Microsoft: Rekordeinnahmen - doch die wichtigsten Produkte straucheln

Bei den Microsoft-Anlegern ist die Jubelstimmung der letzten Zeit erst einmal vorbei. Das Unternehmen konnte das zurückliegende Quartal zwar mit ziemlich guten, aber eben auch nicht gerade mit zukunftsweisenden Ergebnissen abschließen. Auf den starken Zahlen sollten sich die Redmonder also auf keinen Fall ausruhen. Die reinen Ergebnisse sind erst einmal hervorragend: Der Umsatz ist inzwischen auf 32,5 Milliarden Dollar geklettert und erreichte damit einen neuen Höchststand. Und unterm Strich verblieb ein Netto-Überschuss von 8,4 Milliarden Dollar. Bemerkenswert entwickelte sich dabei das Hardware-Geschäft mit Surface-Systemen, wo die Einnahmen um 39 Prozent auf nun schon 1,86 Milliarden Dollar stiegen. Das ist kaum verwunderlich, da die neuen Geräte bei den Nutzern sehr gut ankommen.

Und auch beim Gaming entwickelt sich Microsoft äußerst stark. Der Hardware-Umsatz ging hier zwar deutlich zurück, was aber schlicht daran liegt, dass die Nutzer langsam aber sicher zurückhaltend mit dem Kauf neuer Konsolen werden. Immerhin ist das jüngste Upgrade nun auch schon eine Weile auf dem Markt und man kann sich langsam auf den Start der nächsten Generation vorbereiten. Die inzwischen hinreichend große Installationsbasis sorgt hier aber dafür, dass Microsoft 8 Prozent mehr Einnahmen aus der Sparte ziehen konnte. Microsoft: Umsatz 19Q2Umsatz-Entwicklung bei Microsoft (in Milliarden Dollar)

Es knirscht bei Windows

Schwieriger sieht es da schon im Windows-Segment aus, das nicht nur das eigentliche Kerngeschäft Microsofts ist. Die Plattform legt auch die Basis für den Erfolg verschiedener anderer Geschäftsbereiche. Im wenig spektakulären, aber extrem wichtigen Geschäft mit Business-Kunden gingen die Lizenzumsätze hier um immerhin 5 Prozent zurück, was sich im Wesentlichen mit den Verkaufszahlen neuer PCs in dem Sektor deckt. Im Privatkundengeschäft fielen die Einnahmen sogar um 11 Prozent, wofür das Microsoft-Management einen "anhaltenden Druck in der Einsteiger-Kategorie" verantwortlich macht - oder klarer gesagt: Der Erfolg der Chromebooks macht dem Unternehmen inzwischen sichtbar zu schaffen.

Bei den Cloud-Services der Azure-Sparte konnte Microsoft ein Wachstum um 76 Prozent vermelden. Das klingt weiterhin ziemlich beeindruckend. Der aufmerksame Beobachter verweist dann allerdings gern darauf, dass in den zurückliegenden Quartalsberichten Wachstumszahlen vermeldet wurden, die jeweils einer Verdoppelung der Einnahmen entsprachen. Das kann natürlich nicht immer so weitergehen, die Frage ist allerdings, wann dieser Punkt letztlich erreicht wird. Bei Microsoft kann man nun wahrscheinlich sagen: Jetzt.

Auch wenn einige Sparten und auch das gesamte Unternehmen eigentlich sehr gut dastehen, sind es eben doch die tendenziell negativen Tatsachen aus zwei der wichtigsten Geschäftsbereiche der Redmonder, die erst einmal dafür sorgten, dass der Aktienkurs nachgab. Hier darf man nun gespannt sein, ob das Management kurzfristig dafür sorgen kann, die Anleger zu beruhigen.

Jetzt einen Kommentar schreiben


Alle Kommentare zu dieser News anzeigen
Microsofts Aktienkurs in Euro
Beliebte Microsoft-Downloads
Interessante Artikel & Testberichte
Tipp einsenden
❤ WinFuture unterstützen
Sie wollen online einkaufen? Dann nutzen Sie bitte einen der folgenden Links, um WinFuture zu unterstützen: Vielen Dank!