Spekulieren bis zum Blackout:
Netzagentur rügt Strom-Händler
An drei Tagen des vergangenen Jahres wurde der Strom in den deutschen Energienetzen so knapp, dass ein Blackout drohte. Schuld war allerdings nicht irgendein Problem im Zusammenhang mit der Energiewende, sondern schamlose Spekulationen.
Seitdem die Energieversorgung liberalisiert wurde, können die verschiedenen Unternehmen, die in dem Sektor aktiv sind, frei mit Stromkontingenten handeln. Gesetzlich sind sie allerdings verpflichtet, dafür zu sorgen, dass am Ende Einspeisung und Entnahme ausgeglichen sind. Wenn allerdings die Preisentwicklung besonders interessant ist, gewinnt die Gier der Spekulanten schnell überhand und das System kann aus dem Gleichgewicht kommen.
Das führte dazu, dass im letzten Jahr mehrfach nicht genug Strom in die Versorgernetze eingespeist wurde. Die Betreiber mussten kurzfristig Energie im Ausland zukaufen, um zu verhindern, dass es zu so starken Engpässen kommt, dass womöglich sogar eine Kettenreaktion in den Blackout führt. Insgesamt ging es um drei Tage, an denen die Lage ziemlich kritisch wurde, berichtet der Spiegel.
Normalerweise müssen die Händler genau soviel Strom einkaufen, wie sie verkaufen. Für den Fall, dass es hierbei zu Schwierigkeiten kommt, gibt es noch die so genannte Ausgleichsenergie, mit denen die Versorger einspringen können. Diese ist aber normalerweise teurer als der Strom an den Börsen. In den genannten Fällen haben die Händler aber darauf spekuliert, dass die Einkaufspreise über den Ausgleichspreisen liegen und vermieden einfach den Zukauf von ausreichend Energie.
Das führte dazu, dass im letzten Jahr mehrfach nicht genug Strom in die Versorgernetze eingespeist wurde. Die Betreiber mussten kurzfristig Energie im Ausland zukaufen, um zu verhindern, dass es zu so starken Engpässen kommt, dass womöglich sogar eine Kettenreaktion in den Blackout führt. Insgesamt ging es um drei Tage, an denen die Lage ziemlich kritisch wurde, berichtet der Spiegel.
Sechs Verfahren
Die Bundesnetzagentur hat daraufhin Ermittlungen gegen insgesamt sechs Unternehmen eingeleitet. Drei Verfahren wurden nun abgeschlossen. In einem Fall stellte man die Untersuchungen ohne weitere Folgen ein. Bei den Unternehmen Energie Vertrieb Deutschland (EVD) und Optimax Energy wurde allerdings eine Schuld an der Lage festgestellt. Diese Firmen erhielten erst einmal eine Rüge, die keine direkten Folgen nach sich zieht, aber als eine Art letzte Warnung zu verstehen ist. Die drei übrigen Verfahren dauern noch an.Normalerweise müssen die Händler genau soviel Strom einkaufen, wie sie verkaufen. Für den Fall, dass es hierbei zu Schwierigkeiten kommt, gibt es noch die so genannte Ausgleichsenergie, mit denen die Versorger einspringen können. Diese ist aber normalerweise teurer als der Strom an den Börsen. In den genannten Fällen haben die Händler aber darauf spekuliert, dass die Einkaufspreise über den Ausgleichspreisen liegen und vermieden einfach den Zukauf von ausreichend Energie.
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Christian KahleRedakteur für Forschung, Energie und Raumfahrt
Begleitet die IT-Branche seit dem Dotcom-Boom, Informatik studierte er in Berlin. Sein Spektrum reicht von Quantencomputern über Solarstrom bis zur Raumfahrt.
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