neben der Bereitstellung von günstiger Rechenleistung dient die Anlage auch als Testumgebung. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, wie zuverlässig handelsübliche Hardware unter dauerhafter Belastung in einem Rechenzentrum funktioniert. Wenn sich das Konzept bewährt, könnten bald weitere Universitäten oder andere Forschungseinrichtungen ihre IT-Infrastruktur mit recycelten Mobiltelefonen ausbauen.

Das Recycling von Smartphones für Server-Aufgaben spart Ressourcen. Ist das eine sinnvolle Wiederverwertung alter Elektronik oder nur Spielerei? Teilt eure Gedanken und Meinungen zu dem Ansatz gerne in den Kommentaren mit uns. Siehe auch:
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