Apple bestochen: EU verdonnert Qualcomm zu fast 1 Mrd. Euro Strafe
Bei der Europäischen Kommission sieht man es als erwiesen an, dass Qualcomm seine marktbeherrschende Stellung bei Mobilfunk-Modems ausgenutzt und Apple quasi bestochen hat, keine Aufträge an Konkurrenten zu vergeben. Im Ergebnis wurde in Brüssel nun eine hohe Strafe gegen den Chiphersteller verhängt.
Wie die EU-Kommission mitteilte, habe man Qualcomm eine Geldbuße in Höhe von 997 Millionen Euro aufgedrückt. "Qualcomm hat Milliarden von Dollar an Apple gezahlt, damit Apple nicht bei der Konkurrenz kauft. Bei diesen Zahlungen handelte es sich nicht einfach um Preisnachlässe - sie wurden unter der Bedingung geleistet, dass Apple in sämtlichen iPhone- und iPad-Geräten ausschließlich Qualcomm-Chipsätze verwendet", erklärte EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager.
Diese Praxis soll über fünf Jahre angehalten haben. Qualcomm hatte die Sache so gestaltet, dass kein Konkurrent - unabhängig von der Qualität seiner Produkte - eine Chance gegen den Marktführer gehabt hätte. Betroffen hat das dann vor allem Intel, dessen LTE-Modems noch am ehesten mit den Qualcomm-Chips mithalten können. Durch solch ein Geschäftsgebaren werden aber nicht nur Konkurrenten geschädigt, sondern auch die Verbraucher. Denn ein funktionierender Wettbewerb würde hier unter Umständen zu mehr Innovationen oder einem stärkeren Preiskampf führen.
Der EU-Kommission lagen interne Unterlagen Apples vor, wonach man bei dem Unternehmen ernsthaft erwogen hatte, zu Intel zu wechseln. Dies wurde dann allerdings zurückgestellt, da das Abkommen mit Qualcomm zu attraktiv war und nicht gefährdet werden sollte. Erst am September 2016, als die Vertragslaufzeit um war, bestellte Apple dann auch Komponenten bei Intel.
Diese Praxis soll über fünf Jahre angehalten haben. Qualcomm hatte die Sache so gestaltet, dass kein Konkurrent - unabhängig von der Qualität seiner Produkte - eine Chance gegen den Marktführer gehabt hätte. Betroffen hat das dann vor allem Intel, dessen LTE-Modems noch am ehesten mit den Qualcomm-Chips mithalten können. Durch solch ein Geschäftsgebaren werden aber nicht nur Konkurrenten geschädigt, sondern auch die Verbraucher. Denn ein funktionierender Wettbewerb würde hier unter Umständen zu mehr Innovationen oder einem stärkeren Preiskampf führen.
2016 bestellt Apple plötzlich bei Intel
Apple gehörte schon länger zu einem der wichtigsten Abnehmer von LTE-Modems. Im Jahr 2011 verpflichtete sich Qualcomm dann in einer Vereinbarung mit Apple, erhebliche Zahlungen dafür zu leisten, dass Apple seine iPhones und iPads ausschließlich mit Qualcomm-Chipsätzen ausstattet. 2013 wurde die Geltungsdauer des Vertrages dann bis Ende 2016 verlängert.Der EU-Kommission lagen interne Unterlagen Apples vor, wonach man bei dem Unternehmen ernsthaft erwogen hatte, zu Intel zu wechseln. Dies wurde dann allerdings zurückgestellt, da das Abkommen mit Qualcomm zu attraktiv war und nicht gefährdet werden sollte. Erst am September 2016, als die Vertragslaufzeit um war, bestellte Apple dann auch Komponenten bei Intel.
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Christian Kahle
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