Chelsea Manning kommt frei - Obama begnadigt die Whistleblowerin

Die Whistleblowerin Chelsea Manning wird bald aus dem Gefängnis freikommen. Der scheidende US-Präsident Barack Obama hat sie in einer seiner letzten Amtshandlungen begnadigt. Am 17. Mai soll sie nun nach sechs Jahren aus dem Gefängnis entlassen werden.
Wikileaks, Whistleblower, Bradley Manning
US Army
Manning war die wichtigste Quelle in der Hochphase der Plattform Wikileaks. In ihrer Position als Analystin des US-Militärs im Irak hatte sie zahlreiche Unterlagen aus dem internen Netzwerk herausgeholt, zu dem sie dort Zugang hatte. Die Leaks umfassten militärische Tagebücher aus den Kriegseinsätzen in Afghanistan und im Irak sowie Depeschen der US-Botschaften in aller Welt. Das gab der Öffentlichkeit einen tiefen Einblick in die Geschehnisse in Krisengebieten und in die US-Diplomatie.

Die bekannteste Veröffentlichung die auf Manning zurückgeht, dürfte allerdings der Startschuss der damaligen Leakserie gewesen sein. Es handelte sich um das Video der Bordkamera eines Apache-Kampfhubschraubers. Zu sehen war, wie eine Gruppe von Menschen beschossen wurde, die als feindliche Kämpfer ausgemacht wurden. Es handelte sich allerdings um Zivilisten, die mit zwei Journalisten unterwegs waren. Das Video hatte auch großes Aufsehen erregt, weil zu sehen war wie kaltblütig auch bereits verletzten Menschen weiter nachgestellt und selbst später hinzukommende Ersthelfer beschossen wurden.


Freiheit in 2017 statt 2045

Manning wurde wegen der Weitergabe der Dokumente zu einer Haftstrafe von 35 Jahren verurteilt. Von diesen hat sie nun sechs Jahre abgesessen - unter recht problematischen Umständen. Im Gefängnis outete sich Manning als Transperson und strebte eine Geschlechtsanpassung an. Da sie noch als männlicher US-Soldat Bradley Manning verurteilt wurde, sitzt sie bis heute in einem Militär-Gefängnis für Männer. Der aus der Gesamtsituation entstehende Druck führte bereits zu einem Suizid-Versuch mit der Folge einer seitdem andauernden Einzelhaft.

Manning soll nun am 17. Mai auf freien Fuß gesetzt werden. Bei zahlreichen Unterstützern weltweit löste die Nachricht natürlich Freude aus. Weniger begeistert reagierten hingegen Obamas republikanische Konkurrenten, die in Mannings Tat schlicht Spionage und Verrat sehen. Die Begnadigung könne andere zu ähnlichen Aktionen verleiten.

Es ist Tradition dass der jeweils scheidende US-Präsident, kurz vor der Abgabe seines Amtes an den Nachfolger, reichlich von seinem Recht Begnadigungen auszusprechen Gebrauch macht. In Obamas Fall werden aufgrund dessen nun 64 Personen aus der Haft entlassen. In weiteren 209 Fällen wurde eine Verkürzung der Haftzeiten gewährt.
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