7artisans 135mm F1.8 im Test: Leichter als Viltrox, günstiger als Sony

Mit dem AF 135mm F1.8 erweitert 7artisans sein Autofokus-Portfolio um ein lichtstarkes Teleobjektiv für Sony E, Nikon Z und L-Mount. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 749 Euro positioniert sich das Modell deutlich unterhalb eines Sony G Master und tritt zugleich gegen etablierte Alternativen von Sigma und Viltrox an. Was es kann, haben die Kollegen von ValueTech TV getestet.

Mit rund einem Kilogramm Gewicht bewegt sich das Objektiv im üblichen Rahmen dieser Klasse. Zur Ausstattung gehören ein Blendenring mit Rastung, zwei frei belegbare Funktionstasten, AF/MF-Schalter, großer Fokusring, 82-mm-Filtergewinde, abnehmbare Gegenlichtblende, wettergeschütztes Metallbajonett sowie ein USB-C-Anschluss für Firmware-Updates. Die Verarbeitung macht insgesamt einen soliden Eindruck. Kritik gibt es allerdings am ungewöhnlich schwergängigen Blendenring, der zudem nicht entkoppelt werden kann.
7artisans AF 135mm F1.8 7artisans AF 135mm F1.8 7artisans AF 135mm F1.8
An einer Sony Alpha 7R IV mit 60 Megapixeln zeigt das Objektiv bereits bei Offenblende eine hohe Schärfe im Bildzentrum. Mikrokontrast und Detailauflösung überzeugen, während die Ecken bei F1.8 sichtbar hinter der Mitte zurückbleiben. Abblenden verbessert die Randschärfe deutlich. Chromatische Aberrationen und Vignettierung sind gut kontrolliert, das Bokeh fällt dank 12 Blendenlamellen angenehm weich und gleichmäßig aus.

Mit einer Naheinstellgrenze von 68 Zentimetern eignet sich das Objektiv auch für detailreiche Nahaufnahmen. Im Nahbereich erreicht die Schärfe bei Offenblende zwar nicht ganz das Niveau weiter entfernter Motive, in der Praxis dürfte das jedoch nur selten stören.

Weniger gelungen ist die Blendenmechanik. Beim getesteten Exemplar arbeitet sie hörbar, was insbesondere bei Videoaufnahmen oder in ruhigen Umgebungen auffallen kann. In Verbindung mit dem straffen Blendenring ist das kein idealer Begleiter für anspruchsvolle Videografen.

Autofokus deutlich verbessert

Der Autofokus arbeitet inzwischen alltagstauglich und profitiert von mehreren Firmware-Updates. Für normale Fotoanwendungen reicht die Geschwindigkeit aus, Spitzenwerte erreicht das Objektiv jedoch nicht. Eine optische Bildstabilisierung fehlt, weshalb die Leistung bei Videoaufnahmen stark vom verwendeten Kameragehäuse abhängt. Positiv fällt dagegen das vergleichsweise gut kontrollierte Focus Breathing auf.

Insgesamt präsentiert sich das 7artisans AF 135mm F1.8 als interessantes Teleobjektiv mit klaren Stärken bei Schärfe, Bokeh und Ausstattung. Schwächen zeigt es bei der Offenblenden-Randschärfe, der Blendenmechanik und der Autofokusgeschwindigkeit. Wer ein lichtstarkes 135-mm-Objektiv für Porträts und Freisteller sucht und mit diesen Kompromissen leben kann, erhält dennoch ein optisch überzeugendes Gesamtpaket.

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