EU-Gesetze wirken: Nutzerzahlen kleinerer Browser steigen schon jetzt

Die von der EU im Rahmen des sogenannten Digital Markets Act (DMA) durchgesetzten neuen Vorgaben für die großen Betriebssystem- und Gerätehersteller wie Microsoft, Google und Apple, durch die Kunden mehr Wahlfreiheit bekommen sollen, scheinen bereits zu wirken.
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DMA erst seit Anfang März in Kraft

Die Europäische Union hat vor rund einem Monat den sogenannten Digital Markets Act in Kraft treten lassen. Dieser sieht unter anderem vor, dass Firmen wie Microsoft, Google und Apple den Nutzer ihrer Betriebssysteme auf mobilen Geräten die Wahl eines von ihnen bevorzugten Browsers erleichtern müssen.

Daher gibt es unter Android und iOS jetzt einen neuen Bildschirm zur Browserwahl, auf der man den Nutzern eine Reihe von alternativen Browsern zur Auswahl anbieten muss. Auf diese Weise sollen die User darüber informiert werden, dass es Alternativen zu Chrome (Android) und Safari (iOS) gibt.

Browser-Hersteller melden bereits kräftiges Plus

Laut einer Untersuchung der Nachrichtenagentur Reuters scheint die erst Anfang März eingeführte Browserwahl bereits zu funktionieren, denn angeblich steigen die Nutzerzahlen bei alternativen Browsern bereits kräftig. So meldete der Anbieter Aloha, dass sein gleichnamiger Aloha Browser allein im März 2024 einen Anstieg der Zahl der User aus der EU um rund 250 Prozent verzeichnen konnte. Aloha hat aktuell rund 10 Millionen Nutzer und verdient mit dem Browser durch Monatsabos Geld, nicht durch Werbe-Tracking.


Auch der norwegische Anbieter Vivaldi, die deutsche Browser-Alternative Ecosia und der US-Anbieter Brave haben nach eigenen Angaben bereits steigende Zahlen von Nutzern aus der EU verzeichnen können. Von Opera aus Norwegen war zudem zu hören, dass man aktuell "Rekordzahlen" verzeichne, was die Zahl der User aus der EU angeht. DuckDuckGo aus den USA bestätigte den Aufwärtstrend ebenfalls.

Wachstum bisher vor allem von iOS ausgelöst

Noch stammt das Wachstum offenbar vor allem von iOS-basierten Geräten, denn Google zeigt den Browser-Wahlbildschirm bisher nur auf Geräten aus seiner eigenen Produktion an. Erst im Verlauf der nächsten Monate soll damit begonnen werden, auch die Geräte anderer Hersteller die Browserwahl anzeigen zu lassen.

Noch soll die Ausrollung der Browserwahl zudem nur schleppend vorangehen. Die Browser-Anbieter kritisierten Google und Apple, weil die für das Anzeigen des Auswahlmenüs nötigen Updates ihrer Meinung nach zu langsam auf den Endgeräten landen. Von Mozilla, dem Anbieter des Firefox-Browsers, war zu hören, dass bisher nur rund 19 Prozent der iPhone-Nutzer in der EU das Update erhalten hätten, mit dem die Browserwahl ermöglicht wird. Normalerweise würde Apple Updates deutlich schneller verteilen, so Mozilla.

Vivaldi kritisierte unterdessen, dass Apple die Browserwahl nur beim Öffnen von Safari anzeigt und auch dann keine Zusatzinformationen zu den alternativen Browsern zu sehen sind. Die EU hat auch deshalb bereits mit einer Prüfung begonnen, bei der man herausfinden will, ob Apples Umsetzung der Browserwahl den Nutzern tatsächlich mehr Auswahl bietet.

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Zusammenfassung
  • EU-Vorgaben stärken Wahl von Browsern
  • Android und iOS bieten Auswahlbildschirm
  • Alternative Browser verzeichnen Nutzerzuwachs
  • Google zeigt Wahl nur auf eigenen Geräten
  • Updates für Browserwahl kommen langsam
  • Mozilla: Nur 19% der EU-iPhone-Nutzer mit Update
  • EU prüft Apples Umsetzung der Browserwahl

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