MagicPad 4: Honors Versuch zum Tablet-Gipfelsturm im Test

Mit dem MagicPad 4 bringt Honor ein besonders schlankes Android-Tablet auf den Markt. Das Gerät kombiniert ein nur 4,8 Millimeter dünnes Gehäuse mit einem 12,3 Zoll großen OLED-Display samt 165-Hertz-Bildwiederholrate und einer leistungsstarken Oberklasse-Hardware. Auf dem Papier positioniert sich das Tablet damit klar gegen Modelle wie das Samsung Galaxy Tab S11 oder sogar das Apple iPad Pro. Ob es mit der Spitzenklasse auch in der Praxis mithalten kann, hat unser Kollege Andrzej Tokarski überprüft.

Im Alltag hinterlässt das MagicPad 4 einen insgesamt starken Eindruck, leistet sich aber einige Schwächen, die in dieser Preisklasse auffallen. Besonders gelungen sind Design, Display und Lautsprecher. Trotz des extrem dünnen Gehäuses wirkt das Tablet stabil und angenehm leicht, auch wenn die Kunststoffrückseite nicht ganz die Premium-Anmutung eines vollständigen Metallgehäuses erreicht. Die Displayränder fallen sehr schmal aus, wodurch die Front modern und nahezu randlos wirkt.

Zu den größten Stärken zählt das OLED-Panel mit 3000 x 1920 Pixeln. Farben, Kontraste und Schwarzwerte überzeugen, die hohe Bildwiederholrate sorgt für eine besonders flüssige Darstellung. Auch die Helligkeit bewegt sich auf Spitzenniveau. Allerdings zeigte sich im Test ein störendes Verhalten: Bei längeren Videos dunkelte das Display automatisch ab, bis der Bildschirm erneut berührt wurde. Vieles deutet hier auf ein Softwareproblem hin.
Honor MagicPad 4 (Tabletblog) Honor MagicPad 4 (Tabletblog) Honor MagicPad 4 (Tabletblog)
Ebenfalls überraschend stark präsentiert sich der Klang. Honor verbaut acht Lautsprecher, die trotz des ultradünnen Gehäuses laut, klar und kraftvoll spielen. Damit bewegt sich das Tablet fast auf dem Niveau von Samsungs Spitzenmodellen.

Optional bietet Honor den Magic Pencil 3 an, der magnetisch am Tablet haftet und kabellos geladen wird. Die Stiftbedienung funktioniert nach Anpassung der Bildwiederholrate flüssig und eignet sich gut für Notizen oder kreative Anwendungen. Komfortfunktionen wie Gestensteuerung fehlen allerdings.

Im Inneren arbeitet der Snapdragon 8 Gen 5 mit bis zu 16 GB RAM und maximal 512 GB Speicher. Die CPU-Leistung fällt sehr stark aus, bei der Grafikleistung liegt das MagicPad 4 aber leicht hinter den direkten Konkurrenten. Dafür überzeugt die Kühlung: Selbst unter Dauerlast bleibt die Leistung ungewöhnlich stabil, was sich auch bei Spielen wie Fortnite positiv bemerkbar macht.

Ausstattung etwas mangelhaft

Weniger überzeugend fällt die Ausstattung aus. Es fehlen ein Fingerabdruckscanner, ein MicroSD-Slot und ein Kopfhöreranschluss. Auch das Tastatur-Cover wirkt nicht ganz ausgereift, zudem war die deutsche Version im Test ohne Touchpad ausgestattet. Die Software auf Basis von Android 16 läuft zwar flüssig, enthält aber unnötige Zusatzprogramme. Positiv ist dagegen die lange Update-Garantie von sechs Jahren.

Bei der Akkulaufzeit liefert das MagicPad 4 lediglich solide Werte. Im Videotest hielt das Tablet rund neun Stunden durch und liegt damit hinter Samsungs Galaxy-Tab-Modellen zurück.

Unterm Strich ist das Honor MagicPad 4 ein starkes OLED-Tablet mit eigenständigem Profil. Besonders das extrem dünne Design, das hochwertige Display, die guten Lautsprecher und die stabile Leistung sprechen für das Gerät. Gleichzeitig muss man bei Ausstattung, Software und Laufzeit einige Kompromisse akzeptieren. Wer vor allem ein modernes, großes OLED-Tablet sucht, findet hier eine interessante Alternative. Wer dagegen das rundere Gesamtpaket mit besserer Akkulaufzeit und ausgereifterer Software bevorzugt, sollte Samsungs Galaxy-Tab-Serie weiterhin im Blick behalten.

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