Android mit Browserwahl? EU bedroht Googles Mobile-Geschäftsmodell
Google könnte bald gezwungen sein, tiefgehende Veränderungen an seiner Android-Plattform vorzunehmen. Nur so lässt sich wahrscheinlich verhindern, dass dem US-Konzern in Europa ähnliches widerfährt wie Microsoft vor einigen Jahren, als die Redmonder in einem Kartellverfahren zu hohen Strafzahlungen verdonnert wurden.
Bei Google geht es im Grunde um einen fast identischen Sachverhalt: Android ist inzwischen unzweifelhaft die dominierende Plattform auf Smartphones und anderen mobilen Endgeräten - und Chrome sowie die Google-Websuche gehören quasi fest zu dem System dazu. Aus Sicht der Wettbewerbshüter bedeutet das: Google missbraucht die Marktmacht beim Betriebssystem, um konkurrierende Browser und Suchmaschinen kleinzuhalten. So geht es aus einem aktuellen Bericht der Washington Post hervor.
Damit ist Google im Grunde in eine ähnliche Lage geraten wie Microsoft zur Hochzeit der Desktop-PCs. Damals wurde den Redmondern ebenfalls zum Verhängnis, dass ihr dominierendes Windows-Betriebssystem eng mit dem Internet Explorer gekoppelt ausgeliefert wurde. Die Sache endete auch hier schon in hohen Strafzahlungen. Außerdem musste Microsoft den Anwendern nach der Neuinstallation des Betriebssystems damals mehrere alternative Browser zur Auswahl anbieten.
Umgehen ließe sich das wahrscheinlich, wenn der Android-Anbieter signifikante Zugeständnisse macht. Als erstes würde das eine Entkoppelung der hauseigenen Dienste bedeuten: So stößt es der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ziemlich sauer auf, dass Smartphone-Hersteller den populären Play Store nur auf ihren Android-Geräten vorinstallieren dürfen, wenn sie auch standardmäßig Chrome und die Google-Suche einbauen. Es könnte aber auch dazu kommen, dass beim ersten Einschalten neuer Android-Geräte auch erst einmal mehrere Browser und Suchmaschinen zur freien Auswahl angeboten werden müssen.
Damit ist Google im Grunde in eine ähnliche Lage geraten wie Microsoft zur Hochzeit der Desktop-PCs. Damals wurde den Redmondern ebenfalls zum Verhängnis, dass ihr dominierendes Windows-Betriebssystem eng mit dem Internet Explorer gekoppelt ausgeliefert wurde. Die Sache endete auch hier schon in hohen Strafzahlungen. Außerdem musste Microsoft den Anwendern nach der Neuinstallation des Betriebssystems damals mehrere alternative Browser zur Auswahl anbieten.
Es geht um viel mehr
Der grundlegende Unterschied wird bei Google allerdings in der möglichen Höhe der Strafen liegen. Denn Microsoft war damals zwar sehr bedeutsam, doch war der PC-Markt relativ klein, wenn man ihn mit dem heutigen Smartphone-Sektor vergleicht. Und auch Googles Wirtschaftsdaten sind wesentlich größer als jene Microsofts zur früheren Zeit. Das kann dazu führen, dass die Kartellstrafen gegen einen Weltkonzern wie Google heute schnell in den Milliarden-Bereich hochgehen.Umgehen ließe sich das wahrscheinlich, wenn der Android-Anbieter signifikante Zugeständnisse macht. Als erstes würde das eine Entkoppelung der hauseigenen Dienste bedeuten: So stößt es der EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ziemlich sauer auf, dass Smartphone-Hersteller den populären Play Store nur auf ihren Android-Geräten vorinstallieren dürfen, wenn sie auch standardmäßig Chrome und die Google-Suche einbauen. Es könnte aber auch dazu kommen, dass beim ersten Einschalten neuer Android-Geräte auch erst einmal mehrere Browser und Suchmaschinen zur freien Auswahl angeboten werden müssen.
Googles Geschäftsmodell in Gefahr
Für Google dürfte das schwerwiegendere Konsequenzen haben als damals für Microsoft: Die Redmonder verdienten das Geld für die Windows-Entwicklung vor allem mit dem Verkauf von Lizenzen, wodurch eine Entkoppelung der Produkte letztlich nicht das Geschäftsmodell an sich gefährdete. Das ist bei Google anders - denn das Android-Betriebssystem ist aus Sicht der Business-Strategie des Anbieters letztlich auch nur ein Nebenprodukt, mit dem Nutzer auf die geldbringenden Dienste geleitet werden. Wenn sich das Mobile-Betriebssystem anders finanzieren müsste als durch die damit einhergehende Quersubventionierung, könnte das massive Folgen auf das gesamte Ökosystem aus Hardware, Plattform und Anwendungen haben.Nicht der erste Streit zwischen Google und EU:
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