Stille Helden der Krise: Energie-Fachleute arbeiten abgeschottet weiter

Energie, Strom, Leitung, Smart Grid Bildquelle: Ian Muttoo / Flickr
Die Basis für die zahlreichen Notmaßnahmen und auch eine erträgliche Isolation in der Corona-Krise ist die fortlaufende Verfügbarkeit elektrischen Stroms. Die Beschäftigten in der Energiewirtschaft leisten ungesehen Unglaubliches. Das zeigt sich unter anderem am Beispiel des Energiekonzerns Eon, der ohnehin gerade seine Bilanzen präsentierte und im Zuge dessen auch einen Einblick in die aktuelle Lage geben kann. "Wir halten den essentiellen Geschäftsbetrieb aufrecht", erklärte Firmenchef Johannes Teyssen. Niemand wisse zwar wie lange die Krise dauern wird, doch sei er sich sicher, dass Eon durchgehend die Energie liefern kann, die benötigt wird. Die Weichen dafür habe man früh gestellt, führte er laut einem Bericht der Rheinischen Post aus.

In anderen Bereichen wie in den Krankenhäusern, im Einzelhandel und bei den Behörden ist oft direkt sichtbar, welch schwierige Aufgaben die Beschäftigten meistern. Bei der Stromversorgung sieht es nicht anders, ja zum Teil sogar noch härter aus. Denn die Energieversorger dürfen nicht riskieren, dass ihnen ein signifikanter Teil der Belegschaft wegfällt - denn wenn es zu Problemen in der Stromversorgung kommt, sind auch alle anderen Mühen zur Bewältigung der Krise hinfällig.

Nicht alles geht vom Home-Office

Auch Eon hat zwar die Mitarbeiter, bei denen das möglich war, ins Home-Office geschickt, doch sind von insgesamt 75.000 Angestellten noch immer 14.000 vor Ort im Einsatz. Kraftwerke lassen sich eben nicht vom Küchentisch aus betreiben und auch Leitungsschäden beheben sich nicht von allein. Die Netzleitstellen seien weiterhin 24 Stunden am Tag besetzt, um die Stromflüsse zu regulieren.

Ein Teil dieser Beschäftigten arbeitet dabei unter krassen Bedingungen: Eon hat eine Reihe von kleinen Teams regelrecht kaserniert. Um auf keinen Fall einem Ansteckungsrisiko ausgesetzt zu sein, haben sie Schlafplätze in der Nähe der Netzleitstellen bezogen. Sie arbeiten und leben hier in kleinen Teams, die aus Gründen des Infektionsschutzes auch keinen Kontakt zueinander haben.

Diese Energie-Experten sind es letztlich, die ein enormes Opfer bringen, damit die Krankenhäuser weiter arbeiten und die Menschen in ihren Wohnungen Videostreaming zum Zeitvertreib nutzen können. "Das ist eine Zumutung, wir sind den Mitarbeitern zu großem Dank verpflichtet", so der Eon-Chef. Und dies dürfte er nicht nur aus Sicht eines Managers meinen.

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