Blizzard deaktiviert Authentifizierung, damit sich keiner mehr abmeldet

China, Blizzard, Boykott Bildquelle: Twitter
Blizzard, Entwickler von Megahits wie WoW und Overwatch, hat am Wochenende einen Hearthstone-Profi wegen einer politischen Äußerung suspendiert und ihm auch Preisgelder gesperrt. Das wurde kritisiert und löste u. a. Boykottaufrufe aus. Zur Erinnerung: Der Hearthstone-Profi Ng Wai "Blitzchung" Chung hat vor kurzem ein Interview gegeben, in dem er - Gasmaske und Skibrille tragend - seine Unterstützung für die Demokratie-Bewegung in Hongkong zum Ausdruck gebracht hat. Blizzard, das sich jegliche politische Stellungnahmen seiner Spieler verbietet, hatte dafür kein Verständnis und griff mit aller Härte durch.

Soll Boykott verhindert werden?

Dieser "Kniefall" vor China wurde vielfach kritisiert. Zahlreiche Kunden schlossen sich Boykottaufrufen an und begannen, ihre Konten bei Blizzard zu löschen bzw. Abos bei World of Warcraft und Co. zu beenden. Dazu kamen auch noch weitere kreative Protestaktionen, unter anderem wurde der chinesische Overwatch-Charakter Mei zur Protest-Ikone umgewandelt.

Die Kontolöschungen treffen Blizzard aber dort, wo es am meisten wehtut, nämlich in den Finanzen. Und offenbar versucht Blizzard, den Shitstorm auf wenig sympathische Weise auszusitzen bzw. zu unterbinden. Denn zahlreiche Spieler berichten, dass Blizzard das Löschen von Konten derzeit blockiert.

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Authentifizierungsmethoden deaktiviert

Auf Twitter bestätigen zahlreiche Gamer, dass Blizzard es derzeit unmöglich macht, ein Konto zu löschen. Laut Charlotte Mather wurden alle vier Authentifizierungsmethoden deaktiviert, damit kann man eine Abmeldung nicht bestätigen. Die Nachricht, die man hier zu sehen bekommt ist technischer Natur: "Aufgrund zu vieler Versuche, wurde (die jeweilige Authentifizierungsmethode) gesperrt. Bitte versuchen Sie eine andere Methode zur Verifizierung."

Man kann deshalb nicht ausschließen, dass Blizzard derzeit tatsächlich technische Probleme hat, sehr wahrscheinlich ist das jedoch nicht. Denkbar ist aber auch, dass die Masse an Löschversuchen die Blizzard-Systeme derzeit völlig überlastet. Das Unternehmen selbst äußert sich dazu nicht.

Noch lange nicht ausgestanden

So oder so: Blizzard hat ein massives Problem, das immer größer wird. Denn es brodelt an allen Ecken und Enden: Mittlerweile haben sich auch US-Politiker eingeschaltet und kritisieren den Entwickler, auch intern gibt es Proteste: So hat laut The Daily Beast am Dienstag eine kleine Gruppe an Blizzard-Mitarbeitern aus Protest die Arbeit niederlegt. China, Blizzard, Boykott China, Blizzard, Boykott Twitter
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