Kompatibilität mit Anwendungen:
Microsoft macht 280.000 Tests täglich

Kompatibilitätsprobleme sind ein IT-Dauerbrenner. Microsoft widmet sich derzeit stark lösungsorientiert dem Thema, um auch jene Nutzer, die noch immer mit Windows 7 arbeiten, binnen des kommenden Jahres zum Upgrade auf Windows 10 zu bringen. Aktuell erschien ein umfassender Bericht, dessen wichtigste Punkte WinFuture.de zusammengefasst hat.
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Microsoft
Unter der Überschrift "Application compatibility in the Windows ecosystem" (zu Deutsch etwa Anwendungskompatibilität im Windows-Ökosystem) gewährt Microsoft Einblicke in die Arbeits- und Teststrukturen im Unternehmen.

Die Autoren sind keine geringeren als Mike Fortin, Windows-Vorstand bei Microsoft und Mete Goktepe, Manager für Daten und Entwicklung. Der Tenor wird schnell deutlich: Fortin will einen guten Eindruck machen und aufzeigen, dass in seiner Abteilung auf breiter Front gegen Probleme vorgegangen wird. Obwohl der Artikel teils sehr allgemein formuliert und Fortin sehr darauf bedacht ist keine Firmeninterna preiszugeben, bietet der Beitrag interessante Einblicke in die Microsoft-Methodik.

Die wichtigsten Aussagen:

  • Das Microsoft-Anwendungs-Ökosystem umfasst mehrere Millionen Anwendungen mit zahlreichen Versionen, Sprachen, Architekturen, Services und Konfigurationsoptionen. Dafür ist die Microsoft-Vision eine simple: Alle Anwendungen sollen einfach funktionieren.
  • Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Partnern, um die Anwendungskompatibilität für jede unterstützte Windows-Version zu messen, zu überprüfen und zu verbessern.
  • Für die Zusammenarbeit mit den Herstellern von Antivirus-Software gibt es ein spezielles Partnerprogramm. Die Zusammenarbeit erfolgt mit internen, aber auch externen Entwicklern.
  • Microsoft investiert stetig in neue Methoden und Produktverbesserungen.
  • Bekannte Software wird von Microsoft permanent auf ihre Kompatibilität getestet. Jeden Tag werden 280.000 Tests durchgeführt, die größtenteils automatisch, teilweise aber auch in Handarbeit stattfinden.
  • Das Testen wird von Microsoft als wichtig, aber nicht ausreichend eingestuft, um das dynamische Ökosystem vollständig zu verstehen.

Der Artikel führt im weiteren die spezifische Maßnahmen auf:

  • Windows-Entwicklungsteams bringen ständig Änderungen für neue Funktionen in die Windows-Codebasis ein. Microsoft verwendet statische und Laufzeit-Analysetools, um Änderungen an APIs zu erkennen und mögliche Kompatibilitätsbrüche aufgrund dieser Codeänderungen zu ermitteln.
  • Überwacht werden insbesondere auch Änderungen, die sich auf Anwendungen von Drittanbietern und hier vor allem Antimalware- und Antivirus-Lösungen (AV) auswirken können.
  • Machine-Learning-Modelle analysieren, wie sich hausinterne Codes während aktiver Entwicklungszyklen ändern, um ein risikobasiertes Empfehlungsmodell zu erstellen. Die Ergebnisse fließen in die Testabläufe ein.
  • Werden Probleme entdeckt, so wird der Hersteller der extern entwickelten Anwendung kontaktiert und es wird mit diesem eine Lösung erarbeitet.
  • Teilweise erarbeitet Microsoft auch eigene Lösungen, so genannte "Shims". Das sind Mini-Anpassungen, die beispielsweise veraltete Funktionen eines Programms, die in einer neuen Windows-Version zu einem Fehler führen würden, gezielt abfangen und so umleiten, dass dennoch alles so funktioniert wie erwartet.
  • Wenn eine Anwendung in einer neuen Windows-Version nicht lauffähig ist, greift Microsoft zum letzten Mittel, dem "Update Block": PC, auf denen die als inkompatibel gekennzeichnete Version installiert ist, erhalten das Update auf die neue Windows-Version so lange nicht, bis das Problem behoben wurde.

Der Beitrag erschien in der Qualitätsblog-Serie des Konzerns. Weitere Artikel von Fortin zu Microsoft-Abläufen finden sich auf der Seite des Managers.
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