Microsoft vertuschte Überwachung von politischen Gegnern Chinas
Zwei ehemalige Mitarbeiter haben sich nach der Bekanntgabe von Microsoft zu Wort gemeldet, in der das Unternehmen angekündigt hatte, Warnungen bei staatlichen Hackerangriffen an die Nutzer herauszugeben. Die Ex-Angestellten erheben dabei schwere Vorwürfe gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber.
Denn das nun gegebene Versprechen, Nutzer bei entdeckten Angriffen zu warnen, wäre scheinheilig und käme Jahre zu spät, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters die ehemaligen Mitarbeiter. Zur Untermauerung der Anschuldigung gibt es einen Bericht über einen weltweiten Angriff gegen Hotmail-User, der aus China gesteuert wurde. Aller Wahrscheinlichkeit nach ging er von der chinesischen Regierung aus und richtete sich gegen politisch Aktive, vor allem Pro-chinesischer Minderheiten und Medienmacher.
Anschließend hatte Microsoft entschieden, den Angriff, der sich nach dem Bericht der Nachrichtenagentur nach ziemlich eindeutig nach China zurück verfolgen ließ, nicht publik zu machen. Der Grund für das Stillschweigen liest sich aus heutiger Perspektive wirklich sehr scheinheilig - angeblich wollten die Verantwortlichen bei Microsoft die "chinesische Regierung nicht verärgern", schreibt Reuters. Die monatelange Überwachung der politischen Gegner der chinesischen Regierung war damit unter den Tisch gekehrt.
Stattdessen habe man sich entschieden, bei den betroffenen Accounts das Passwort zurückzusetzen und die Nutzer nicht über die Hintergründe zu informieren.
Mehr dazu: Accountsicherheit: Microsoft will vor "staatlichen Angriffen" warnen
Dabei wäre für die gehackten Accounts eine schnelle Mitteilung in diesen Fällen besonders wichtig gewesen. Denn was die chinesische Regierung nach der Offenlegung der Kommunikation der politischen Gegner mit diesen brisanten Informationen anstellen konnte, kann man sich jetzt nur ausmalen.
Siehe auch: Chinas Anti-Terror-Gesetz öffnet Tür und Tor für (Internet-)Zensur
Monatelange Überwachung von politischen Gegnern
Demnach hatte es ab Juni 2009 einen Angriff auf Hotmail-Konten aus China gegeben. Aber erst 2011 wurde der Angriff entdeckt, nachdem Sicherheitsforscher von Trend Micro in Hotmail eine Sicherheitslücke aufgespürt hatten. Öffentlich gemacht wurde das Ganze allerdings nicht - denn Microsoft konnte nach den Hinweisen von Trend Micro die Lücke schließen und eingeschleuste Trojaner entfernen.Anschließend hatte Microsoft entschieden, den Angriff, der sich nach dem Bericht der Nachrichtenagentur nach ziemlich eindeutig nach China zurück verfolgen ließ, nicht publik zu machen. Der Grund für das Stillschweigen liest sich aus heutiger Perspektive wirklich sehr scheinheilig - angeblich wollten die Verantwortlichen bei Microsoft die "chinesische Regierung nicht verärgern", schreibt Reuters. Die monatelange Überwachung der politischen Gegner der chinesischen Regierung war damit unter den Tisch gekehrt.
Stattdessen habe man sich entschieden, bei den betroffenen Accounts das Passwort zurückzusetzen und die Nutzer nicht über die Hintergründe zu informieren.
Mehr dazu: Accountsicherheit: Microsoft will vor "staatlichen Angriffen" warnen
Dabei wäre für die gehackten Accounts eine schnelle Mitteilung in diesen Fällen besonders wichtig gewesen. Denn was die chinesische Regierung nach der Offenlegung der Kommunikation der politischen Gegner mit diesen brisanten Informationen anstellen konnte, kann man sich jetzt nur ausmalen.
Siehe auch: Chinas Anti-Terror-Gesetz öffnet Tür und Tor für (Internet-)Zensur
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Nadine Juliana DresslerRedakteurin für Windows & Netzwerke
Seit 2001 im Journalismus, klassisch ausgebildet, Autorin eines Windows-Buches. Ihre Themen reichen von Insider-Builds über die FritzBox bis zu DSL und Starlink.
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