Zum Nachteil der Kunden: Schufa will alle Energienutzer durchleuchten
Verbraucher- und Datenschützer laufen Sturm gegen ein neues Vorhaben der Schufa: Zusammen mit der Wirtschaftsauskunftei CRIF Bürgel sollen umfassende Datenbanken zu Strom- und Gaskunden entstehen. Eine der Folgen: Der Anbieterwechsel könnte systematisch erschwert werden.
Wie dem entsprechenden Bericht vom NDR zu entnehmen ist, wird die neue Datenbank aktuell unter dem Namen "Schufa-E-Pool" entwickelt. Der Stein des Anstoßes für Kritiker: Die Macher verfolgen die Ambition, möglichst jeden deutschen Strom- und Gaskunden und seine Anbieter-Historie zu erfassen. Wie der Bericht unter anderem den Datenschutzexperten und früheren Landesdatenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zitiert, ist ein solches Vorhaben aus seiner Sicht sehr kritisch zu sehen.
"Kunden werden so zum Freiwild der gesamten Branche", so Weichert. Die Folge, die der Experte erwartet: Verbraucher werden ihre Anbieter nicht mehr frei wählen können, ohne fürchten zu müssen, aufgrund von Eintragungen und Bewertungen in der Datenbank abgelehnt zu werden. Wie NDR ergänzt, werden schon aktuell 20 Prozent der Kunden bei einem Wechsel von Energieversorgern abgelehnt, diese Situation könnte sich durch die Datenbank deutlich verschärfen, so die Einschätzung der Kritiker.
Der Schufa-E-Pool soll alle Energie-Kunden durchleuchtbar machen
Bisher gibt es für den Austausch von Kundendaten im Bereich der Energieversorgung klare Grenzen. Anbieter dürfen nur Informationen übermitteln, wenn offene Rechnungen oder Betrugsfälle vorliegen. Wie der NDR in einer Recherche mit der Süddeutschen Zeitung jetzt erfahren hat, plant die Schufa zusammen mit dem Münchner Unternehmen CRIF Bürgel eine branchenweite Datenbank aufzubauen, die weit über das bisher Dagewesene hinausgeht.Wie dem entsprechenden Bericht vom NDR zu entnehmen ist, wird die neue Datenbank aktuell unter dem Namen "Schufa-E-Pool" entwickelt. Der Stein des Anstoßes für Kritiker: Die Macher verfolgen die Ambition, möglichst jeden deutschen Strom- und Gaskunden und seine Anbieter-Historie zu erfassen. Wie der Bericht unter anderem den Datenschutzexperten und früheren Landesdatenschutzbeauftragten von Schleswig-Holstein, Thilo Weichert, zitiert, ist ein solches Vorhaben aus seiner Sicht sehr kritisch zu sehen.
"Kunden werden so zum Freiwild der gesamten Branche", so Weichert. Die Folge, die der Experte erwartet: Verbraucher werden ihre Anbieter nicht mehr frei wählen können, ohne fürchten zu müssen, aufgrund von Eintragungen und Bewertungen in der Datenbank abgelehnt zu werden. Wie NDR ergänzt, werden schon aktuell 20 Prozent der Kunden bei einem Wechsel von Energieversorgern abgelehnt, diese Situation könnte sich durch die Datenbank deutlich verschärfen, so die Einschätzung der Kritiker.
Schufa wiegelt ab
Die Schufa selbst versucht gegenüber dem NDR dagegen die Wogen zu glätten. Der "Schufa-E-Pool" könnte derzeit nicht als "marktfähig" bezeichnet werden. Außerdem werde in der Datenbank "nach gegenwärtigem Entwicklungsstand lediglich die faktische und zeitliche Existenz des aktuellen Energiekontos gespeichert". Der nächste Schritt: Im November soll von den zuständigen Behörden darüber beraten werden, wie die Vorhaben der Schufa und ähnliche Projekte in Zukunft rechtlich bewertet werden.
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