Microsoft steckt jetzt sogar schon Ressourcen in die Eisenbahn

Bei Microsoft ist man offenbar bereit, noch viel mehr selbst für die Infrastruktur-Entwicklung rund um den Firmensitz zu tun, als bisher. Denn der aktuelle Ausbau und die Modernisierung des Campus' in Redmond verweist darauf, dass der Konzern langfristig vor Ort sein will, was auch einschließt, dass die Umgebung passend gestaltet werden sollte. Denn in den USA herrscht ein massiver Konkurrenzkampf um die Fachkräfte. Hier hilft es schlicht nicht, wenn einfach ordentliche Gehälter gezahlt werden. Denn auch das Lebensumfeld muss passen, wenn man gute Leute anlocken will. Bei Microsoft hat man das verstanden und investiert entsprechend. Und nicht nur in Wohnraum, der für Menschen bezahlbar ist, die in Jobs arbeiten, die keine hohen Gehälter abwerfen. Seit einigen Monaten engagiert sich das Unternehmen auch im Ausbau von Eisenbahn-Verbindungen.

So hat sich Microsoft kürzlich schonmal an der Finanzierung einer Untersuchung beteiligt, die nach wirtschaftlichen Optionen für eine Schnellbahn-Strecke sucht. Gemeinsam mit den Transport-Behörden der Bundesstaaten Washington und Oregon steckte Microsoft 1,5 Millionen Dollar in das Projekt. In den kommenden Jahren wird hier wohl noch einiges mehr vom Software-Konzern in den Ausbau der Bahn fließen.


Bisher nur Bummelzüge

Das Problem besteht darin, dass die Zugverbindung zwischen Portland und Seattle sehr zu wünschen übrig lässt. Für die etwa 270 Kilometer weite Strecke benötig man mit Amtrak stattliche dreieinhalb Stunden und es fahren auch nur vier Züge am Tag. Damit ist der Zug schlicht keine sinnvolle Alternative zu Reisen mit dem Auto oder dem Flugzeug. Ein Problem besteht unter anderem darin, dass in den USA Güterzüge Vorrang vor dem Personenverkehr haben und die Passagiere so auf dem allgemeinen Schienennetz nur langsam vorankommen.

Geprüft wird daher nun der Bau einer Schnellzugstrecke. Auf einer komplett eigenen Trasse könnten hier Portland und Seattle mit den kanadischen Nachbarn in Vancouver und darüber hinaus verbunden werden. Für die Region, die eigentlich ein weiträumig zusammenhängendes Wirtschaftsgebiet darstellt, wäre das aller Voraussicht nach ein enormer Fortschritt. Und Microsoft gehört zu jenen Kräften, die schon seit einiger Zeit ordentlich Druck machen, um den Ausbau voranzubringen.

Die Eisenbahn ist aber nicht das einzige Verkehrsprojekt, an dem sich Microsoft beteiligt. Der Konzern hat auch seinen Teil zur Realisierung zum so genannten "Nerd Bird" beigetragen. Dabei handelt es sich um einen Linienbetrieb von Wasserflugzeugen, die vor allem Mitarbeiter von IT-Unternehmen zwischen Seattle und Vancouver transportieren.

Siehe auch: Region Seattle: Microsoft steckt 500 Mio. $ in bezahlbaren Wohnraum
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