Frühlingssonne und Corona-Stillstand:
Strompreise drehen ins Negative
Die Energiebranche steht derzeit vor gravierenden Problemen. Es wird aktuell viel zu viel Energie produziert - und zwar soviel, dass die Großhandelspreise zuweilen ins Negative rutschen. Die Erzeuger müssen also zahlen, um ihre Überproduktion loszuwerden.
Am Montagmittag ist für gewöhnlich ein sehr hoher Stromverbrauch zu verzeichnen. An diesem Montag waren es bundesweit 64 Gigawatt. Das sind immerhin 4 Gigawatt weniger als zum gleichen Zeitpunkt vor vier Wochen, als die Auswirkungen der Corona-Krise erst langsam begannen Wirkung auf das Alltagsleben zu zeigen. So berichtet es das Handelsblatt. Inzwischen ruht in vielen Betrieben die Arbeit, die Beschäftigten wurden über Kurzarbeitsregelungen nach Hause geschickt und der eigentlich recht stabil vorhersagbare Bedarf an Strom ist extrem gefallen.
Parallel dazu ist das Wetter immer besser geworden. Der graue Winterhimmel weicht der Frühlingssonne, die Tage werden länger und die zahlreichen Solaranlagen liefern auf Hochtouren. Tagsüber liegt der Verbrauch der privaten Haushalte aktuell etwas über dem Normalen, allerdings schlägt das in der Gesamtbetrachtung kaum ins Gewicht. Es müssten schon wirklich viele Fernseher in der Mittagszeit laufen, um eine abgeschaltete Industrieanlage zu kompensieren.
Viele Großabnehmer aus der Industrie haben immerhin relativ feste Abnahmemengen vereinbart, um niedrige Preise zu bekommen. In den Verträgen gibt es zwar einen gewissen Spielraum, doch dieser ist in einer Situation, wie sie aktuell herrscht, schnell ausgeschöpft. Die Abnehmer müssen dann im Grunde selbst dafür sorgen, dass sie ihre überschüssige Energie loswerden - sie müssen also zusätzlich dafür bezahlen, dass sie von anderen Marktteilnehmern aufgekauft wird. Zuweilen kann es da billiger sein, mit einer Rumpfbelegschaft die Maschinen in Werken leer laufen zu lassen - aber auch das ist nicht immer möglich.
Parallel dazu ist das Wetter immer besser geworden. Der graue Winterhimmel weicht der Frühlingssonne, die Tage werden länger und die zahlreichen Solaranlagen liefern auf Hochtouren. Tagsüber liegt der Verbrauch der privaten Haushalte aktuell etwas über dem Normalen, allerdings schlägt das in der Gesamtbetrachtung kaum ins Gewicht. Es müssten schon wirklich viele Fernseher in der Mittagszeit laufen, um eine abgeschaltete Industrieanlage zu kompensieren.
Es läuft auf Rekorde hinaus
Bereits jetzt gab es an der Strombörse 133 Stunden, in denen der Energiepreis ins Negative rutschte. Im gesamten letzten Jahr waren es gerade einmal 211. Daher dürfte dieser Wert mit hoher Wahrscheinlichkeit schon im Laufe des ersten Halbjahres übertroffen werden. Auf den daraus resultierenden Kosten bleibt die Energiebranche aber nicht allein sitzen.Viele Großabnehmer aus der Industrie haben immerhin relativ feste Abnahmemengen vereinbart, um niedrige Preise zu bekommen. In den Verträgen gibt es zwar einen gewissen Spielraum, doch dieser ist in einer Situation, wie sie aktuell herrscht, schnell ausgeschöpft. Die Abnehmer müssen dann im Grunde selbst dafür sorgen, dass sie ihre überschüssige Energie loswerden - sie müssen also zusätzlich dafür bezahlen, dass sie von anderen Marktteilnehmern aufgekauft wird. Zuweilen kann es da billiger sein, mit einer Rumpfbelegschaft die Maschinen in Werken leer laufen zu lassen - aber auch das ist nicht immer möglich.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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