Zwergplanet Pluto entfernt sich:
Atmosphäre steht vor dem Kollaps

Der Zwergplanet Pluto entfernt sich auf seiner Umlaufbahn immer weiter von der Sonne. Die sinkenden Temperaturen führen nun dazu, dass seine ohnehin dünne Atmosphäre messbar schrumpft und langsam auf der eisigen Oberfläche gefriert.
Weltraum, Raumfahrt, Nasa, Sonnensystem, Atmosphäre, Sonnenuntergang, New Horizons, Pluto, Planetenoberfläche, Zwergplanet, Eiskruste, NASA-Foto
NASA/JHU-APL/SwRI

Druckabfall auf dem Zwergplaneten

Der Zwergplanet Pluto befindet sich derzeit auf dem Weg in die äußeren, dunklen Bereiche unseres Sonnensystems. Da sich der Himmelskörper auf seiner elliptischen Umlaufbahn immer weiter von der Sonne entfernt, sinken die Temperaturen auf seiner Oberfläche. Forscher beobachten nun, dass die ohnehin extrem dünne Gashülle des Planeten schrumpft und teilweise als Frost auf den Boden fällt.

Ein Umlauf des Zwergplaneten dauert 248 irdische Jahre. Erst im Jahr 2114 wird Pluto seinen sonnenfernsten Punkt erreichen und wieder umkehren. Seine Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Stickstoff, gemischt mit geringen Mengen an Methan und Kohlenmonoxid. Wenn die Oberfläche abkühlt, kondensieren diese Gase und die atmosphärische Hülle verliert an Druck.


Schattenwurf verrät Details

Um solche Veränderungen in Milliarden Kilometern Entfernung zu messen, nutzen Astronomen sogenannte Sternbedeckungen. Zieht Pluto von der Erde aus betrachtet vor einem fernen Stern vorbei, wirft er einen winzigen Schatten. Wie eine in The Planetary Science Journal veröffentlichte Studie darlegt, lässt sich durch die Verdunkelung des Sternenlichts die Dichte der Atmosphäre exakt berechnen.

Zwischen 2017 und 2023 werteten die Forscher zehn solcher Sternbedeckungen aus. Dabei stellten sie fest, dass der atmosphärische Druck bis zum Jahr 2021 stabil blieb. Das deckt sich mit den Messdaten der Raumsonde New Horizons aus dem Jahr 2015. Ab Mitte 2021 bis Juli 2023 verzeichneten die Instrumente jedoch einen deutlichen Druckabfall von 16 Prozent.

Organischer Nebel kühlt zusätzlich

Zusätzlich zur wachsenden Distanz zur Sonne spielt ein feiner Nebel aus komplexen organischen Molekülen eine Rolle für das Klima auf Pluto. Computermodelle zeigen, dass diese Partikel tagsüber Sonnenlicht absorbieren und nachts als Infrarotenergie in den Weltraum abstrahlen. Der Prozess kühlt die obere Atmosphäre weitaus stärker ab, als es reine Gase tun würden.

Die aktuellen Beobachtungen liefern den ersten direkten Beweis für den erwarteten atmosphärischen Kollaps. Astronomen haben nun mehrere Jahrzehnte Zeit, um zu verfolgen, ob die Gashülle vollständig verschwindet oder sich auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert. Die gute Nachricht: Sobald sich Pluto im nächsten Jahrhundert der Sonne wieder nähert, dürfte die Atmosphäre erneut auftauen.

Was meint ihr zu dieser Entwicklung im äußeren Sonnensystem? Werden künftige Instrumente noch genauere Messungen solcher Phänomene ermöglichen? Teilt eure Gedanken in den Kommentaren!

Zusammenfassung
  • Der Zwergplanet Pluto entfernt sich auf seiner Bahn immer weiter von der Sonne
  • Die extrem dünne Gashülle kühlt ab und gefriert teilweise auf dem Boden
  • Messungen zeigen einen Druckabfall der Atmosphäre um 16 Prozent seit 2021
  • Ein feiner organischer Nebel kühlt die obere Atmosphäre zusätzlich ab
  • Astronomen nutzen Sternbedeckungen zur genauen Analyse der Gasdichte
  • Bei einer erneuten Annäherung an die Sonne könnte die Hülle wieder auftauen

Siehe auch:


Tipp einsenden