Frühlingssonne und Corona-Stillstand: Strompreise drehen ins Negative

Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Bildquelle: Ian Muttoo / Flickr
Die Energiebranche steht derzeit vor gravierenden Problemen. Es wird aktuell viel zu viel Energie produziert - und zwar soviel, dass die Großhandelspreise zuweilen ins Negative rutschen. Die Erzeuger müssen also zahlen, um ihre Überproduktion loszuwerden. Am Montagmittag ist für gewöhnlich ein sehr hoher Stromverbrauch zu verzeichnen. An diesem Montag waren es bundesweit 64 Gigawatt. Das sind immerhin 4 Gigawatt weniger als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Wochen, als die Auswirkungen der Corona-Krise erst langsam begannen Wirkung auf das Alltagsleben zu zeigen. So berichtet es das Handelsblatt. Inzwischen ruht in vielen Betrieben die Arbeit, die Beschäftigten wurden über Kurzarbeitsregelungen nach Hause geschickt und der eigentlich recht stabil vorhersagbare Bedarf an Strom ist extrem gefallen.

Parallel dazu ist das Wetter immer besser geworden. Der graue Winterhimmel weicht der Frühlingssonne, die Tage werden länger und die zahlreichen Solaranlagen liefern auf Hochtouren. Tagsüber liegt der Verbrauch der privaten Haushalte aktuell etwas über dem Normalen, allerdings schlägt das in der Gesamtbetrachtung kaum ins Gewicht. Es müssten schon wirklich viele Fernseher in der Mittagszeit laufen, um eine abgeschaltete Industrieanlage zu kompensieren.

Es läuft auf Rekorde hinaus

Bereits jetzt gab es an der Strombörse 133 Stunden, in denen der Energiepreis ins Negative rutschte. Im gesamten letzten Jahr waren es gerade einmal 211. Daher dürfte dieser Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Laufe des ersten Halbjahres übertroffen werden. Auf den daraus resultierenden Kosten bleibt die Energiebranche aber nicht allein sitzen.

Viele Großabnehmer aus der Industrie haben immerhin relativ feste Abnahmemengen vereinbart, um niedrige Preise zu bekommen. In den Verträgen gibt es zwar einen gewissen Spielraum, doch dieser ist in einer Situation, wie sie aktuell herrscht, schnell ausgeschöpft. Die Abnehmer müssen dann im Grunde selbst dafür sorgen, dass sie ihre überschüssige Energie loswerden - sie müssen also zusätzlich dafür bezahlen, dass sie von anderen Marktteilnehmern aufgekauft wird. Zuweilen kann es da billiger sein, mit einer Rumpfbelegschaft die Maschinen in Werken leer laufen zu lassen - aber auch das ist nicht immer möglich.

Siehe auch:


Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Ian Muttoo / Flickr
Diese Nachricht empfehlen
Kommentieren38
Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Kommentar abgeben Netiquette beachten!
Einloggen

Jetzt als Amazon Blitzangebot

Ab 10:30 Uhr Doogee S40 Lite SmartphoneDoogee S40 Lite Smartphone
Original Amazon-Preis
93,99
Im Preisvergleich ab
89,99
Blitzangebot-Preis
79,89
Ersparnis zu Amazon 15% oder 14,10

WinFuture Mobil

WinFuture.mbo QR-Code Auch Unterwegs bestens informiert!
Nachrichten und Kommentare auf
dem Smartphone lesen.

Folgt uns auf Twitter

WinFuture bei Twitter

Interessante Artikel & Testberichte

WinFuture wird gehostet von Artfiles

Tipp einsenden