Boykottaufrufe gegen Blizzard nach Ausschluss von Hearthstone-Profi

Blizzard, Protest, HearthStone, Hongkong, Blitzchung Bildquelle: Inven Global/Twitter
Für Blizzard und viele weitere westliche Unternehmen ist China vor allem eines: ein riesiger Markt. Entsprechend will man vermeiden, die chi­ne­si­sche Staatsführung zu verärgern. Im Fall der Suspendierung eines Hearthstone-Profis geht das derzeit nach hinten los. In Hongkong kommt es seit Wochen und Monaten zu teilweise gewalttätigen Protesten gegen die Regierung, die Demonstranten fordern, die der ehemaligen britischen Kronkolonie garantierte Demokratie zu respektieren und zu erhalten. Sie fürchten, dass Regierungschefin Carrie Lam die Autonomie der Stadt ("Ein Land, zwei Systeme") immer mehr zugunsten Chinas aufweicht.

Mit aller Härte gegen Blitzchung

Der Hearthstone-Profi Ng Wai "blitzchung" Chung hat während einer Live-Übertragung nach einer Partie beim Asia Pacific Hearthstone Grandmasters in einem Interview seine Sympathien für die Proteste in seiner Heimat zum Ausdruck gebracht. Er zog eine Skibrille und Gasmaske (eine Anspielung auf Tränengas) an und sprach sich für die "Befreiung" Hongkongs aus.

Für Blizzard, das bei seinen Veranstaltungen umfassende und weitreichende Freiheiten hat, war das ein Verstoß gegen die Regeln und man suspendierte Chung. Mehr als das, Blizzard ging mit aller Härte gegen den Hearthstone-Spieler vor. Er wurde für ein Jahr gesperrt und muss zudem auf alle Preisgelder verzichten.


#BoycottBlizzard und andere kreative Proteste

Blizzard, das auch geschäftliche Verbindungen nach China hat (Tencent besitzt fünf Prozent an Activision Blizzard), wollte damit ein Exempel statuieren, da man sich jedwede politische Meinungsäußerung verbietet. Doch die Sache könnte nach hinten losgehen. Denn zahlreiche Nutzer haben einen Boykott von Blizzard und seiner Spiele angekündigt. Und sieht man sich bei Twitter mit dem Hashtag #BoycottBlizzard um, dann folgen viele diesem Aufruf.

Auch auf Reddit findet man zahlreiche Threads, die Blizzard kritisieren. Auch auf r/HongKong ist das natürlich ein Thema, dort hatten Redditoren auch die Idee, Overwatch-Charakter Mei zu instrumentalisieren. Denn die chinesische Figur wird nun in diverse Pro-Hongkong-Bilder montiert und mit Symbolen versehen. Der ursprüngliche Beitrag ironisch dazu: "Es wäre so eine Schande, wenn Mei zu einem Pro-Demokratie-Symbol wird und Blizzards Spiele in China verbannt werden."

Auch Chung hat sich mittlerweile wieder zu Wort gemeldet und bereut nichts: "Ich habe vier Jahr in Hearthstone investiert, also habe ich nur vier Jahre meines Lebens verloren. Aber wenn Hongkong verliert, dann wird das für immer sein." Blizzard, Protest, HearthStone, Hongkong, Blitzchung Blizzard, Protest, HearthStone, Hongkong, Blitzchung Inven Global/Twitter
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